Kamerun
Ziel 10.000 Registrierungen
Plan weitet die Kampagne zur Geburtenregistrierung in Kamerun aus. In ländlichen Gegenden sind teilweise 9 von 10 Kindern nicht registriert. Sie haben kein Recht auf Bildung und Gesundheitsdienste. 10.000 Kinder erhalten nun mit Plan eine Geburtsurkunde.Mit weniger als 34 Prozent registrierten Geburten, steht Kamerun vor einem Folgenschweren Problem: Das Recht jedes Kindes auf einen Namen und eine Nationalität wird nicht erfüllt.
In den ländlichen Gebieten ist die Situation besonders schlecht, etwa im Norden und Osten Kameruns. Dort werden neun von zehn Kindern nicht innerhalb der vom kamerunischen Gesetz vorgeschriebenen Frist von 30 Tagen bei den Behörden registriert.
Die ersten Schwierigkeiten treten spätestens dann auf, wenn den Kindern der Zugang zur Schule oder zu Gesundheitseinrichtungen verweigert wird. 2009 hatten über 60 Prozent der Kinder, die im Osten Kameruns zur Schule gingen keine Geburtsurkunde und konnten deshalb nicht an den offiziellen Prüfungen teilnehmen. Keine Prüfung bedeutet kein Schulabschluss.
In Registrierungscentern oder mit mobilen Registrierungsbüros ist eine einfache Aufnahme der Kinder auch außerhalb der 30-Tage-Frist möglich. Die geringe Geburtenregistrierung in Kamerun wird auf das Fehlen eines zentralisierten Prozess und Missmanagement der Registrierungsstellen zurückgeführt. Zudem wissen viele Eltern nicht, wie wichtig das Dokument für die Zukunft ihrer Kinder ist. Registrierte Kinder sind besser geschützt vor Missbrauch, Kinderarbeit, früher Heirat und Kinderhandel.
Plan in Aktion
Um Kindern eine offizielle Identität und somit auch einen einfacheren Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten zu ermöglichen, hat Plan seine internationale Kampagne zur Geburtenregistrierung (UBR = Universal Birth Registration) auch in Kamerun eingeführt.
"Die meisten Geburten in ländlichen Gegenden finden zuhause statt. Über Geburtsurkunden wird aber nur in den Kliniken gesprochen und die Prozedur dauert lange", sagt Denis Tchounkeu, Plan Programm-Mitarbeiter in Kamerun.
Schutz und Kinderrechte
In der ersten Phase der Kampagne verhalf Plan bereits 8.000 Kindern zu einer Geburtsurkunde. Im nächsten Schritt sollen es zusätzlich über 10.000 registrierte und ausgestellte Bescheinigungen in sechs Programmgebieten sein.
Plan arbeitet dafür eng mit dem Ministerium für Soziale Angelegenheiten, Zivil- und Gesundheitsbehörden, Gemeinden, Bürgermeistern und lokalen Organisationen zusammen. So entsteht ein umfassendes Netzwerk und Informationen erreichen Tausende Eltern und Kinder. Die gemeinsame Strategie beschleunigt Prozesse, weitere Stellen, bei denen man Kinder registrieren lassen kann, entstehen.
Die Kampagne wird auf den Osten Kameruns ausgeweitet, Plan verhilft so Kindern von 60 Grundschulen in zehn Distrikten zu Geburtsurkunden. Die lokalen Medien und Radioprogramme unterstützen die Kampagne unter dem Motto "Gewohnheiten ändern: Eine effektive Geburtenregistrierung für alle Kinder sichern."




