Ecuador
San Roque Straßenkinder-Projekt
Das Leben von Mädchen und Jungen ohne festen Wohnsitz ist gefährlich. Sie können ausgebeutet und missbraucht werden. Die Straßenkinder ethnischer Minderheiten sind besonders gefährdet. Oft sprechen sie die Amtssprachen nicht und haben keine Geburtsregistrierung. Plan hat ein Bildungsprojekt gestartet, um ihnen zu helfen.Anlass für die Initiative von Plan Ecuador waren die Aktivitäten gegen Kinderarbeit. Statt täglich zu arbeiten sollen die Mädchen und Jungen auch von ethnischen Minderheiten eine Grundbildung bekommen – mit der sie die Aussicht auf einen besser bezahlten Beruf erhöhen.
Mit dem San Roque-Projekt südlich der Haupt- stadt Quito spricht Plan vor allem indigene Familien an. Auf der Suche nach Arbeit und einem Einkommen wandern sie oft aus ländlichen Gebieten in die Ballungszentren des südamerikanischen Landes – und geraten dort in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.
Bildung und Schutz
Sobald die Eltern zur Arbeit gehen, sind ihre Kinder meist unbeaufsichtigt unterwegs. Kleine Aushilfsjobs – etwa als Straßenverkäufer – bringen ihnen jedoch nur minimale Verdienste.
Allein in Quito sind etwa 2.200 Kinder als Fliegende Händler unterwegs. Plan gibt ihnen alternativ die Möglichkeit, trotz ethnischer und sprachlicher Barrieren in der Nähe der Arbeitsplätze ihrer Eltern eine Schule zu besuchen.
Das "Interkulturelle Bildungszentrum", mit dem Plan kooperiert, bietet den Mädchen und Jungen zweisprachigen Unterricht an: Die Stunden werden auf Spanisch und Quechua abgehalten, der indigenen Sprachgruppe der meisten Andenbewohner. So erhalten die Kinder die Möglichkeit, eine Grundbildung auch weitab ihrer ursprünglichen Lebensräume zu bekommen. In einem Kindergarten werden parallel die Jüngsten betreut.
Marcia, eine Drittklässlerin im Plan-Projekt, sagt: "Ich will, dass Kinder nicht arbeiten müssen. Ich will, dass sie lernen, weil es wichtig ist, lesen zu können – so wie ich es jetzt kann."
Hilfe für Randgruppen
Indigene Familien und ihre Kinder werden häufig diskriminiert. Ihre Sprachen und Kultur sind selten geachtet, was den Zugang zu Bildung, Schulen und Arbeitsplätzen erschwert. Der angehängte englischsprachige Kurzfilm zeigt, wie die Situation indigener Volksgruppen in Quito aussieht und wie Plan ihnen in der Nähe des San Roque-Markt hilft:




