11.07.2011

International

Sauberes Wasser, gesunde Kinder

Etwa eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser und etwa 2,4 Milliarden Menschen leben ohne sanitäre Versorgung. Das wirkt sich auf die Gesundheit der Bevölkerung aus. Plan trägt dazu bei, dass vor allem Kinder ihr Recht auf sauberes Wasser und ein hygienisches Umfeld wahrnehmen können. Teil IV der Serie.

Plan unterstützt das Millenniums-Entwicklungsziel 7 – Schutz der Umwelt. Wasser ist ein unverzichtbares Lebensmittel – doch in vielen Ländern ist sauberes Wasser Mangelware. So müssen beispielsweise in ländlichen Gebieten Afrikas weite Wege zurückgelegt werden, um die Haushalte mit der wertvollen Ressource zu versorgen. Meist ist es die Aufgabe von Mädchen und Frauen, die schweren Krüge zu transportieren – teilweise über viele Kilometer. Unterwegs drohen ihnen Gefahren durch gewaltsame Überfälle. Um das zu vermeiden und die Versorgungslage in den Dörfern zu verbessern, hat Plan mit den Gemeindemitgliedern Brunnen eingerichtet, etwa in Äthiopien oder Guinea.

Gründe für Wassermangel
Die Auswirkungen des Klimawandels haben weiterreichende Folgen für die weltweite Wasserversorgung: Flüsse und Wasserquellen versiegen. Durch Dürre, aber auch intensive Landwirtschaft sinkt der Grundwasserspiegel, etwa im indischen Rajasthan. Extreme Niederschläge lösen wiederum Überschwemmungen aus, die Quellen verschmutzen können. Besonders in Städten stellt die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser die Verwaltungen vor große Herausforderungen: In vielen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas wachsen die Metropolen explosionsartig. Die zunehmende Abwanderung in Städte lässt Slums entstehen – ohne eine geregelte Wasser- und Abwasserversorgung. Vor allem die Gesundheit der Kinder ist in so einer Umgebung gefährdet.

Gesunde Umwelt durch Eigenverantwortung
Täglich sterben 4.000 Säuglinge und Kleinkinder an vermeidbaren Krankheiten, die sich durch das Wasser ausbreiten, wie Durchfall oder Malaria. Plan hilft den Gemeinden dabei, diese Verhältnisse zu verbessern. In Komitees wird zum Beispiel über die Ursachen der Probleme gesprochen – und an Lösungen gearbeitet. In vielen Fällen wissen die betroffenen Menschen nicht, dass lokale Regierungen für die Bereitstellung einer sanitären Basisversorgung verantwortlich sind.

Beispiel Sudan: 9.000 Familien in der Gemeinde Wad Shamam mussten ohne sauberes Wasser auskommen. Plan sammelte die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner und koordinierte das weitere Vorgehen in einem Bürgerkomitee. Schnell wurde den Menschen deutlich, welche Rechte sie haben – und handelten erfolgreich mit den Behörden den Bau einer Wasserleitung aus. Die Ressource fließt nun vom Weißen Nil zu öffentlichen Brunnen sowie in Filteranlagen und Reservoirs.

Plan unterstützt den Bau von Brunnen, Wasserleitungen oder -tanks. Vor allem bezieht das Kinderhilfswerk die Bevölkerung ein, um die Nachhaltigkeit der Projekte zu sichern. Die Menschen übernehmen selbst die Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen und kümmern sich um die Wartung der Anlagen. Das fördert die Langlebigkeit der Wasserprojekte. Bei der Zusammensetzung der Wasserkomitees achtet Plan darauf, dass Männer und Frauen gleich stark vertreten sind. Und auch die Mädchen und Jungen sind beteiligt.

Ende der öffentlichen Defäkation
Die Ausbreitung von Krankheitserregern und schlechte hygienische Standards haben meist natürliche Ursachen: Die Bewohner verrichten ihre Notdurft unter freiem Himmel, wenn es keine Latrinen gibt, und sorgen selbst für eine Verunreinigung des Trinkwassers. Einfache Hygieneregeln – wie Händewaschen oder das Abkochen von Wasser – sind oft unbekannt. Das hat fatale Folgen insbesondere für die Kinder. Plan fördert weltweit den Bau von Latrinen. Hygieneschulungen sind weitere zentrale Bestandteile der Arbeit. Dabei hat sich eine Methode bewährt, die sogenannte "Community Led Total Sanitation" (CLTS).

In Kursen werden die Bewohner über die Folgen von fehlenden sanitären Anlagen informiert. Im nächsten Schritt unterstützt Plan die Bewohner dabei, Toiletten zu bauen – und für sauberes Trinkwasser zu sorgen. Eltern und Kinder kümmern sich anschließend um die Verbesserung der Situation in den Gemeinden, indem sie die Maßnahmen weiterführen.

Zwischen Juli 2009 und Juni 2010 haben in den Plan-Programmgebieten mehr als 90.880 Haushalte ihre sanitäre Situation auf diese Weise verbessert. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass Mädchen und Frauen nicht mehr gezwungen sind, ungeschützt ihre Notdurft verrichten zu müssen. Nach beachtlichen Erfolgen mit der CLTS-Methode in den Plan-Programmgebieten haben Regierungen diesen Ansatz übernommen, zum Beispiel in Bangladesch und Nepal, um der Bedeutung von Wasser als wichtigem Lebensmittel gerecht zu werden.

Latrinenbau fördert Bildung
Ähnlich wird auch in den Schulen vorgegangen. Plan will diese zu sicheren und sauberen Orten machen. Dazu gehört beispielsweise eine regelmäßige Versorgung mit Trinkwasser; Mädchen und Jungen sollten zudem getrennte Toiletten haben. Der Mangel daran hält in vielen Regionen Mädchen davon ab, am Unterricht teilzunehmen. Schlechte hygienische Bedingungen und Wassermangel in den Schulen können zu einem schlechteren Bildungsgrad der Bevölkerung führen. Wasser ist also unverzichtbar, um die Situation in Plans Partnerländern zu verbessern.

Die sechs Arbeitsfelder von Plan

In sechs Folgen informiert Plan über seine wichtigen Arbeitsschwerpunkte:

 

1. Bildung – Gute Bildungschancen für alle
2. Gesundheit – Gesunde Kinder sind starke Kinder

3. Familienplanung und -beratung – Aufklärung ist lebenswichtig 

4. Wasser und Umwelt – Sauberes Wasser, gesunde Kinder
5. Einkommenssicherung – Einkommen für eine bessere Zukunft
6. Katastrophenhilfe – rettet Leben

 

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