16.09.2011

Äthiopien, Kenia, Südsudan

Ostafrika: Hilfe bis Frühjahr 2012 nötig

Nach Angaben von OCHA, dem UN-Koordinierungsbüro für humanitäre Angelegenheiten, sind inzwischen 13,3 Mio. Menschen am Horn von Afrika auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Die Dürre wird voraussichtlich bis März 2012 andauern, da auch die nächste Regenzeit und somit die Ernten gering auszufallen drohen.

20 Millionen US-Dollar Plan-Hilfe

In Ostafrika verschlimmert sich die Dürre und immer mehr unterernährte, geschwächte Kinder erkranken an Infektionen wie Durchfall oder Masern. Laut Berechnungen der Vereinten Nationen sind 2,5 Milliarden US-Dollar nötig, um den 13,3 Millionen Hungernden in der Region zu helfen. Plan International stellt in den nächsten sechs Monaten 20 Millionen US-Dollar für seine Nothilfe in Äthiopien, Kenia und Südsudan bereit.

 

Ausfall der Regenzeiten

In Äthiopien ist vor allem das Zentrum und der Süden des Landes von der Dürre betroffen. In Oromia, dem größten und bevölkerungs-reichsten Bundesstaat, regnet es im Normal-fall von März bis Mai und von Oktober bis Dezember. Die erste Regenzeit Ganna liefert 70 Prozent der jährlichen Niederschlagsmenge und "Haggaya rain" die restlichen 30 Prozent im Herbst. Die erste kurze Regenzeit ist besonders wichtig für die Landwirtschaft. Die Region ist eigentlich der "Brotkorb Äthiopiens", da dort Weizen und Gerste für große Teile der Nation geerntet werden. Doch nun sind bereits zwei wichtige Regenzeiten ausgeblieben, sämtliche Vorräte an Getreide und Bohnen sind aufgebraucht.

 

Preisanstieg und Konflikte

Die hohen Lebensmittelpreise verschärfen die Krise in Äthiopien. In den letzten zwei Jahren hat sich der Preis für Mais im ostafrikanischen Land verdreifacht. Darüber hinaus kommt es zwischen den zahlreichen ethnischen Gruppen immer wieder zu bewaffneten Konflikten um Landnutzungsrechte. Rund 4,6 Millionen Äthiopier hungern und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

 

Nothilfe in Äthiopien 

Plan leistet Nothilfe in den Bundesstaaten Amhara, Oromia und "Südliche Nationen, Nationalitäten und Völker" (SNNPR) sowie in Addis Abeba. Dazu zählen auch sechs neue Regionen Äthiopiens, in denen Plan zuvor nicht tätig war. So hilft Plan nun über 500.000 von der Dürre Betroffenen - zusätzlich zu seinen regulären Entwicklungsprogrammen, mit denen jährlich 700.000 Äthiopier erreicht werden. Mit freiwilligen Helfern und Partnerorganisationen werden zurzeit Lebensmittelrationen - Mais, Bohnen und Öl - an Familien verteilt. Auch Sojamix, eine proteinreiche Getreide-Sojamischung wird ausgegeben.

 

Wasser und Nahrung in Kenia

In Kenias Norden und Nordosten sind circa 3,75 Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Plan wird in den nächsten sechs Monaten 460.000 Kenianer unterstützen, 295.000 Kinder und Mütter erhalten schon Nahrung. Schulen, Gesundheitszentren und andere öffentliche Einrichtungen in den Programmgebieten in Tharaka, Kwale, Kilifi und Machakos sowie in Kitui-Süd sind mit Wasser versorgt worden. Kinder, schwangere und stillende Mütter haben zudem vitaminreiche Zusatznahrung bekommen. Außerdem werden Brunnen saniert, Schulmahlzeiten ausgegeben und Schulungen zum Kinderschutz durchgeführt. 

 

Soforthilfe in Südsudan
In Südsudan versorgt Plan 280.000 von der Dürre Betroffene. Außer der Hilfe im Programmgebiet Juba Lainya unterstützt das Team Kinder in Zentral-Äquatoria und Gemeinden in den Bundesstaaten Ost-Äquatoria und Jonglei. Die jüngsten Kämpfe in der Region haben die Plan-Hilfe bisher nicht behindert.

 

Aber schwere Niederschläge in fast allen Landesteilen haben viele Straßen zerstört und verhindern derzeit Schulspeisungen sowie generell den Transport von Nahrungsmitteln. Plans Maßnahmen zur Verbesserung der sanitären Versorgung können ebenfalls erst fortgeführt werden, wenn die Überschwemmungen vorbei sind. Experten erwarten in diesem Jahr einen Rückgang der Getreideernte in Südsudan um mindestens 40 Prozent. 

 

Untersuchung in Uganda

In Uganda sind keine Partnergemeinden von Plan betroffen, Plan führt aber eine Untersuchung in zwei Bezirken in Karamojo, im Nordosten des Landes durch.

 

Plan bittet um Spenden für seine Hilfe in Ostafrika:
 

Plan International Deutschland e.V.
Konto: 0001623207
Postbank, BLZ 200 100 20
Stichwort: "
Dürre Ostafrika

 
Oder spenden Sie ganz einfach online.*

 

Natürlich können Sie auch durch die Übernahme einer Patenschaft in Südsudan, Kenia oder Äthiopien die Lebensumstände von Kindern in den betroffenen Gebieten der Hungersnot verbessern helfen.

 

Pateninformation
Zurzeit liegen uns auch keine Informationen darüber vor, ob Patenkinder oder die Familien direkt betroffen sind. Sollten uns andere Nachrichten erreichen, wenden wir uns an die Patinnen und Paten.

 

* Sollte es zu Mehreinnahmen kommen, werden diese Mittel für andere, dringende Nothilfe-Projekte verwendet.

 

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