Auf nach Dakar - zu den Plan-Patenkindern

Endlich einmal die Patenkinder persönlich kennen lernen: Petra und Horst Elmrich aus Groß-Ulmstadt in Hessen wollten ihren Wunsch nicht weiter auf die lange Bank schieben und reisten nach Senegal. Von dem Ehepaar Elmrich erhielten wir diesen Reisebericht.

Ende 2005 war es soweit. Wir machten uns auf den Weg nach Dakar, der Hauptstadt von Senegal, um unser ehemaliges und unser jetziges Patenkind zu besuchen. Beide Mächen heißen zufälligerweise Ndeye. Am frühen Morgen wurden wir von zwei Plan-Mitarbeitern abgeholt. Während wir durch die Straßen der Vororte von Dakar fuhren, bekamen wir große Armut zu sehen. Wir waren darüber sehr schockiert, jedoch war die Freude auf unsere beiden Patenkinder riesig groß.

 

Im Plan-Büro in Pikine, einem Vorort von Dakar, wurden wir von einer Plan-Mitarbeiterin begrüßt, die uns den Tagesablauf erläuterte und uns zu den Familien begleitete. Unterwegs kauften wir noch für die Familien Lebensmittel wie Reis, Öl, Salz und Zucker. Zunächst besuchten wir die kleine Ndeye und ihre Familie. Sie wohnen in einem gemauerten Haus, was keine Selbstverständlichkeit ist. Viele Senegalesen leben in Stroh- oder Blechhütten. Wir wurden sehr herzlich von der Familie empfangen, die aus Mutter, Tante, Großmutter und zahlreichen kleinen und größeren Geschwistern besteht.

 

Ndeye’s Vater lebt nicht mehr bei der Familie. Mutter und Tante haben heute denselben Mann, was in Senegal nicht ungewöhnlich ist. Die dreijährige Ndeye war sehr hübsch zurecht gemacht mit Jeansanzug und gedrehten Zöpfchen im Haar. Sie freute sich sehr über die mitgebrachten Spielsachen. Auch die anderen Kinder konnten an der "Bescherung" teilhaben, wir hatten genügend Geschenke dabei.

 

Im Anschluss besichtigen wir die Grundschule von Pikine, die unser Patenkind hoffentlich später einmal besuchen darf. Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Kinder in Senegal zur Schule gehen. Viele Familien sind zu arm, um alle Sprösslinge am Unterricht teilnehmen zu lassen. Gerade Mädchen müssen oft zu Hause bleiben, um den Müttern bei der Haus- und Feldarbeit zu helfen. Auch in der Schulklasse, die wir besuchten, saßen überwiegend Jungen.

 

Weiter ging es zu der großen Ndeye und ihrer Familie. Wir waren ganz aufgeregt und gespannt auf die Begegnung, da wir ja schon häufigen Briefkontakt mit Ndeye über Plan hatten. Trotz der vielen Menschen um uns herum haben wir sie gleich erkannt. Es war ein sehr bewegendes Erlebnis, uns fehlten die Worte. Ndeye’s Tante erzählte, Ndeye hätte es bis zum Schluss nicht geglaubt, dass wir sie besuchen wollten. Sie hätte jeden Tag den Projektmitarbeiter gefragt, ob wir auch wirklich kommen würden.

 

Wir erfuhren, dass die 19-jährige Ndeye noch immer zur Schule geht, da sie sehr intelligent und fleißig ist und ihre Familie sie auch unterstützt. Mädchen in Ndeyes Alter sind in Senegal meistens schon verheiratet und haben Kinder. Sie zeigte uns Fotos von ihrem Freund, ihrer Familie und ihren Freundinnen. Auch von uns war ein Bild im Fotoalbum, das wir ihr vor einigen Jahren mal geschickt hatten.

 

In der Tür und draußen auf dem Hof waren Freundinnen und Nachbarskinder versammelt, die uns neugierig beäugten. Auch Ndeye freute sich riesig über die mitgebrachten Geschenke. Als Dankeschön überreichte sie mir ihr "Boubou", ein traditionelles Kleid. Die Zeit verging wie im Flug und schon bald hieß es auch hier, Abschied nehmen. Für uns bleibt dieser Tag unvergesslich.

 

 

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