Brasilien
Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kinder
Noch bis zum 28. November findet in Brasilien der dritte Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern statt. Plan International ist Teilnehmer und ruft zu einem stärkeren weltweiten Engagement gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Jungen auf.Jedes Jahr sind schätzungsweise 350 Millionen Kinder von schulischer Gewalt betroffen. Sexuelle Ausbeutung im schulischen Umfeld tritt besonders häufig in Entwicklungsländern auf. In den meisten Fällen werden sexuelle Handlungen im Tausch gegen bessere Schulnoten oder zur Begleichung der Schulgebühren verlangt.
Kinder verschweigen Übergriff aus Scham
In Afrika ist sexuelle Ausbeutung und Missbrauch in und außerhalb von Schulen ein schwerwiegendes Problem, von dem überwiegend Mädchen betroffen sind. Tief verwurzelte kulturelle Gründe und der Stellenwert von Kindern in der Gesellschaft führen dazu, dass sexueller Missbrauch oft verschwiegen wird. In Asien, vor allem in Südasien, tritt sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen besonders häufig in entlegenen Regionen auf, wo die Kinder einen weiten Schulweg haben. In vielen Ländern Lateinamerikas werden Kinder von ihren Lehrern sexuell genötigt. Manchmal werden ihnen schlechte Noten angedroht, wenn sie sich wehren. Oft führt die Einstellung in den Familien und bei den Behörden dazu, dass Kinder die Übergriffe nicht anzeigen. Hinzu kommt, dass sexuelle Gewalt bei den Kindern tiefe Schamgefühle auslöst. Dies bedeutet, dass sie oft still leiden und die Schule schließlich abbrechen.
Bildung wirkt sich auf Wirtschaftswachstum aus
Bildung ist nicht nur wichtig, um die Persönlichkeitsentwicklung, die geistige und körperliche Gesundheit und das Potential eines einzelnen Kindes zu fördern, sondern wirkt sich auch positiv auf die Familien, die Gemeinden und die wirtschaftliche Situation des Landes aus. Ein von Plan herausgegebener Report zeigt, welche negativen Folgen für die Wirtschaft eines Landes entstehen, wenn Mädchen keine weiterführende Schule besuchen. So verringert sich das Wirtschaftswachstum mit jedem Prozent des Gesamtanteils der Mädchen, die nicht zur Schule gehen, um durchschnittlich 0,3 Prozent.
Vier Forderungen von Plan
Auf der Konferenz in Brasilien setzt sich Plan deshalb für die Verabschiedung eines Vier-Punkte-Aktionsplans ein: Demnach sollen Eltern, Schulen und Institutionen gemeinsam für das Thema sensibilisiert werden, mit dem Ziel, gegen häusliche und schulische Gewalt vorzugehen. Parallel sollen Opfer von Gewalt betreut und durch Schulungen und Kindermedienprojekte gestärkt werden. Öffentliche Kampagnen sollen die Gesellschaft auf die Problematik aufmerksam machen. Zusätzlich soll die Zusammenarbeit von Institutionen der zivilen Gesellschaft, UN-Organisationen und Regierungseinrichtungen in allen Bereichen fördern.
Mehr Informationen zu Plans weltweiter Kampagne "Lernen ohne Angst".




