Niger, Mali, Burkina Faso
Nahrungskrise in der westafrikanischen Sahelzone hält an
Die Nahrungskrise in der westafrikanischen Sahelzone bleibt weiter angespannt. Dürre, Schädlingsbefall und Missernten haben dazu geführt, dass mehrere Millionen Menschen auf Hilfe von außen angewiesen sind.Bereits in den vergangenen Wochen berichteten wir von der Nahrungskrise und den Flüchtlingswellen in der westafrikanischen Sahelzone. Allein in Niger sind mehr als 6 Mio. Menschen, das entspricht 38 Prozent der Bevölkerung, von Nahrungsmangel bedroht, 1,3 Millionen gelten als besonders gefährdet.
Erschwert wird die Situation durch die weiter ins Land strömenden Flüchtlinge aus Mali. Bis Mitte Juli wurden in Niger 52.000 malische Flüchtlinge registriert. Die meisten von ihnen kommen in Flüchtlingscamps im Westen des Landes in der Region Tillaberi unter. Für eines der dortigen Flüchtlingslager, hat Plan Niger nun die Leitung übernommen und leistet Nothilfe für rund 9.500 Menschen.
Plan leistet Soforthilfe und bekämpft Cholera Ausbruch
Die Nahrungs- und Flüchtlingskrise wird seit Juni zusätzlich durch einen Cholera-Ausbruch erschwert. Das Gesundheitsministerium berichtet, dass die Anzahl der Infizierten auf über 2.000 gestiegen ist, betroffen ist vor allem die Region Tillaberi. Die Gesundheitsbehörden vermuten Flusswasser als Infektionsquelle. Die Erreger der Cholera werden meist über verunreinigtes Wasser übertragen. Mamoudou Madougou, Plan-Leiter für humanitäre Hilfe in Niger erklärt, dass sein Büro alles tut, um sicherzustellen, dass die Krankheit nicht das Flüchtlingslager erreicht.
Plan leistet Soforthilfe für von Nahrungsmangel betroffene Haushalte in Tillaberi und Dosso sowie für Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern in der Region Tillaberi. Im Zuge der Nahrungsmittelhilfe wird Plan dort in den nächsten zwei Monaten Lebensmittel für rund 9.300 Haushalte bereitstellen. Mit Unterstützung des Welternährungsprogramms wurden bereits Nahrungsmittel an 1.256 Haushalte verteilt.
Nahrungsmangel auch in Burkina Faso
Die meisten Flüchtlinge aus Mali sind nach Burkina Faso geflohen. Dort hat die Zahl der Flüchtlinge inzwischen die Marke von 100.000 überschritten. Auch in Burkina Faso hat sich die Nahrungsmittelversorgung noch nicht normalisieren können. Die Regierung Burkina Fasos schätzt, dass etwa 2,9 Mio. Menschen von Nahrungsmangel betroffen sind, vor allem in den nördlich und zentral gelegenen Regionen des Landes. Hohe Getreidepreise und ein Mangel an humanitärer Hilfe verschärfen die Krise zusätzlich. Ein weiteres Problem ist, dass ein Großteil der malischen Flüchtlinge in die Provinzen geflohen ist, die bereits besonders schwer von der Nahrungskrise betroffen ist.
Plan leistet Nahrungsmittelhilfe und Unterstützung für Gesundheits- und Ernährungszentren in den betroffenen Programmgebieten. Außerdem leistet Plan Nothilfe in drei Flüchtlingslagern der Provinzen Soum und Oudalan. Die Maßnahmen in den Flüchtlingslagern Mentao, Damba und Gandafabou umfassen die Bereiche Wasser, Sanitär, Schulbildung und Kinderschutz sowie die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern. Die Nothilfe von Plan in den Programmgebieten und Flüchtlingslagern erreichte bisher mehr als 18.000 Flüchtlinge und 957.000 Kinder. 60 Prozent der Flüchtlinge sind jünger als 17 Jahre. Dies zeigt, wie wichtig in der Nothilfe Bildungs- und Kinderschutzprogramme sind.
Für die Nothilfe in der Sahelzone bittet Plan um Spenden:
Plan International Deutschland e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 9444944
BLZ 25120510
Stichwort: "Nothilfe Sahelzone"
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