Mosambik
Rechte dank Geburtsurkunde
Die letzte Station seiner Afrikareise führt Bundesminister Dirk Niebel nach Mosambik. Plan engagiert sich dort seit 2006 in der kindorientierten Gemeindeentwicklung, die über Patenschaften ermöglicht wird. Zudem wurden über 40.000 Kinder und Erwachsene mit einer Geburtsurkunde versorgt.Viele Kleinkinder in Mosambik sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfall oder Atemwegserkrankungen. Oft sind sie mangel- oder fehlernährt. Die HIV-Infektionsrate ist sehr hoch, über 500.000 Kinder haben ihre Mutter oder beide Eltern durch AIDS verloren. Fehlender Zugang zu Bildung und ärztlicher Versorgung sowie Kinderarbeit sind weitere Probleme, unter denen vor allem die Mädchen und Jungen in dem südostafrikanischen Land leiden.
Entwicklungsprogramme von Plan
Plan ist seit November 2006 im Bezirk Jangamo in der südlichen Region der Provinz Inhambane, 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Maputo, tätig. Die Programmarbeit richtet sich schwerpunktmäßig auf die Verbesserung der medizinischen Grundversorgung, die frühkindliche Förderung und Schulbildung, den Schutz der Kinder sowie der Verbesserung der Ernährungs- und Einkommenssituation der Familien. So werden zum Beispiel Brunnen und Latrinen gebaut, Gesundheitshelfer ausgebildet und Spar- bzw. Mikrofinanzprojekte angestoßen.
Kampagne zur Geburtenregistrierung
Nur rund sechs Prozent aller unter Fünfjährigen sind in Mosambik registriert. Doch ohne die Geburtsurkunde haben Millionen Kinder keinen Anspruch auf einen Schulbesuch, Zugang zur Gesundheitsfürsorge und sind nicht vor Missbrauch und Kinderarbeit geschützt. Oft schrecken die Eltern vor der langen, beschwerlichen Reise zu den Registrierungsbüros zurück - ein Fußweg von 75 Kilometern zur Behörde ist keine Seltenheit - oder sie können nicht das Geld aufbringen, das für eine Erfassung bezahlt werden muss.
Mobile Registrierungsstellen
In Mosambik haben dank der Plan-Kampagne zur Geburtenregistrierung bereits mehr als 40.000 Kinder und Erwachsene nun ganz offiziell eine Identität. In Zusammenarbeit mit der Registrierungsbehörde der Provinz Inhambane wurden von Plan zwei Monate lang zehn Registrierungsgruppen auf die Reise geschickt, die insgesamt zwölf Dörfer in den Bezirken Jangamo und Maxixe aufsuchten. So wurden die Bewohner über die Bedeutung einer Geburtsurkunde informiert und erhielten Dokumente.
Eine Urkunde fürs Leben
Cacilda Ezequiel Macamo, 45 Jahre alt, bekam erst durch die mobile Registrierung in ihrem Dorf eine Urkunde für sich und ihre drei Kinder. Cacilda freut sich, dass sie nun endlich zur Schule gehen können: "Es ist notwendig, eine Nationalität zu haben. Eine Person ohne Urkunde ist kein Mosambikaner wie die anderen. Ohne eine Identität haben Kinder und Erwachsene keine Rechte – auch nicht das Recht auf Bildung."
Unterstützung der Gemeinde
Für die 28-jährige Delfina Cuamba, Mutter von drei Kindern, kam die Plan-Kampagne genau zur richtigen Zeit: "Die Geburtenregistrierung ist sehr gut, weil sie den Kindern ein Dokument für ihre Zukunft gibt. Ohne die Kampagne hätte ich nicht genügend Geld aufbringen können, um den Transport nach Jangamo zum Registrierungsbüro und die Aufnahme an sich zu bezahlen." Die mobile Registrierung läuft so erfolgreich, dass Plan die Kampagne nun auf weitere Bezirke in seinem Programmgebiet Inhambane ausweitet.
Schutz der Kinder
Das Bewusstsein für die Rechte und den Schutz von Kindern ist in Mosambik noch wenig ausgeprägt. Daher richtet Plan in seinen Partnergemeinden Kinder- und Jugendclubs ein und informiert Lehrkräfte, Eltern und Schüler in Workshops über die Kinderrechte. Darüber hinaus werden in unterschiedlichen Kindermedienprojekten die Rechte, Bedürfnisse und Nöte der Mädchen und Jungen thematisiert.
Child Helpline
Dank Plan und drei weiterer Organisationen können sich Kinder in Mosambik seit dem 19. November 2009 unter der Telefonnummer 116 an eine Notrufstelle in Maputo wenden, über die sie in schwierigen Situationen professionelle Beratung von Psychologen und Sozialarbeiter erhalten.




