09.07.2010

Haiti

Sechs Monate nach dem Beben

Als das Erdbeben am 12. Januar Haiti erschütterte, leitete Plan umgehend Hilfsmaßnahmen ein und versorgte die Menschen mit Lebensmitteln und Wasser. Was seither von Plan erreicht wurde, beschreibt Roger Yates, Koordinator für humanitäre Hilfe.

Plan arbeitet seit 1973 in Haiti. Zurzeit betreuen rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 42.000 Patenkinder und ihre Familien in mehr als 100 Partnergemeinden.

 

Roger Yates, Plan-Koordinator für humanitäre Hilfe, dokumentiert mit einer Fotoserie die Arbeit des Kinderhilfswerks in Haiti nach dem Beben. Die Maßnahmen konzentrierten sich zunächst auf die Sofort- und Übergangshilfe. Danach bestimmte der Kinderschutz und Wiederaufbau des Bildungssystems den Schwerpunkt der Arbeit. Ziel war es, die Kinder so schnell wie möglich wieder in die Schulen zu bekommen und Familien eine Existenzgrundlage zu geben.

 

Sofort- und Übergangshilfe
In den ersten sechs Monaten nach dem Beben hat Plan Notunterkünfte für insgesamt 39.000 obdachlose Menschen in Haiti geschaffen und sie mit Hilfsgütern, Wasser und Lebensmitteln versorgt. Für die Mädchen und Jungen wurden 30 kinder-freundliche Schutzzonen in diesen 44 Zeltstädten eingerichtet. Dort können sie spielen und sind vor Entführungen, Kinderhandel und Missbrauch geschützt. Gleichzeitig werden die Eltern entlastet, die sich ein neues Leben aufbauen müssen.

 

Gesundheit und "Cash for Work"
Dank der Plan-Hilfe gibt es 112 mobile Kliniken in Haiti und 25.000 Kinder konnten bisher gegen Krankheiten wie Masern, Diphtherie und Tetanus geimpft werden. Über das Programm "Cash for Work" fanden 11.800 Menschen Arbeit. Die 5 US-Dollar pro Tag, die sie  beim Freiräumen von Straßen, Instandsetzen von Wasserleitungen und anderen dringenden Arbeiten verdienen, verbessern sie die Situation der eigenen Familie und kurbeln auch die einheimische Wirtschaft an.

 

Plan-Kampagne "Back to School"
Plan unterstützt das Erziehungsministerium Haitis und die UN-Koordinierung maßgeblich beim Wiederaufbau und der Neuorganisation des Bildungswesens. So hat das Team vor Ort bisher 150 provisorische Klassenräume eingerichtet, Verträge für weitere 144 Zeltschulen wurden geschlossen.

 

Mit der Radio- und Plakatkampagne "Back to School" (Zurück in die Schule) wurden Eltern und Kinder auf die Wichtigkeit des Schulbesuchs hingewiesen. Darüber hinaus stellt Plan Schulmaterial zur Verfügung, rekrutiert Lehrpersonal und organisiert Schulungen für Lehrkräfte, Schulleiter und Verwaltungspersonal. Durch das Erdbeben wurden rund 5.000 Schulen im Westen und Südwesten des Karibikstaates zerstört, mehr als 300 Lehrerinnen und Lehrer starben.

 

Detaillierte Informationen zur Hilfe von Plan in Haiti finden Sie auch im neuesten Bericht "Plan in Haiti - 6 Monate nach dem Erdbeben" in unserer Rubrik "Haiti Special".