Liberia
Plan gratuliert Friedensnobelpreis-Trägerinnen
Der Friedensnobelpreis 2011 geht an Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman. Mit der Ehrung wird auch die wesentliche Rolle der Mädchen und Frauen hervorgehoben, die sie für die Lösung von Konflikten und in der Friedenssicherung spielen.Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman wurden für ihre Verdienste für ihren "gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen für volle Teilnahme an Friedensbildender Arbeit" vom Nobelpreiskomitee in Oslo ausgezeichnet.
Glückwünsche von Plan
Dr. Anja Stuckert, Referentin für Gender bei Plan Deutschland, spricht Glückwünsche an die Trägerinnen des Friedensnobelpreises aus: "Plan begrüßt die Verleihung des Friedensnobelpreises an Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman. Mit der Ehrung wird auch die wesentliche Rolle der Mädchen und Frauen hervorgehoben, die sie für die Lösung von Konflikten und in der Friedenssicherung spielen. Mit der Kampagne Because I am a Girl setzt sich Plan ebenfalls dafür ein, Mädchen und Frauen eine Stimme zu geben und sie daran zu stärken, ihre Rechte einzufordern."
Vorwort zum Because I am a Girl-Bericht 2008 von Ellen Johnson Sirleaf
Der 2008 veröffentlichte Because I am a Girl-Bericht zur Situation der Mädchen befasste sich mit ihrer Situation in Konfliktregionen. Wie sind die Lebensbedingungen von Mädchen vor, während und nach bewaffneten Auseinandersetzungen? Wie und warum sind Mädchen wegen ihres Alters und ihres Geschlechts in besonderer Weise von Konflikten betroffen? Ellen Johnson Sirleaf schrieb damals das Vorwort für den internationalen Bericht von Plan:
"Dieser Bericht erscheint genau zur rechten Zeit, da er die oft übersehene Not von Mädchen in Konfliktländern während und nach der Krise kritisch beleuchtet. Das Umfeld in diesen Ländern ist feindlich und bedroht das Leben und das Potential der Mädchen. Es sind dringend Maßnahmen erforderlich, um Mädchen die Chance zu geben, ein normales Leben zu führen."
Nach dem Bürgerkrieg in Liberia
Die Preisträgerinnen Ellen Johnson Sirleaf und Leymah Gbowee stammen aus Liberia. Ein Land, das unter dem mehrere Jahre andauernden Bürgerkrieg verwüstet wurde und noch immer unter den Folgen der Auseinandersetzungen leidet. Denn sowohl Krisen als auch die Zeit nach den eigentlichen Kampfhandlungen bergen verschiedene Risiken für Kinder. Im Rahmen der Studie "Silent Suffering" (dt. Auszug zu Liberia) von Plan in Westafrika wurde auch untersucht, welche psychosozialen Auswirkungen der Bürgerkrieg auf Mädchen und Jungen in Liberia hatte.
Folgen des Bürgerkriegs
Die desolate wirtschaftliche und soziale Lage Liberias infolge des jahrelangen Bürgerkriegs spiegelt sich auch im Bildungswesen wider – es ist eines der am schwächsten entwickelten in Westafrika. Von rund 1,3 Millionen schulpflichtigen Kindern besucht nur rund die Hälfte den Unterricht und nur etwa ein Drittel dieser Mädchen und Jungen erreicht die 5. Klasse. Es mangelt an Klassenräumen, Lehrmitteln und qualifizierten Lehrkräften. Zudem sind die Lehrpläne veraltet, psychologische Unterstützung für die vom Bürgerkrieg traumatisierten Mädchen und Jungen gibt es kaum.
Schulbau und Weiterbildung
Das liberianische Bildungsministerium hat mit der UNESCO einen Bildungsplan für zehn Jahre erstellt und sich verpflichtet, allen Kindern eine sechsjährige Grundbildung zu ermöglichen. Plan unterstützt die Regierung dabei und finanziert den Wiederaufbau von insgesamt 954 Schulen und zwei Lehrerinstituten. Dank des Plan-Programms können bereits über 21.000 Kinder wieder zur Schule gehen und zahlreiche Lehrer aus- und weitergebildet werden. Ende Juli besuchte Präsidentin Johnson Sirleaf drei Tage lang von Plan errichtete Grundschulen in Lofa County.
Betreuung von Gewaltopfern in Westafrika
2010 hat Plan zudem ein regionales Projekt zur Unterstützung der vom Krieg betroffenen Gemeinden in der Grenzregion zwischen Guinea und Liberia begonnen. Ziel ist es, 1.000 traumatisierte Mädchen und Jungen zwischen 10 und 25 Jahren psychosozial zu betreuen, ihnen eine Schulbildung und den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zu ermöglichen sowie nachhaltig ihre Lebensgrundlage zu sichern. Zudem soll im Grenzgebiet gemeinsam mit den Gemeinden eine Kultur des Friedens aufgebaut werden. Plan wird hierzu den direkten Austausch zwischen den Dörfern fördern. Weiter Informationen finden Sie hier.
Sehen Sie auch diesen kurzen Film mit Interviews von Mädchen, die von ihren Erlebnissen aus dem Bürgerkrieg in Liberia erzählen, den Auswirkungen auf ihr heutiges Leben und von der Arbeit mit Psychologen von Plan, die bei der Traumabewältigung helfen.




