04.04.2011

Kolumbien

Schutz vor Gewalt

In einigen Landesteilen Kolumbiens herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Unter den Flüchtlingen erfährt jede zweite Frau Gewalt. Plan und die Europäische Union führen ein Projekt zum Schutz von Frauen und Mädchen durch.

Frauen, die in Ländern leben, in denen bewaffnete Konflikte ausgetragen werden, sind in ihrem täglichen Leben besonderen Risiken und Gefahren ausgesetzt. So auch in Kolumbien, wo seit Jahren in einigen Landesteilen ein Bürgerkrieg herrscht. Daten der UN zeigen, dass im Jahr 2008 52 Prozent der Flüchtlingsfrauen in der Region Chocó Opfer von Gewalt wurden. Jede zweite Frau. 36 Prozent wurden zu sexuellen Handlungen mit Fremden gezwungen.

Plan führt mit Finanzierung der Europäischen Union ein Projekt in Chocó in Kolumbien durch, das sich an interne Vertriebene richtet, die besonders von sexueller und politisch motivierter Gewalt gefährdet sind. Ziel ist es, das Risiko zu reduzieren und den Gemeinden dabei zu helfen, Frauen und Mädchen vor den Gefahren zu schützen.

Gemeinden stärken
Familien und Gemeindevorsteher, Schülerinnen, Schüler und Lehrer sowie Mitarbeiter staatlicher Institutionen werden in Workshops zum Thema sexuelle Gewalt sensibilisiert. Sie lernen die Hintergründe kennen, die zur besonderen Gefahr für Frauen und Mädchen führen und eignen sich Präventionsstrategien für die Verhinderung sexueller Gewalt an.

Plan greift auch die schon vorhandenen Strukturen in den Gemeinden auf und stärkt sie in ihrer Arbeit. So werden 15 Gemeindeorganisationen mit Trainings professionell ausgebildet und in ihrer Arbeit begleitet, damit sie Frauen, die sich an sie wenden, eine bessere Unterstützung bieten können. Die Gemeindeorganisationen werden außerdem darin gestärkt, eigenständig Initiativen zur Prävention von Gewalt in den Gemeinden durchzuführen.

Insgesamt werden über das Projekt 1.630 Menschen erreicht, darunter 200 Familien mit insgesamt über 1.000 Familienmitgliedern, 100 Gemeindevorsteher, 100 Schülerinnen und 70 Schüler, 200 Mitglieder von Schutzorganisationen und 100 Lehrer. Das Projekt startete im Juni 2010 und wird im Juni 2011 beendet. Die Europäische Kommission finanziert 227.383 Euro und Plan steuert 56.846 Euro bei.

 

 

 

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