Sudan
Wunsch nach Unabhängigkeit bestätigt
Die Auszählung der Stimmen ist abgeschlossen und das vorläufige Ergebnis eindeutig: 98,8 Prozent der Wähler sprachen sich für die Unabhängigkeit des Süd-Sudans aus.Nach dem einwöchigen Referendum über die Unabhängigkeit des Südens Sudans sind die Stimmen der knapp vier Millionen Wähler ausgezählt. Laut Wahlkommission haben 83 Prozent der registrierten Wähler im Süden und 53 Prozent im Norden an der Volksabstimmung teilgenommen. Das Votum fiel mit fast 99 Prozent der Stimmen für die Teilung eindeutig aus. Der Süd-Sudan wird im Juli zum 54. Staat Afrikas.
Plan versorgt Rückkehrer
Seit Mitte November sind mehr als 155.000 im Norden lebende Süd-Sudanesen in ihre Heimat zurückgekehrt. Weitere zwei Millionen Menschen werden erwartet. Die Gemeinden im Süden sind keinesfalls vorbereitet auf die große Zahl der Rückkehrer. Plan hat eine Analyse und einen Notfallplan erstellt, der in einer humanitären Krise schnelles Handeln ermöglicht.
Das Plan-Team vor Ort richtet dabei besonderes Augenmerk auf den Schutz der Kinder, psychosoziale Betreuung und Bildungsmaßnahmen. Plan versorgt rund 30.000 Rückkehrer in seinem Programmgebiet Guli im Bundesstaat White Nile im Norden Sudans mit Wasser, Nahrung und Unterkünften. Diese Stationen bieten vor allem Frauen, Kindern und Alten einen sicheren Platz zum Ausruhen.
Hoffnung auf friedliche Ko-Existenz
Die Volksabstimmung ist Teil des Friedensabkommens, das 2005 von der Zentralregierung in Khartum und süd-sudanesischen Rebellen unterzeichnetet wurde und den über 20-jährigen Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd beendete. Noch haben sich die beiden Seiten nicht auf den Verlauf ihrer künftigen Grenze geeinigt. Mehr als die eigentliche Abspaltung könnten Stammesrivalitäten im neuen Staat Süd-Sudan und die Zukunft der ölreichen Region Abyei für Unruhe sorgen. Ein weiteres Problem ist die Frage, wie mit den Staatsschulden des noch vereinten Landes verfahren werden soll.
Plan-Länderdirektor Fikru Abebe appelliert an alle Akteure, den Friedensprozess im (noch) größten Land Afrikas fortzusetzen: "Nach der Volksabstimmung muss der längste Krieg Afrikas endgültig beendet sein."
Was ändert sich für Paten?
Frank Schättiger, Leiter der Patenbetreuung bei Plan Deutschland, bestätigt, dass sich für Plan-Paten bei der Teilung des Sudans kaum etwas verändert. Plan Deutschland nimmt erst seit kurzem Patenkinder aus dem Süden auf, dies wird nun verstärkt. Frank Schättiger:
"Plan Deutschland engagiert sich sehr bei der Vergabe von Patenschaften im Süd-Sudan. Uns ist die wirtschaftlich schwierige Situation im Süden bewusst. Indem wir vielen neuen Paten ein Patenkind im Süd-Sudan zur Seite stellen, wollen wir diesen Teil des Landes und seine Entwicklung in den Vordergrund rücken. Mit der gemeinsamen Projektarbeit bieten wir den Familien und ihren Kindern vielfältige Chancen, gerade auch in den wichtigen Bereichen Bildung und Gesundheit."
Plan in Nordsudan
Plan ist seit 1977 in Sudan tätig und unterstützt derzeit rund 34.000 Patenkinder und ihre Familien in 194 Partnergemeinden im ostafrikanischen Land. Das Kinderhilfswerk arbeitet in den Programmgebieten Alaga, Edduweim, Guli, Kassala, Nord-Kordofan und River Atbara sowie in Dafur. Neben Gesundheits- und Bildungsprogrammen sorgt Plan mit Projekten für die Einkommenssicherung sowie einen verbesserten Zugang der Familien zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.
Plan in Südsudan
Seit fünf Jahren ist Plan auch im Süden Sudans tätig. Ein lokales Team arbeitet inzwischen in der Gemeindeentwicklung im Programmgebiet Juba Lainya. Nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg, in dem zwei Millionen Menschen starben und vier Millionen in den Norden flüchteten, ist das Kinderhilfswerk somit eine der wenigen Organisationen, die sich langfristig in der Region engagieren.




