Äthiopien, Kenia, Südsudan
Versorgungslage weiter kritisch
In den Medien wird kaum noch über die Not am Horn von Afrika berichtet, obwohl weiterhin Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind. In etlichen Regionen regnet es, die Versorgungslage bleibt aber kritisch.Nicht nur somalische Flüchtlinge in den Camps Dadaab und Dolo Ado, sondern auch viele Kleinbauern, Viehhüter und ihre Familien in Äthiopien, Kenia und Südsudan leiden unter den Folgen der langen Trockenheit. In den drei Ländern sind über neun Millionen Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen. Hunderttausende Kinder sind unterernährt, an Durchfall, Masern oder Lungenentzündung erkrankt.
Malaria in Zentral-Äthiopien
Dank der jüngsten Regenfälle hat sich die Versorgungslage in Äthiopien etwas entspannt, vor allem im Süden und Südosten. Im Zentrum des Landes wie im Bezirk Borena nehmen aber die Malariafälle zu. Plan leistet zurzeit Nothilfe in acht Provinzen und unterstützt über 500.000 Menschen – zusätzlich zu 700.000 Menschen, die mit den regulären Entwicklungs-Programmen des Kinderhilfswerks erreicht werden.
In Borena nahmen bereits über 4.000 Menschen an einem Ernährungsprogramm von Plan teil. In Shebedino werden zurzeit 1.580 und in Kembata Tembaro 1.537 unterernährte Kinder unter fünf Jahren mit therapeutischer Nahrung versorgt. Auch in Arsi und Waghemra werden proteinreiche Lebensmittel an Frauen mit Kindern ausgegeben. Zudem sind über 600 Gesundheits- und Ernährungshelfer geschult sowie Wasserkomitees gegründet worden. Nach der Soforthilfe wird Plan unterstützende Maßnahmen in den Bereichen Existenzsicherung, Kinderschutz, Gesundheit und Bildung in den Gemeinden durchführen.
Überschwemmungen in Kenia
In Kenia hat der lang ersehnte Regen auch Zerstörung gebracht. Überschwemmungen und Erdrutsche haben rund 80.000 Menschen obdachlos gemacht und behindern teilweise die humanitäre Hilfe. Besonders der Westen, Gebiete rund um den Viktoriasee, die Städte Nairobi und Isiolo sowie die Küste des Landes sind von starken Niederschlägen betroffen.
Plans Nothilfe hat in dem ostafrikanischen Land bereits 733.000 Menschen erreicht. Seit Beginn der Dürre verteilte Plan schon über 17 Millionen Mahlzeiten an Kinder und Mütter. In fünf Bezirken der Provinzen Eastern und Coast liefert Plan therapeutische Zusatznahrung und Wasser an Gesundheits- und Stabilisierungszentren, in denen unterernährte Kinder, Schwangere und stillende Mütter behandelt werden. Schulen und Einrichtungen zur frühkindlichen Förderung werden mit Lebensmitteln versorgt. Darüber hinaus sind Maßnahmen zur Wasserversorgung sowie Sanitär- und Hygieneprogramme geplant.
Nothilfe im jüngsten Staat der Welt
In Südsudan beeinträchtigen Luftangriffe und Bodenkämpfe an der Grenze zum Nachbarland Sudan die Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Die schon jetzt sehr hohen Preise für Grundnahrungsmittel werden voraussichtlich weiter steigen und die Nahrungskrise verschärfen.
Plan unterstützt mit seiner Nothilfe Kinder und Familien in den Bundesstaaten Zentral- und Ost-Äquatoria, Northern Bahr el Ghazal, Lakes und Jonglei. Ein Großteil der Familien gehört Rückkehrergemeinden an oder lebt in Gebieten, deren Ressourcen durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Rückkehrern besonders belastet sind. Die humanitäre Hilfe umfasst Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung und landwirtschaftlichen Produktion, Sanitär- und Hygieneprogramme, Nahrungsmittelhilfe, Schulungen zum Thema Kinderschutz und Gewaltprävention sowie die Ausgabe von Schulmahlzeiten und Lehrmaterialien.
Jede Spende hilft, Leben zu retten
Plan bittet um Spenden für seine Hilfe in Ostafrika*:
Plan International Deutschland e.V.
Konto-Nr. 9444944
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 25120510
Stichwort: Dürre Ostafrika
Oder spenden Sie ganz einfach online.*
Natürlich können Sie auch durch die Übernahme einer Patenschaft in Südsudan, Kenia oder Äthiopien die Lebensumstände von Kindern in den betroffenen Gebieten der Hungersnot verbessern helfen.
Pateninformation
Zurzeit liegen uns auch keine Informationen darüber vor, ob Patenkinder oder die Familien direkt betroffen sind. Sollten uns andere Nachrichten erreichen, wenden wir uns an die Patinnen und Paten.
20 Millionen US-Dollar
Plan International stellt insgesamt 20 Millionen US-Dollar für seine Nothilfe in Äthiopien, Kenia und Südsudan bereit. Zudem hat das Kinderhilfswerk schon vor der Krise Familien in seinen Programmgebieten bei der Produktion von Nahrungsmitteln und bei der Fütterung ihres Viehs unterstützt. Wegen der schweren Dürre hat Plan seine Nothilfe auch auf neue Regionen ausgedehnt, die bisher nicht von der internationalen Hilfe erreicht wurden.
Kinder und Mütter im Fokus
Priorität hat bei der humanitären Hilfe von Plan immer die Versorgung von Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern. Sie sind in der jetzigen Lage besonders gefährdet, da sie einen erhöhten Bedarf an vitamin- und nährstoffreicher Nahrung haben und ihr Immunsystem häufig lebensgefährlich geschwächt ist.
Nachhaltige Hilfe
Plan achtet besonders auf die Nachhaltigkeit seiner Programme. In der Übergangshilfe und zur langfristigen Katastrophenprävention werden deshalb landwirtschaftliches Gerät und dürreresistentes Saatgut für Kleinbauernfamilien bereitgestellt. Schulungen in klimaangepassten Anbaumethoden, der Bau und die Sanierung von Brunnen, Wasserleitungen und Zisternen sollen die langfristige Versorgung sichern. In allen Programmgebieten führt Plan Wasser- und Sanitärprogramme durch, schult Kinder und Erwachsene in Gesundheitsvorsorge und Hygiene. Kampagnen zur Sensibilisierung für Kinderrechte, Kinderschutz und Gewaltprävention runden die Maßnahmen ab.
* Sollte es zu Mehreinnahmen kommen, werden diese Mittel für andere, dringende Nothilfe-Projekte verwendet.




