12.05.2011

Deutschland, Kambodscha

Plans Expertise bei "Müttergesundheit"

Rund 1.000 Frauen sterben täglich an Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, überwiegend in Entwicklungsländern. Bei einer Gesundheitskonferenz in Berlin stellte Dr. Thy von Plan Kambodscha Instrumente vor, die dazu beitragen, die kambodschanischen Gesundheitssysteme im Bereich Müttergesundheit zu verbessern.

Noch immer sterben täglich rund 1.000 Frauen und Mädchen an den Komplikationen und gesundheitlichen Folgen von Schwangerschaft und Geburt. Ein Hauptgrund ist das schlecht ausgebaute Gesundheitssystem in vielen Entwicklungsländern. Gesundheitsstationen und Kliniken sind schlecht ausgestattet, es mangelt an gut ausgebildetem Ärzten und Hebammen. Oft liegen sie zu weit und die Familien können die Transportkosten kaum aufbringen. 

Plan setzt mit verschiedenen Maßnahmen in seinen Partnerländern an, um die Gesundheitssysteme zu stärken und auszubauen. Dazu gehören beispielsweise, medizinisches Personal aus- und fortzubilden, vor allem Hebammen, Gesundheitszentren auszustatten, mit lokalen Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten, z. B. bei Impfkampagnen oder auf Gemeindeebene Gesundheitskomitees zu gründen. Plan unterstützt Krankenstationen darin, reproduktive Gesundheit und Familienplanung anzubieten.

Know-How in Sachen Müttergesundheit
Das  deutsche Netzwerk "Action for Global Health" richtete am 10. Mai eine Konferenz in Berlin aus, auf der Fragen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und deren Auswirkungen im Gesundheitssektor diskutiert wurden. Es ist Partner des europäischen Netzwerks, zu dem Plan gehört. Mit seiner Arbeit setzt sich das Netzwerk auf politischer Ebene dafür ein, um vor allem das Millenniumsentwicklungsziel Nr. 5 "Muttergesundheit" bis 2015 zu verwirklichen.

Dr. Chea Thy, Gesundheitsexperte von Plan in Kambodscha, saß als Teilnehmer auf dem Podium und berichtete von Plans Erfahrungen zur Müttergesundheit in dem südasiatischen Land sowie die Erfolge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in seinem Land.

"Obwohl es Kambodscha in den vergangenen Jahren gelungen ist, die Müttersterblichkeitsrate von 470 im Jahr 2000 auf 290 in 2008 pro 100.000 Lebendgeburten zu senken – in Deutschland liegt sie bei 4 - bleibt sie sehr hoch. Die Einbindung der Zivilgesellschaft in den Maßnahmenkatalog der Regierung ist äußerst wichtig, um die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen zu kennen und entsprechende Lösungen zu finden", so Dr. Thy auf der Konferenz. 

Plan in Kambodscha
Plan arbeitet seit 2002 in Kambodscha und arbeitet mit mehr als 22.000 Patenkindern und ihren Familien zusammen. Davon haben über 5.600 Patinnen und Paten aus Deutschland.

Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist in Kambodscha sehr hoch. Die medizinischen Einrichtungen in den ländlichen Gebieten sind schlecht ausgerüstet und das Personal ist kaum ausgebildet. Auf 10.000 Einwohner kommen zwei Ärzte. Im Krankheitsfall werden oft traditionelle Heiler und Hebammen oder Medikamentenhändler (ohne medizinische Kenntnisse) aufgesucht. Plan arbeitet in den Gemeinden in verschiedenen Bereichen, um die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen zu verbessern.

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