Besuch beim Patenkind: Mit dem Motorrad von München nach Kapstadt

Rita und Christian Ising haben ihren Traum wahr gemacht: Mit dem Motorrad reiste das Paar von München durch Afrika bis nach Kapstadt - und besuchte dabei auch das Patenkind in Äthiopien. Ihr Bericht über die Begegnung mit dem fünfjährigen Kenaye:

Zehn Stunden am Stück waren wir unterwegs, bis wir schließlich Lalibela erreichten. Die 200 Kilometer lange Piste bestand manchmal nur aus großen Steinen und aus Kies, so dass wir und unser Motorrad kräftig durchgeschüttelt wurden. Die Mitarbeiter des Plan-Büros in Lalibela empfingen uns freundlich. Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich um sieben Uhr von ihnen abgeholt. Gemeinsam fuhren wir in das Dorf, in dem Kenaye lebt. Die ersten Kilometer legten wir noch auf einer Teerstrasse zurück, dann ging es auf einer Piste weiter. Diese wurde von Plan mitten ins Gebirge gebaut. Die Gegend liegt in 2200 bis 3500 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.

 

30 Kilometer zu Fuß
Auf der Fahrt begegneten wir immer wieder Menschen, die zu Fuß auf dem Weg nach Lalibela waren. Es war Samstag und somit Markttag. Viele von ihnen legen an einem solchen Tag bis zu 30 Kilometer zurück, um ihre Sachen zu verkaufen oder notwendige Güter zu erwerben. Zum Glück gibt es jetzt die relativ ebene Piste, vorher wanderten die Menschen über Stock und Stein.

 

Nach etwa einer Stunde kamen wir in der Gemeinde an. Zunächst wurde uns die Schule gezeigt. Alles wurde von Plan gebaut, auch die Toiletten und die Duschen. Wir lernten den Schulleiter und die Lehrer von Kenaye kennen. Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur zwanzig Minuten entfernten Hütte der Familie. Weiter bergauf erreichten wir schließlich einen Platz, bestehend aus ein paar Rundhütten und einem Verschlag für Rinder. Auf 3000 Meter Höhe wird hier Landwirtschaft betrieben – unter schwierigsten Bedingungen.

 

Ein Fußball aus Deutschland
Wir waren sehr gespannt auf unser Patenkind und seine Familie. Kenaye war zunächst so schüchtern, dass er fast kein Wort über die Lippen brachte. Erst als wir ihm unser Mitbringsel – einen Fußball der WM in Deutschland – in die Hand drückten, taute er auf. Ein Lächeln ging von einem Ohr zum anderen und verschwand nicht mehr. Wir wurden in die Hütte gebeten und zu einer traditionellen Kaffeezeremonie eingeladen. Die gesamte Familie wohnt dort auf engstem Raum. An der Wand hingen unsere Fotos und  Briefe, die wir im Laufe der Jahre geschickt hatten. Kenaye ließ seinen Fußball nicht mehr los - außer, um mit  anderen Kindern zu spielen. Nachdem wir Aufnahmen von der ganzen Familie gemacht hatten, brachen wir auf. 

 

Auf dem Rückweg nach Lalibela besichtigten wir noch weitere Plan-Projekte, die uns sehr überzeugten, unter anderem eine Solar-Wasserpumpe und eine Gesundheitsstation. Um diese Eindrücke bereichert setzten wir unsere Reise mit dem Motorrad fort.

 

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Mein Traum ist es, Ärztin zu werden, um den aidskranken Menschen in meinem Dorf zu helfen.

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