Peru
Reise nach Peru - ein persönlicher Reisebericht
Im Oktober vergangenen Jahres unternahm Kathrin Hartkopf mit einer Gruppe von Stiftern eine Projektreise nach Peru. Für die Leiterin des Plan-Stiftungszentrums war die Reise ins Andenland auch eine Reise in die Vergangenheit. Lesen Sie hier ihren persönlichen Bericht.Genau 20 Jahre ist es her, dass ich zum letzen Mal in Peru war. Damals tobte ein blutiger Bürgerkrieg. Nun bin ich also wieder hier und werde mit Stiftern und peruanischen Kollegen acht Tage lang Projekte im Gebiet um die Stadt Piura und im Hochland rund um die berühmte Hauptstadt des Inkareiches Cuzco besuchen. Außerdem stehen Projektbesuche in den Slumgebieten von Lima auf dem Plan.
An der Küste – Plan-Projektgebiet in Piura
Rund eineinhalb Flugstunden nördlich von Lima liegen die Stadt Piura und das gleichnamige Programmgebiet. Die Landschaft gleicht einer Wüste. Nur mithilfe künstlicher Bewässerung ist die Gegend landwirtschaftlich nutzbar. Armut und hohe Arbeitslosigkeit herrscht vor. Es ist gerade Frühling und die Tagestemperaturen klettern bis auf 30 Grad Celcius.
Wir besuchen mehrere Gemeinden. Die Menschen leben in einfachen Behausungen, aus dem Nichts entstanden, meist auf illegal in Besitz genommener Fläche. In allen Gemeinden waren vor einigen Jahren Brunnen gebohrt worden. Ein Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Bewohnern, örtlicher Regierung und Plan International. Viele Familien verfügen mittlerweile über eigene Wasseranschlüsse und sogar über Toiletten mit Sickergrube.
Die Bildungssituation in der Region ist kritisch. Viele Kinder brechen die Schule bereits nach der 6. Klasse ab – selbst einfache Ausbildungen werden nur von den Wenigsten in Angriff genommen. Dieser Missstand betrifft vor allem die Mädchen, wie beispielsweise Erika. Sie ist mittlerweile fast 18 Jahre alt und hat mit zwölf zum letzten Mal regelmäßig eine Schule besucht. Erika hat erkannt, dass sie ohne einen Abschluss kaum eine Chance auf ein geregeltes Einkommen hat. Seit sie im Hühnerzuchtprojekt des dorfansässigen Frauenkomitees mitmacht, verdient sie für den Familienunterhalt dazu.
Im Hochland – Plan-Projektgebiet Cuzco
Vier Tage verbringen wir in Cuzco. Auf über 3.400 Meter Höhe liegt die Stadt, atemberaubend im wahrsten Sinne. Wir müssen uns erst einmal an die Höhe gewöhnen, bevor wir uns auf knapp 4.000 Metern in den Gemeinden Ccaccacollo (Quechua für der "runde Stein") und LLaquepata mit Jugendlichen treffen. Auf dem Versammlungs- bzw. Marktplatz gibt es einige einfache Marktstände, meist mit typischen Webwaren der Region. Die Jugendlichen aus dem Projekt erwarten uns bereits in traditioneller bunter Tracht. Wir werden zu einem Imbiss eingeladen: Cuy con Choclo y Papa – Meerschweinchen mit Mais und Kartoffeln.
Von den Jugendlichen erfahren wir, dass Plan viel im Bereich Gesundheit und Ernährung bewirkt. Zahlreiche Häuser verfügen über direkten Wasseranschluss und eigene Latrinen – die blau gestrichenen WC-Häuschen sieht man fast überall an den Hängen. Besonders beeindruckend finde ich die Ergebnisse des Schulentwicklungsprogramms. Wir treffen Lehrer, die nach Fortbildungen in modernem Unterricht hoch motiviert zur Schule gehen. Und Schüler, die uns voller Stolz ihre Schule in Tambo Real zeigen. Denn sie gestalten sie jetzt aktiv mit, werden ernst genommen und lernen in einer kinderfreundlichen und –sicheren Umgebung. Auch das Lehrmaterial befindet sich auf dem neuesten Stand. Körperliche Bestrafung gehört der Vergangenheit an. Theater- und Musikgruppen sowie ein Gemüsegarten runden das Schulprojekt ab. Die meisten Mädchen und Jungen haben bereits die Vor- und Grundschule besucht, die Plan in ihrer Gemeinde gebaut hat.
Hauptstadt Lima – Plan-Projekte in den Außenbezirken
Am letzten Tag besuchen wir einige Projekte in Ventanilla, einem Viertel im Slumgebiet von Lima. Die meisten Menschen hier sind Tagelöhner. Plan konzentriert sich auf frühkindliche Förderung, Einkommenssicherung und Mikrofinanz. Wir besuchen einige kleine Ladengeschäfte von Frauen, die an Mikrofinanzprojekten von Plan teilgenommen haben. Heute können sie von ihrem Verdienst leben. Neben vielen positiven Veränderungen gibt es aber auch immer Rückschläge. So gehörte Ventanilla Anfang 2010 zu den Notstandsgebieten nach einem extremen Kälteeinbruch.
Hasta luego Peru – wir sehen uns wieder
Acht Tage Projektreise vergingen wie im Fluge – viele Eindrücke nehmen wir mit nach Hause, auch Bewunderung für das große Engagement der Plan-Kollegen vor Ort. Sie stehen vor großen Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Neben der schwierigen Ernährungs- und Einkommenssituation verschärft der Klimawandel die Armut und macht erreichte Erfolge zunichte. Anfang 2011 erhielten wir für das Programmgebiet Piura einen Projektvorschlag, um Einkommenssicherung weiter auszubauen. Wir freuen uns, dass die Stiftung Siegmann das Projekt maßgeblich fördern wird. Und ich bin mir sicher, dass Erika und die anderen Jugendlichen in eine noch bessere Zukunft schauen werden.
Den kompletten Bericht lesen Sie in der aktuellen Stifterpost.
Eine eigene Stiftung
Mit dem Plan Stiftungszentrum sind Treuhandstiftungen unter dem eigenen Namen möglich sowie Zustiftungen in das Grundstockvermögen der Dachstiftung "Stiftung Hilfe mit Plan".
Das vom Stifter eingebrachte Vermögen wird dauerhaft angelegt, und ausschließlich mit den Erträgen aus der Anlage werden Projekte unterstützt. Zuvor bestimmt der Stifter für die eigene Stiftung einen Zweck, für den die Gelder verwendet werden müssen.
Plans Stiftungszentrum
Unter der Leitung von Kathrin Hartkopf steht Ihnen das Team rund um Fragen zu den Dachstiftungen oder der Gründung einer eigenen Stiftung bei Plan zur Verfügung. Hier geht es zur Webseite des Plan Stiftungszentrums.




