| Einwohner | 9,7 Mio. (Deutschland: 82,3 Mio.) |
| Lebenserwartung | 66 Jahre (D: 80 Jahre) |
| Kindersterblichkeit* | 54 von 1.000 (D: 4 von 1.000) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 1.460 USD (D: 42.440 USD) |
| Alphabetisierungsrate** | Frauen 98%, Männer 99% |
| Landesfläche | 1.098.580 qkm (D: 357.030 qkm) |
| Hauptstadt | Sucre, Regierungssitz: La Paz |
| Landessprache | Spanisch, Ketchua, Aymára |
| Religion | Christentum |
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*pro 1.000 Lebendgeburten **bei Jugendl. (15–24 Jahre) Stand 2010
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Geografie
Im Westen ragen die Andengipfel über 6.000 Meter hoch. In der Mitte erstreckt sich eine Steppenlandschaft in der Hochebene des Altiplano bei trocken-kühlem Klima. Hier liegt der Titicacasee. Im Osten grenzen tropische Ebenen und Regenwälder des Amazonas an Brasilien, während der äußerste Südosten zur trockenen Savannenlandschaft des Gran-Chaco gehört. Höhenunterschiede bringen große klimatische Veränderungen innerhalb weniger Kilometer mit sich.
Geschichte
Mit der Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert zerfiel das Inka-Reich; rücksichtslos wurden die Silber- und Kupfervorkommen des Landes ausgebeutet. 1825 wurde Bolivien von Spanien unabhängig. Im Salpeterkrieg (1879-1884) mit Chile und Peru um Rohstoffe unterlag Bolivien und verlor seinen Zugang zum Pazifik. Im 20. Jahrhundert prägten die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, der Chaco-Krieg gegen Paraguay (1932-1935) sowie die zahlreichen durch Putsch und Revolution herbeigeführten Regierungswechsel das Land. Erst 1985 fanden allgemeine demokratische Wahlen statt.
Situation heute
Obwohl Bolivien mittlerweile eine gewisse wirtschaftliche Stabilität erreicht hat, ist die Volkswirtschaft immer noch unterentwickelt, und die sozialen Probleme des Landes sind nach wie vor gravierend. Die Massenproteste gegen die Privatisierung der Erdgas- und Erdölindustrie zwangen Carlos Mesa im Juni 2005 seinen Rücktritt einzureichen. Seit dem Januar 2006 ist Evo Morales Ayma Präsident. Er ist der erste Indio, der das Land regiert.
Situation der Kinder
Gesundes Aufwachsen und das Recht auf eine Schulbildung sind vor allem für Mädchen nicht immer gewährleistet. Kinderarbeit und Gewalt gegen Kinder in Familien, Schulen und Gemeinden sind verbreitet.
Herausforderungen
Gesundheit
Die medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung ist unzureichend. Viele Anden-Bewohner leiden an Atemwegsinfekten. Daneben führen Mangelernährung, fehlende sanitäre Einrichtungen und schlechte Trinkwasserqualität zu Erkrankungen wie Durchfall, Tuberkulose und Malaria. Über zwei Drittel der Landbevölkerung leiden an der durch Wanzenbiss übertragenen Chagas-Infektion, die die Herzmuskeln angreift. Bolivien weist die höchste Kindersterblichkeit in Südamerika auf.
Bildung
Trotz allgemeiner Schulpflicht können wegen fehlender Schulen viele Mädchen und Jungen nicht zum Unterricht gehen. Nur wenige Kinder beenden die Grundschule, da sie oft schon früh bei der Haus- und Feldarbeit mithelfen müssen. Je nach Region und ethnischer Zugehörigkeit der Kinder unterscheidet sich das Lehrangebot stark. Viele Schulen sind schlecht ausgestattet. Neben Lehrmaterial, Tafeln und Schulmöbeln fehlen Wasserleitungen und sanitäre Einrichtungen.
Lebensumfeld
Über die Hälfte der Familien lebt beengt in kleinen Häusern. Die Wasserstellen liegen meist in einiger Entfernung vom Dorf. In ländlichen Gebieten mangelt es oft an Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen.
Daten zur Programmarbeit
Programmarbeit seit 1969
Anzahl der Patenkinder im Finanzjahr 2009: 47.339
Anzahl der Plan-Gemeinden: 1.093 (266.442 Familien)
7 ländliche Programmgebiete im Westen, Osten und Süden des Landes
Länderstrategie
Diese Länderstrategie beschreibt, wie Plan Bolivien und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2004 bis 2009.
Die ausführliche Länderstrategie für Bolivien können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Bolivien
Programmberichte
Der Programmbericht des Finanzjahres 2008 (Juli 2007 bis Juni 2008) gibt Ihnen einen Überblick, welche Projekte in den Schwerpunktprogrammen umgesetzt wurden.
Den ausführlichen Programmbericht für Bolivien können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Bolivien
Nachrichten aus den Projektgebieten
03.04.2008 | Bolivien - Plan schützt Kinder vor Chagas
18.02.2008 | Bolivien - Überflutungen im ganzen Land
12.02.2008 | Bolivien - "La Niña" verursacht Überschwemmungen
06.02.2007 | Bolivien - Schäden durch Erdrutsche in El Torno
21.11.2006 | Bolivien - Gute Aussichten in Buena Vista
