15.10.2008

Ghana

Tilapia-Buntbarsche gegen Malaria

Ein pfiffiges Ernährungsprojekt im Nordwesten Ghanas löst gleich mehrere Probleme auf einen Schlag: die Zahl der mangelernährten Kinder ist gesunken. Gleichzeitig wird Malariaprophylaxe betrieben, denn die Fische fressen Moskitolarven.

In acht Gemeinden im Sissala West Distrikt in der Upper West Region wurden Dämme gebuat und kleine Stauseen angelgt, in denen 825.000 Tilapia, eine Gattung der Buntbarsche, ausgesetzt wurden. Das besondere an den Fischen: Sie ernähren sich von den Larven der Moskito-Mücken, die Malaria übertragen. Gleichzeitig sind die vermehrungsfreudigen Fische ein sehr wertvoller Eiweißlieferant für die Familien in dem Plan-Programmgebiet.

Das Projekt wurde ins Leben gerufen, nachdem eine Studie 2003 ergeben hatte, dass ein Viertel der Kinder in dieser Region untergewichtig war - doppelt so viele, wie in der Hauptstadt Accra. 

 

Gemeinden nutzen Seen eigenverantwortlich

Die Nutzung der Seen wird von den Gemeinden selbst organisiert. An einigen Orten zahlen die Fischer eine Gebühr an den Wassernutzungsverband, der die Seen treuhänderisch verwaltet. Die Fischer leisten entweder einen festen jährlichen Betrag als Nutzungsgebühr oder geben einen Anteil jedes Fangs an den Wassernutzungsverband ab. Dieser Anteil wird dann verkauft und die Einnahmen fließen an den Verband.

Ökologisches Gleichgewicht der Seen erhalten

Plan Ghana finanziert ein Programm, das eine Überfischung der Seen verhindern soll. Ab dem nächsten Jahr werden die Fischer von Vertretern des Fischereiministeriums geschult, um sicherzustellen, dass die Größe des Fischbestands nicht unter einen kritischen Punkt schrumpft.

Bei der Schulung lernen die Fischer auch, wie sie Netze auswerfen und reparieren können und wie Fische weiterverarbeitet und gelagert werden. Ein weiterer wichtiger Inhalt der Schulung ist die Fütterung der Fische, damit sie schneller wachsen und gesund bleiben und die Seen einen maximalen Fischbestand aufnehmen können. Es wird sichergestellt, dass das Fischfutter das Wasser nicht belastet, damit die Seen weiterhin für die Bewässerung der nahe gelegenen Felder genutzt werden können.

 

Kinder angeln begeistert mit

Die Tilapia-Buntbarsche werden in Korbfallen und mit Angelschnüren gefangen. Vor allem Jungen zwischen zehn und 18 Jahren sind durch das Projekt zu begeisterten Anglern geworden: "Ich bringe meiner Familie jetzt immer Fisch nach Hause, damit die ganze Familie ihn essen kann", erzählt der elfjährige Kadir Balu von der Buoti-Grundschule.

Darüber hinaus ist geplant, die Seen zu einer Touristenattraktion zu machen. Besucher sollen sich dort Angelschnüre ausleihen und einige Spezialitäten der Region probieren können - oder einfach nur die schöne Aussicht genießen.

Maßnahmen zur Ernährungssicherung

Um den Kreislauf der Armut und des Hungers zu durchbrechen, führt Plan in seinen Programmländern ineinandergreifende Maßnahmen durch. Im Zentrum steht Plans Ansatz der Partizipation und der Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit den Bewohnern werden die Maßnahmen geplant, auf Machbarkeit geprüft und umgesetzt. Bei der Ernährungssicherheit werden etwa besonders ertragreiche oder widerstandsfähige Sorten getestet. Die für bestimmte Regionen am besten geeigenten Pflanzen oder tiere werden anschließend bevorzugt angebaut oder gezüchtet. Die Menschen erhalten Know-how und die notwendigen Mittel, um sich dauerhaft selbst versorgen zu können.

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