29.10.2009

Indonesien

Padang nach dem großen Beben

Seit zwei Jahren lebt Plan-Patin Elke Ostheimer in Padang auf Sumatra. Dort engagiert sie sich für die Fortbildung von Lehrkräften. Das Erdbeben am 30. September erlebte sie hautnah mit. Die Hamburgerin berichtet.

"Das Erdbeben vom 30. September veränderte unser Leben. Gleichzeitig mit dem Beben fiel der Strom aus. Wir hatten in diesem Moment nur den einen Gedanken: "Raus aus dem Haus!" Es klirrte, die Lampen schaukelten gefährlich, Dinge stürzten aus den Schränken, die Straße bekam einen großen Riss. Innerhalb von Padang sind Gebäude wie Kartenhäuser zusammengefallen. Der chinesische Stadtteil ist fast völlig zerstört und bis auf Weiteres unbewohnbar. Ebenso die Dörfer in der Umgebung von Pariaman - etwa 30 Kilometer von Padang entfernt. Es gibt Straßen, in denen kein Haus mehr bewohnbar ist, die Menschen leben nun in Zelten. Das Leben wird durch die beginnende Regenzeit noch erschwert.


Besonders für Kinder ist die Situation sehr belastend. Die Erwachsenen sind mit ihren eigenen Sorgen so stark beschäftigt, dass sie weder Zeit zum Spielen noch Zeit für die Sorgen und Nöte ihrer Kinder haben. Einige Schulen haben zwar schon vor zwei Wochen den Unterricht wieder aufgenommen, doch von einem normalen Schulalltag kann nicht die Rede sein. Der Unterricht findet häufig in Zelten statt. Bei den warmen und drückenden Temperaturen in diesen Zelten können sich die Kinder nur schwer konzentrieren.


Schwere Zeiten – besonders für die Kinder


Gemeinsam mit  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörden suche ich Schulen und Kindergärten auf, um mich mit den Kindern zu beschäftigen und um mit ihnen zu spielen. Für kurze Zeit können die Mädchen und Jungen ihre Angst vergessen. Das Spielen bekommt für sie einen besonderen Stellenwert. Aufgestaute Energien können sie so besser abbauen. In meiner Tasche befinden sich selbstgemachte Memory-Spiele, Bücher, zwei Handpuppen und zwei große, selbst genähte Schwungtücher, die hier sehr beliebt sind.


Manchmal sind mehr als 40 Kinder da, so dass wir sie in Gruppen aufteilen müssen. Die Lehrerinnen erhalten von uns Schnell-Kurse zur Anleitung von Spielen. Wie die Kinder sind sie begeistert dabei und dankbar für jede Hilfe. Jeden Tag versuchen wir auf diese Weise, ein Stücken mehr Normalität in den Alltag der Kinder zu bringen. Wie früher wird es aber nie mehr sein. Außerdem kann es jederzeit wieder ein Beben geben - und wir müssen von Neuem beginnen."

 

Plan-Hilfe vor Ort


Plan arbeitet als Kinderhilfswerk für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit seit 1969 in mehreren Gebieten des indonesischen Archipels. Die Region auf Sumatra gehört nicht zu diesen Programmregionen, aber in einem Katastrophenfall, wie diesem, stellt Plan Mitarbeiter, Mittel und Know-how selbstverständlich zur Verfügung, um die Not vor allem der Kinder zu lindern.

 

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