Bei Meheza und Messan in Togo

Vor mehreren Jahren hat Familie Thiele-Wissler aus Kiel die Patenschaft für Meheza und Messan übernommen. Das neunjährige Mädchen und der zehnjährige Junge leben in zwei verschiedenen Regionen Togos und sind fast im gleichen Alter wie die Kinder der Familie Solveig (9) und David (11). Hier der Bericht der vier Schleswig-Holsteiner von ihrem Besuch in Togo.

Schon mehrfach hatte Messan uns geschrieben, dass er uns gerne einmal persönlich kennenlernen würde. Diesen Sommer war es so weit: Nachdem wir alle Impfungen und Formalitäten zum Ausstellen der Visa hinter uns gebracht hat herzlich empfangen. Anschließend ging es mit einem sehr netten und auskunftsfreudigen Fahrer von Plan in die erste Projektregion Atakpame - und am nächsten Tag in das Dorf, in dem Messan lebt. Dort nahmen wir - umgeben von Lehmhütten - unter einem Palmdach Platz. Die ganze Gemeinde war versammelt und empfing uns mit  traditionellen Tänzen und zahlreichen Reden.
Selbst Messan, unser Patenkind, hatte eine eigene Rede verfasst, die er uns stolz vortrug. Nach diesem "offiziellen" Teil tauschten wir Geschenke und aßen mit der Familie. Die Kinder hatten dann Zeit und Gelegenheit, miteinander zu spielen.

Huhn als Opfer für den großen Tag

Am nächsten Tag stand der Besuch von  Meheza in ihrem Dorf in der Projektregion Sotoboua an. Auch im Dorf von Meheza hatte die Dorfgemeinschaft ein Tagesprogramm auf die Beine gestellt. Wir wurden auch hier mit Tänzen und einem traditionellen Ringkampf empfangen. Die Bewohner opferten sogar ein Huhn, um für das Gelingen dieses Tages zu sorgen. Anschließend zeigte man uns verschiedene Getreidesorten und wir sollten erraten, um welche es sich handelt. An beiden Tagen gefiel uns besonders, dass wir nicht nur als Paten der Familie, sondern auch als Förderer der ganzen Gemeinde angesehen wurden


Verbesserte Lebensbedingungen
In beiden Dörfern besichtigten wir verschiedene Projekte, die dank Unterstützung der Plan-Paten finanziert werden konnten. Die von Plan mit Möbeln und Latrinen ausgestatteten Schulgebäude sind für unsere beiden Patenkinder leicht zu Fuß zu erreichen. Ebenfalls zentral gelegen gibt es jetzt mehrere Brunnen, die dank Filter trinkbares Wasser bereitstellen. So haben wir mit eigenen Augen gesehen, wie die Arbeit von Plan ganz konkret zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort beiträgt. Allerdings sind der Arbeit von Plan auch Grenzen gesetzt: Dies wurde uns beim Besuch einer Gesundheitsstation bewusst. Diese Einrichtung wurde zwar zum Teil von Plan ausgestattet, der von der Regierung eingesetzte Leiter schien uns aber wenig engagiert. Zurück im Büro von Plan Togo in Lome sprachen wir  das Thema an. Der Leiter des Büros bestätigte unseren Eindruck, machte aber gleichzeitig klar, dass Plan als Geldgeber durchaus Einflussmöglichkeiten hat.

 

Mit Kindern für Kinder
Außerdem berichtete er über mehrere Projekte im Bereich der Jugendarbeit, die das Ziel haben, die Kinder und ihre Familien in Togo für die Rechte von Kindern zu sensibilisieren, so dass sie lernen, sich selbst gegen Missstände zu wehren.

Insgesamt waren wir von der Arbeit von Plan sehr beeindruckt. Unser Besuch war ein voller Erfolg. Nicht zuletzt deshalb, weil alle Plan-Mitarbeiter in Deutschland und in Togo sich sehr viel Zeit genommen haben, unsere Reise vorzubereiten und zu begleiten. Auch unsere Kinder Solveig (9) und David (11)  haben etwas über ihre Eindrücke zu berichten:


Solveig über ihren Besuch bei Meheza

"Nachdem wir oft Briefe ausgetauscht hatten, konnte ich endlich meine Freundin in echt sehen. Zuerst kamen vier gleich angezogene Mädchen, und ich musste Meheza wieder erkennen. Das war ziemlich schwierig, da ich Meheza bisher nur auf Fotos gesehen hatte. Später haben wir sozusagen Spiele ausgetauscht: Ich habe afrikanische Spiele kennen gelernt und Meheza habe ich deutsche Spiele beigebracht. Meheza kennt jetzt das Schwenkeltauspringen. Ich habe ihr ein Schwenkeltau geschenkt.

Bei der Vorbereitung des Mittagessens habe ich mitgeholfen, Fufu zu stampfen. Fufu ist ein togolesisches Gericht das aus gekochtem Maniok (Kartoffelbrei) oder Yams (Wurzelgemüse) gemacht wird und das man in Togo zum Abend- und Mittagessen bekommt. Danach hat meine ganze Familie von Mehezas Onkel afrikanische Anziehsachen bekommen. Es war ganz toll im Dorf von Meheza."


David über seinen Besuch bei Messan

"Ich habe mich sehr gefreut, unser Patenkind Messan endlich kennen zu lernen. Als wir kamen, war er sehr zurückhaltend und redete nicht viel. Es wurden zuerst mehrere Begrüßungsreden gehalten und traditionelle Tänze vorgeführt. Dann haben wir in Messans Zimmer Fufu mit einer sehr scharfen Soße gegessen. Wir haben mit den Händen gegessen. Ich musste sehr aufpassen, denn ich bin Linkshänder. Man darf in Togo aber nur die rechte Hand benutzen (diese gilt als die saubere).

Nach dem Essen habe ich mit Messan und ein paar anderen Jungen aus dem Dorf Fußball gespielt - mit dem Ball, den ich ihm als Geschenk mitgebracht hatte. Das war das Beste am ganzen Besuch. Dabei hat das ganze Dorf zugeschaut. Nach dem Spiel war Messan viel lockerer, und wir haben uns miteinander über alles Mögliche unterhalten, als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Das ging ganz gut, weil wir beide Französisch sprechen. Messan und ich waren sehr traurig, als wir voneinander Abschied nehmen mussten."

 

 

Sie wollen auch gern Ihr Patenkind besuchen? Bitte beachten Sie unsere Informationen zum Besuch beim Patenkind.

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