International
Plan stärkt Einfluss der Kinder im Kampf gegen Aids
Der Schutz vor einer weiteren Ausbreitung von HIV/Aids kann nur über eine Stärkung der Prävention gelingen – auch bei der Mutter-Kind-Übertragung. Plan verstärkt sein Engagement im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit.2010 hatten nur 48 Prozent der schwangeren Frauen in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens Zugang zu notwendiger antiretroviraler Behandlung, die oftmals nicht den heutigen Standards entsprach. In 2009 hatten sogar nur 26 Prozent überhaupt Zugang zu HIV-Tests. Diese Tests sind eine wichtige Grundlage im Kampf gegen den HI-Virus, denn viele Schwangere wissen nicht, dass sie infiziert sind und übertragen den Virus womöglich auf ihre Babys.
Die Projektarbeit in Plans Partnerländern wird auch mit Mitteln des Global Fund finanziert. Der Fund ist eines der größten internationalen Finanzierungsinstrumente zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und stellt allein für Plans HIV/Aids-Programme in Benin 15 Millionen US-Dollar bereit. Damit wird der Zugang zu Gesundheitsdiensten in dem westafrikanischen Land verbessert und die Präventionsarbeit ausgebaut.
Maike Röttger, Geschäftsführerin Plan Deutschland, sagt: "HIV und Aids sind lebensbedrohlich – und gehen deswegen Mädchen und Jungen direkt an. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt zwar beständig, aber noch immer infizieren sich jährlich weltweit 390.000 Kleinkinder während der Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit. Dieses Risiko sinkt auf unter fünf Prozent, wenn sich werdende Mütter schon in der Schwangerschaft testen lassen und Medikamente erhalten."
Mädchen sind oft gesellschaftlich weniger anerkannt – und stärker gefährdet, sich mit dem HI-Virus anzustecken. Plan fordert alle Regierungen auf, den Schutz der Mädchen zu verbessern und sie stärker in die Prävention einzubeziehen. Dies fordert auch die 16-jährige Sophie aus Benin: "Hört auf, uns zu sagen, was unsere Probleme sind. Nehmt uns ernst."
Zielgruppengerechte Aufklärung
Aufklärung ist ein entscheidender Schritt, um Kinder und Jugendliche vor einer Ansteckung zu schützen. Die HIV-Prävention ist zentraler Bestandteil der Strategien in allen 50 Plan-Ländern. Plan vermittelt alters- und kulturgerechte Sexualaufklärung, zum Beispiel über Jugend-Medienprojekte. In selbst gestalteten Zeitungen, Radio- und Fernsehprogrammen informieren sich die jungen Menschen über Familienplanung, Verhütung – und die Gefahren von HIV/Aids. Kinderclubs sind die Gremien, in denen sie sich mit Unterstützung von Plan austauschen können.
Daneben unterstützt Plan Projekte, um Kindern und Menschen, die HIV-infiziert oder aidskrank sind, ein würdevolles Leben ohne Stigmatisierung zu ermöglichen. Plan Deutschland finanziert diese Programme hauptsächlich über die Patenschaftsbeiträge.
Aktionsbündnis gegen Aids
Das Aktionsbündnis gegen Aids, dem auch Plan Deutschland angehört, hat die Kampagne "In9Monaten.de" ins Leben gerufen, um Deutschland in der Erfüllung seiner internationalen Pflichten zu bestärken. Bereits rund 25.000 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik fordern mit ihrer Unterschrift: "Bis 2015: Babys ohne HIV!". Diese Forderung wird heute, 30. November 2011, von 8 Mitgliedern des Deutschen Bundestags unterstützt. Damit soll sich die Bundesregierung der Verhinderung der HIV-Übertragung von Mutter-zu-Kind verstärkt annehmen, so dass weltweit alle schwangeren Frauen mit HIV/Aids und ihre Babys die Hilfe bekommen, die sie benötigen.




