International
Die Geschichte zum Mädchentag
Die Ursprünge des Welt-Mädchentages liegen in Nepal. Die ehemalige Geschäftsführerin von Plan Deutschland, Marianne M. Raven, reiste 1998 mit Senta Berger in das südasiatische Land. Die Eindrücke dieser Tour gaben Anlass zum Start der internationalen Mädchen-Kampagne "Because I am a Girl", auf die der Welt-Mädchentag zurückzuführen ist.Nepal ist eines der ärmsten Länder. Seit 1978 arbeitet Plan auf dem Dach der Welt und unterstützt Kinder und ihre Gemeinden mit nachhaltigen Selbsthilfeprojekten. In einem Dorf im Süden kam es zur Begegnung mit einem Mädchen namens Sharmila – was bis heute Folgen für Plans Kampagnen-Arbeit haben sollte.
"Sie war fast unbekleidet und wurde bei Wind und Wetter sich selbst überlassen", erinnert sich Marianne M. Raven. "Während dieses Kind in der Kälte in Fetzen herumlief, hatte sein Bruder von den Eltern eine schicke Schuluniform bekommen. Die Mutter, auf diese offensichtliche Ungleichbehandlung angesprochen, aber antwortete nur: 'Es ist doch bloß ein Mädchen'."
"Ich weigere mich, solche schreienden Ungerechtigkeiten hinzunehmen", sagte Senta Berger nach der Reise. Auf Initiative von Marianne M. Raven entwickelte Plan Deutschland 2003 eine eigene Mädchen-Kampagne, um die Verhältnisse zu verbessern und für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Senta Berger übernahm die Schirmherrschaft.
Gemeinsam für starke Mädchen
Aufmerksamkeit für die Belange von Mädchen erzielen ist ein wichtiger Schritt, um ihre Situation zu verbessern. Das erkannten auch die Chefredakteurinnen großer deutscher Zeitschriften – Marianne M. Raven brachte sie zusammen und bildete ein einzigartiges Medienbündnis. Für die Mädchen-Kampagne engagieren sich aktuell die Zeitschriften Brigitte, Bunte, Elle, Eltern und Eltern family, Frau im Spiegel, Freundin, Gala, Jolie, Lisa, Mädchen, Mini und Mach mal Pause, Petra, Tina und Bella. Sie unterstützen mit Berichten, Reportagen und Aktionen das gemeinsame Ziel: Eine Welt zu schaffen, in der Mädchen wie Jungen sich als anerkannte, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft gleichberechtigt entfalten können.
Nicht nur Senta Berger und die Chefredakteurinnen unterstützen Plans Kampagne für die Rechte von Mädchen. In den vergangenen Jahren sind namhafte Künstlerinnen und Unternehmerinnen, wie Joana Zimmer, Sisters, Marion Kracht, Nora von Collande, Dana Golombek, Dr. Brigitte Mohn, Jule Ronstedt, Dunya Hayali und viel weitere hinzugekommen.
Globale Mädchen-Kampagne
Die Mädchen-Kampagne ist mittlerweile international geworden. Abgebildet wird das gemeinsame Engagement mit einem neuen Logo und dem Titel "Because I am a Girl" – "Weil ich ein Mädchen bin".
Seit 2011 hat die deutsche Kampagne einen eigenen Auftritt im Web. Exklusiv wird hier auch der eigens komponierte Song von Sisters und ihrem Produzenten Matthias Arfmann "Because I am a Girl" in einer Aktionsgalerie gezeigt. Die Seite informiert nicht nur über die Situation von Mädchen in der Welt, auch die Userinnen und User sind gefragt. Sie können selbst zu Botschafterinnen und Botschaftern für die Rechte von Mädchen werden und ihre Ideen und Aktionen in die Aktionsgalerie hochladen.
In großen Schritten zum Welt-Mädchentag
Plan Deutschland veranstaltete den ersten Internationalen Mädchentag des Plan-Verbundes bereits 2008 in Berlin. 2009 schlossen sich die Plan Organisationen zusammen, um gemeinsam einen internationalen Mädchentag auf UN-Ebene zu fordern. Von da an ging es in großen Schritten dem Welt-Mädchentag entgegen. Die kanadische Regierung übernahm im März 2011 die Rolle des Antragsstellers, unterstützt von Plan Kanada und elf weiteren kanadischen Organisationen.
Am 21. September 2011 entschied der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend, sich bei den Vereinten Nationen für den von Plan initiierten UN-Mädchentag einzusetzen. Australien, Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Regierung von El Salvador schlossen sich an.
Am 19. Dezember 2011 war es dann soweit. Die Vereinten Nationen stimmten für den Welt-Mädchentag.
"Ich habe jahrelang für die Wahrnehmung benachteiligter Mädchen und für ihre Rechte gekämpft. Anfangs wurde ich dafür belächelt. Nicht jeder hat mir geglaubt, was ich auf meinen Reisen zum Beispiel in Nepal oder Indien erlebt habe. Das hat mich noch bestärkt. Ich habe mich als Anwältin dieser Mädchen gesehen und zu vielen von ihnen engen Kontakt gehalten. Mit dem Welt-Mädchentag geht für mich ein Traum in Erfüllung: Endlich nimmt die ganze Welt am Schicksal der Mädchen teil. Es wird sich nun zeigen, dass Mädchen als vollwertige Mitglieder ihrer Gemeinschaft nicht nur für sich, sondern auch für ihre Familien und die ganze Gemeinde eine Verbesserung der Lebensumstände erreichen", so die ehemalige Geschäftsführerin Marianne M. Raven zu dem großen Erfolg.
In Nepal hat die Geschichte des Welt-Mädchentages ihren Ursprung. Dort bekam Sharmila Kleidung und die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Das hat sie genutzt: Heute besucht die junge Frau eine weiterführende Schule.




