24.06.2010

International

Appell zum G8-Gipfel in Kanada

Die deutsche Regierung muss trotz Sparpaket und Wirtschaftskrise beim G8-Gipfel in Kanada dringend mehr Geld für die Gesundheit von Müttern und Kindern bereitstellen. Dies fordern mehrere Hilfsorganisationen, darunter auch Plan.

Vom 25. bis 27. Juni findet im kanadischen Huntsville das diesjährige Treffen der Regierungschefs der Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Russland und den USA statt. Gastgeber Kanada will dem Thema Kinder- und Müttergesundheit auf diesem G8-Gipfel einen hohen Stellenwert einräumen und eine neue Initiative zur Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit verabschieden.

 

Appell an Bundeskanzlerin
Plan Deutschland fordert gemeinsam mit CARE Deutschland-Luxemburg, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Save the Children, World Vision, Terre des Hommes und action medeor, dass die deutsche Regierung durch klare politische und finanzielle Zusagen eine wegweisende Vorreiterrolle übernimmt. Bundeskanzlerin Merkel soll die internationalen Gipfel in diesem Jahr nutzen, um dem Menschenrecht auf Gesundheit die angemessene Bedeutung und Anerkennung entgegenzubringen.

 

Zusagen einhalten
Die G8-Staaten hatten sich 2005 in Gleneagles darauf geeinigt, die Entwicklungshilfe jährlich um 50 Milliarden US-Dollar bis 2010 aufzustocken. Doch diese Vorgabe konnten sie bisher nicht erfüllen – auch Deutschland trägt zu den Finanzierungslücken bei. 2010 wird die Bundesregierung  nur 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe bereitstellen, zugesagt waren 0,51 Prozent. Auf dem G8-Gipfel sollten deshalb die Zusagen zur Entwicklungsfinanzierung bestätigt und ein zeitgebundener Finanzierungsplan entwickelt werden.

 

Hohe Kinder- und Müttersterblichkeit
Die gesundheitsbezogenen Millenniums-Entwicklungsziele – Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel (MDG 4) und Senkung der Müttersterblichkeit um drei Viertel bis 2015 (MDG 5) bis 2015 - sind wesentliche Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der anderen Entwicklungsziele. Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 300.000 Frauen während Schwangerschaft und Geburt, fast acht Millionen Kinder erleben ihren fünften Geburtstag nicht. Fehlende Familienplanung, schlechte Gesundheitsversorgung, unzureichende Aufklärung über Hygiene und Ernährung haben oft tödliche Folgen.

 

Website "Just a minute"
Wie wichtig es ist, jetzt etwas gegen die hohe Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern zu tun, zeigt die von Plan eingerichtete Website des Bündnisses "Action for Global Health" zum Millenniums-Entwicklungsziel 5. Umfassende Informationen in fünf Sprachen sowie das Memory-Spiel "Just a minute" rufen zum Handeln auf.

 

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