Äthiopien
Wasser ist alles – Teil II Addis Abeba
Durch den Klimawandel sind in Äthiopien die Ernten unsicher. Das bekommen die Händler auf dem "Merkato" und letztlich die Menschen zu spüren, die auf dem größten Markt Afrikas in Addis Abeba einkaufen. Plan schult die Menschen in effizienten Anbaumethoden.Mehr Wasser – bald
Die Probleme der Region lösen kann Seyoum Getachew alleine nicht. Der Experte für Nahrungssicherung bei Plan Äthiopien aber weiß, wo die Lösungen zu finden sind: "Wir müssen sicherstellen, dass die Gemeindemitglieder mehr für den Export produzieren. Bestimmte Maissorten eignen sich gut für die Lagerung und können verkauft werden. Wir ermutigen die Bauern dazu, Kaffee anzubauen – ein Produkt, das mehr Einkommen abwirft als andere Anbauprodukte. Die Menschen brauchen Nahrung, aber sie müssen auch besser auf schwere Zeiten wie diese vorbereitet sein. Unsere Hauptstrategie lautet Diversifizierung."
Alle Pläne stehen und fallen mit der Wasserversorgung. Daher hat Plan "viele Brunnen in dieser Gegend gegraben. Sie werden für die Bewässerung nahegelegener Felder benutzt, hauptsächlich jedoch als Trinkwasserquelle", sagt der Plan-Mitarbeiter. "Zurzeit planen wir Bewässerungssysteme für vier bis fünf unserer Partnergemeinden. Sie sichern die stabile landwirtschaftliche Produktion in 300 bis 400 Haushalten. Wir müssen aber auch die Menschen darüber aufklären, wie sie sich auf schlechte Zeiten vorbereiten und Ressourcen anlegen können."
Die Zukunft Äthiopiens
Rund 250 Kilometer weiter nördlich in der Hauptstadt Addis Abeba handelt Dawit Bekele mit Agrarprodukten – und bekommt die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar an seinem Verkaufsstand zu spüren. Solange seine Erinnerung reicht, handelt er schon auf dem "Merkato", dem größten Markt Afrikas im Westen der pulsierenden äthiopischen Millionenmetropole.
Dawit bietet verschiedene Getreidesorten, Nüsse, Kräuter und Gewürze an. "Die schlimmen Ereignisse kamen alle zur gleichen Zeit", erklärt der Kaufmann. "Die Bauern konnten nicht genug produzieren, die Nahrungsmittel wurden teurer. Die Ernten fielen nämlich im letzten Jahr sehr schlecht aus. Daraus folgt, dass die Menschen weniger zu essen kaufen können. Sie können sich grundsätzlich nichts anderes als Lebensmittel leisten. Eine schlimme Situation für alle Menschen. Die Bauern verdienen weniger, ebenso die Händler auf dem Markt. Ich kann weniger Nahrungsmittel zum Verkauf anbieten, und die sind obendrein viel teurer geworden."
Und nach einer Pause setzt Dawit hinzu: "Die Zukunft Äthiopiens hängt von vielen Faktoren ab, vor allem aber vom Zugang zu Wasser. Das Beste wäre, wenn sich das Klima normalisieren würde."
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