Indonesien
"Ich bin mit dem Moped geflüchtet"
Tausende Menschen auf Java mussten überstürzt vor dem Vulkan Merapi fliehen. So auch die 15-jährige Dewi, die auf dem Moped ihres Bruders flüchtete. Dewi gehört zu den 4.000 Familien in den Camps, an die Plan Decken und Hygieneartikel verteilte.Seit mehr als einer Woche lebt Dewi nun in einem Flüchtlingscamp im Sleman-Distrikt. Auch sie wurde durch den Vulkanausbruch obdachlos. "Ich bin mit dem Moped meines Bruders vor dem Merapi geflüchtet", erzählt sie. Die Bedingungen in dem Notlager sind schwierig: "In den Zelten wird es tagsüber viel zu heiß, nachts ist es dann bitterkalt", sagt Dewi. Die 15-Jährige hat Fieber und ist dankbar über die Schlafmatte und die warme Decke, die sie von Plan bekommen hat.
Schwierig findet sie, dass sie sich nachts ein Zelt mit Männern und Frauen teilen muss und dass die Warteschlangen zum Waschen so lang sind, denn Wasser ist sehr knapp in dem Camp. "Es sollte ein spezielles Zelt nur für Mädchen geben", wünscht sich Dewi. Dann würde sie sich sicherer fühlen. Es ist bereits das zweite Mal, dass sie vor dem Asche spuckenden Merapi flüchten musste. Beim letzten Ausbruch 2006 musste sie sich ebenfalls mit ihrer Familie in ein Flüchtlingscamp retten. "Ich vermisse die Schule und wünsche mir, dass wir bald zurückkehren können und alles wieder normal ist."
Warme Decken und Matten an Obdachlose
In den letzten Tagen hat Plan Nothilfegüter an insgesamt 4.000 Familien (rund 20.000 Personen) verteilt. Diese bestehen aus Matten, warmen Decken und Hygiene-Sets, die unter anderem Seife, Shampoo und Handtücher enthalten. Es werden Schutz- und Spielräume für Kinder eingerichtet, damit Mädchen wie Dewi sich in den Camps sicherer fühlen können. 20 Übergangsschulen ermöglichen 2.000 Kindern die Fortsetzung des Unterrichts.
Geologische Messungen zeigen, dass der Merapi-Vulkan nicht zur Ruhe kommt. Mittlerweile sind fast 200.000 Menschen aus ihren Häusern geflohen und leben in Notlagern. Dort sind die hygienischen Bedingungen in den meisten Fällen miserabel, Plan hat Latrinen errichtet, die zur Verbesserung der Situation beitragen.
Hilfe für Tsunami-Opfer läuft an
Auch für die Tsunami-Opfer auf den Mentawai-Inseln in Westsumatra läuft die Nothilfe an. Planspezialisten für Katastrophenhilfe sind mittlerweile in Padang, Westsumatra, eingetroffen, um den Bedarf an Hilfsgütern für die Tsunami-Opfer auf den Mentawai-Inseln zu ermitteln und sich an der Koordination der Hilfeleistungen zu beteiligen. Der Transport von Hilfsgütern zu den entlegenen Inseln gestaltet sich aufgrund des stürmischen Wetters jedoch schwierig. Deshalb hat Plan in Jakarta Hygiene-Sets, Decken und Planen für 3.400 Familien bereitgestellt.
Ebenfalls zur Verfügung stehen Schulmaterialien sowie "Schule in der Box"-Sets für insgesamt 5.000 Kinder an 20 Schulen. Lokale Partner in Padang, Westsumatra, werden die Nothilfe unterstützen, sobald die Wetterverhältnisse es zulassen. Das Hilfsprojekt ist für eine Dauer von drei Monaten angesetzt.
Bei dem Tsunami am 25. Oktober waren 449 Menschen ums Leben gekommen, 96 Menschen werden noch vermisst und rund 15.000 Menschen sind durch die Katastrophe obdachlos geworden.
Beide Katastrophenregionen sind keine Plan-Programmgebiete. Patenkinder und ihre Familien sind nicht gefährdet.
Nothilfe-Fonds ermöglicht Hilfe
Um in Fällen wie diesen schnell und unbürokratisch helfen zu können, hat Plan einen Nothilfe-Fonds eingerichtet. Sie können online dafür spenden.
Hintergrund
Indonesien liegt am pazifischen "Feuerring", an dem sich zahlreiche Vulkane befinden. Durch Verschiebungen von Erdplatten kommt es in dieser Region immer wieder zu Erschütterungen und Vulkanausbrüchen. Erst vor einem Jahr hatte ein Erdbeben das Gebiet um die Küstenstadt Padang auf Sumatra schwer getroffen.




