Philippinen
Sharmaine pflanzt Mangroven
Im Herzen der Visayas liegt die kleine philippinische Inselgruppe Camotes Islands. Hier engagieren sich von Plan geschulte Jugendliche in ihrer Freizeit für den Klimaschutz. In ihrer Freizeit und in den Ferien pflanzen sie geschädigte Mangrovenwälder wieder auf.Unmittelbar hinter der 44.000 Einwohnerstadt Stadt San Francisco beginnt eine schmale Landbrücke, welche die beiden Inseln Pacijan und Poro miteinander verbindet. Sie ist die verwundbarste Stelle der Camotes. Es ist Ebbe und die Wurzeln der schützenden Mangroven ragen über einen Meter aus dem schlammigen Wasser heraus. Rund 175 Hektar dieser an das Salzwasser angepassten Tropenpflanze wurden in der Vergangenheit von Stürmen zerstört – oder illegal gefällt. Als Feuer- und Bauholz sowie als Futter für die Tiere.
Teguis Kindergruppe
In einem Holzhaus auf Stelzen haben sich Sharmaine sowie 15 weitere Kinder und Jugendliche der "Teguis Kindergruppe für aktiven Umweltschutz" versammelt. Plan-Katastrophenschutzexperten haben die Mädchen und Jungen über die ökologische Bedeutung der Mangroven aufgeklärt und ihnen Ausrüstung sowie ein Stelzenhaus für die Arbeit bei der Wiederaufforstung zur Verfügung gestellt. Mindestens einmal im Monat kommt Sharmaine hierher, um mit anderen Kindern und Jugendlichen Mangroven zu pflanzen und den natürlichen Küstenschutzgürtel ihrer Insel zu stärken. Seit ihrer Gründung 2008 leitet Sharmaine die Teguis Kindergruppe. Sie weiß besser über Klimawandel Bescheid, als manch ein Erwachsener.
Mit Tüten voller Keimlinge macht Sharmaine sich zusammen mir anderen Kindern auf den Weg in die Mangroven. Knietief sinken sie in den Schlamm ein und kämpfen sich mühsam bis zu der Stelle vor, wo sie bei ihrer letzten Pflanzaktion aufgehört hatten. Ein Zaun aus Bambuslatten mit Nylonschnüren markiert den frisch aufgeforsteten Bereich. Die Kinder legen ihre Badelatschen ab und stellen sich barfüßig in einer langen Reihe auf. Gemma, die Vorsitzende der örtlichen Fischereivereinigung, gibt das Kommando. Fast synchron schreiten die jungen Umweltschützer mit dem rechten Fuß vor, bücken sich nach unten und stecken jeweils einen 25 Zentimeter langen pfeilförmigen Mangrovenkeimling in den Schlamm, dann ziehen sie mit dem linken Fuß nach und pflanzen die nächste Reihe. Noch ein Schritt, noch ein Keimling – bis alle mitgebrachten Pflanzen aufgebraucht sind.
Verpflichtung zum Klimaschutz
Zwei Kinder haben ein selbst bemaltes großes Holzschild mitgebracht: „Pahibalo, Ginadili ang Pagpamutol ug Namhaw!“, steht darauf: "Warnung! Abholzen von Mangroven ist verboten!" Sie bauen es an einen großen Baum, gut sichtbar für mögliche Eindringlinge. In der brennenden Sonne geht es zurück zum Stelzenhaus, wo die Plan-Mitarbeiter Frühstück für die Kinder vorbereitet haben. Sharmaine lacht: "Ja, wir werden beim Pflanzen von Mücken zerstochen und sehen hinterher schlammverschmiert aus, aber das macht nichts. Wir müssen unsere Insel schützen. Sie ist doch unsere Zukunft." Und wie zum Beweis taucht sie ihre Hand in das Schlickwasser und zieht sie vorsichtig wieder raus. In dem Wasser auf ihrer Handfläche schwimmen zwei winzige Kalmare und drei Jungfische: "Seht ihr, durch die Mangroven finden sie wieder Laichplätze und können sich vermehren. Außerdem sind sie sehr gute Wellenbrecher und schützen uns vor Stürmen."
Mangroven sind unerlässlich, um die Camotes Inseln vor Taifunen und Überflutungen zu schützen. Studien haben gezeigt, dass die tropischen Pflanzen bis zu 90 Prozent der Wucht der Stürme absorbieren können. In ihren knorrigen Wurzeln sammeln sich Sedimente, die die Flutwellen brechen und so die Errosion der Ufer verhindern. Mangroven können zudem viel schädliches Kohlendioxyd aufnehmen. Bis zu 0,35 Kilo CO2 absorbiert eine Pflanze pro Jahr. 65 Hektar Mangroven wurden seit 2008 allein in der Provinz Cebu aufgeforstet. Auf einen Hektar müssen in mühsamer Handarbeit rund 1.000 Setzlinge gepflanzt werden.
Über Plan ist Sharmaine seit der Grundschule in Kinderrechtsgruppen aktiv. Die 18-jährige Studentin der "Cebu Technological University" in San Francisco kann stolz sein: Als einzige Jugendbotschafterin der Camotes Inseln war sie vor zwei Jahren in Cebu-Stadt auf dem Festland, wo alle Bürgermeister der Provinz die Kampagne der Vereinten Nationen (UN) „Macht unsere Städte belastbar für das Klima“ unterzeichneten. Sharmaine hielt eine bewegende Rede und appellierte eindringlich an die 51 Bürgermeister und Vizebürgermeister, Kinder und Jugendliche in die Katastrophenschutz-Maßnahmen einzubeziehen. Und genau dieses Anliegen unterstützt Plan mit seiner Projektarbeit.
Sharmaine forstet nicht nur Mangroven wieder auf. Sie und die andern Kinder säubern ihre Küsten regelmäßig von Müll. Sie diskutieren mit Erwachsenen die Folgen des Klimawandelns, erstellen in ihrer Freizeit Plakate und anderes Informationsmaterial, um über nachhaltigen Küstenschutz aufzuklären.
Sehen Sie Kurzfilme über die engagierten Kinder-Klimaschützer auf den Camotes Inseln.
Bilderstrecke zu den Klimaschutzaktivitäten auf den Camotes Inseln.




