20.12.2011

International

Welt-Mädchentag wird endlich Wirklichkeit

Plan freut sich über die Entscheidung der Vereinten Nationen, den 11. Oktober zum "International Day of the Girl Child", dem Welt-Mädchentag, zu ernennen. Dieser geht auf eine Initiative von Plan Deutschland zurück. Ein großer Erfolg für die Rechte von Mädchen!

Mädchen sind stark, aber in vielen Teilen der Welt noch lange nicht gleichberechtigt. Im Rahmen der Kampagne Because I am a Girl fordern Plan Deutschland und der internationale Plan-Verbund schon seit einiger Zeit einen weltweiten Aktionstag für die Rechte von Mädchen.

 

Denn ein Welt-Mädchentag macht auf die Herausforderungen und Probleme, mit denen Mädchen in aller Welt konfrontiert sind, aufmerksam, führt dazu, dass Mädchen sichtbarer werden und unterstützt das Millenniums-Entwicklungsziel zur Gleichberechtigung.

 

Mit dem 11. Oktober als Welt-Mädchentag hat diese Forderung von Plan nun Gehör gefunden.


Welt-Mädchentag – ein Meilenstein für die Rechte von Mädchen
"Die Welt braucht starke junge Frauen, wenn Armut nachhaltig bekämpft werden soll", bestätigt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan Deutschland. "Doch damit Mädchen ihre Rechte wahrnehmen können, brauchen sie die Unterstützung der Weltgemeinschaft. Deshalb freue ich mich außerordentlich, dass die Vereinten Nationen der Forderung von Plan nachgekommen sind, einen Mädchentag auf internationaler Ebene zu ernennen. Die Einführung eines Welt-Mädchentages ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen."

Auch die ehemalige Geschäftsführerin Marianne M. Raven, die mit der Mädchen-Kampagne den Grundstein für den Welt-Mädchentag legte, freut sich über diesen großen Erfolg: "Ich habe jahrelang für die Wahrnehmung benachteiligter Mädchen und für ihre Rechte gekämpft. Anfangs wurde ich dafür belächelt. Nicht jeder hat mir geglaubt, was ich auf meinen Reisen zum Beispiel in Nepal oder Indien erlebt habe. Das hat mich noch bestärkt. Ich habe mich als Anwältin dieser Mädchen gesehen und zu vielen von ihnen engen Kontakt gehalten. Mit dem Welt-Mädchentag geht für mich ein Traum in Erfüllung: Endlich nimmt die ganze Welt am Schicksal der Mädchen teil. Es wird sich nun zeigen, dass Mädchen als vollwertige Mitglieder ihrer Gemeinschaft nicht nur für sich, sondern auch für ihre Familien und die ganze Gemeinde eine Verbesserung der Lebensumstände erreichen."

Senta Berger, die sich als Schirmfrau der Kampagne Because I am a Girl seit Jahren für die Rechte von Mädchen einsetzt, zählt zu den Initiatorinnen des Welt-Mädchentages: "Vernachlässigung, Schläge, Genitalverstümmelung – die Liste der Menschenrechtsverletzungen, die Mädchen widerfahren, ist lang", berichtet sie. "Seit 2003 kämpfen wir für mehr Chancengleichheit. Unser jahrelange Einsatz für mehr Aufmerksamkeit für die Belange von Mädchen hatte endlich Erfolg – das freut mich sehr."


Lesen Sie hier die Geschichte des Mädchentages.


Benachteiligung von Mädchen
Studien haben gezeigt, dass Mädchen von Geburt an Benachteiligungen und Diskriminierung ausgesetzt sind. In Entwicklungsländern sind es die Mädchen, die ein größeres Risiko haben, an Mangelernährung oder Hunger zu leiden oder krank zu werden. Mädchen haben vielfach geringere Chancen auf Bildung und darauf, einen Beruf zu erlernen. In vielen Entwicklungsländern heiratet eines von sieben Mädchen, bevor es 15 Jahre alt ist. Das sind 25.000 Mädchen im Teenageralter jeden Tag.


Starke Mädchen, starke Gesellschaften
Andererseits ist erwiesen, dass die Investition und Mädchen und junge Frauen überproportional positive Effekte in der Bekämpfung von Armut erzielt – nicht nur für die Mädchen selbst, sondern auch für ihre Familien und Gemeinden, sogar für ganze Gesellschaften. Mit jedem Jahr, das ein Mädchen länger zur Schule geht, wächst ihr späteres Einkommen um 10 bis 20 Prozent, ein wichtiger Punkt, um den Kreislauf von Armut zu durchbrechen.


Eingereicht wurde der Antrag bei den Vereinten Nationan von der Kanadischen Regierung. Die Forderung nach einem Mädchentag auf UN-Ebene wird seit September dieses Jahres auch von der deutschen Bundesregierung unterstützt. Lesen Sie hierzu die News vom 22. September.


Viele Mädchen und junge Frauen haben immer wieder einen solchen internationalen Aktionstag für die Rechte von Mädchen gefordert. Während einer UN-Veranstaltung im Februar 2011 sagte Lil Shira, eine junge Frau aus Kamerun: "Mädchen werden vernachlässigt, ausgegrenzt und diskriminiert – innerhalb ihrer eigenen Familien und von der Gesellschaft. Viele Mädchen wissen überhaupt nicht, welche Rechte sie haben. Durch den internationalen Mädchentag erfahren Mädchen mehr Respekt, mehr Anerkennung und die Wertschätzung ihrer Gesellschaft."


Sehen Sie das kurze Video "Der 11. Oktober ist Welt-Mädchentag"

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