09.06.2011

International

Kindertag in Japan

In Tagajo und Shichigahama, zwei der am schwersten vom Tsunami betroffenen Städte der Provinz Miyagi, veranstaltete Plan Feste zum Kindertag. Für 300 Mädchen und Jungen in drei Evakuierungszentren war es ein ganz besonderer Tag.

Nach dem Erdbeben und Tsunami leben noch immer 102.273 Japaner in Evakuierungszentren, auch viele Kinder. Plan organisierte mit zahlreichen Freiwilligen Feste für rund 300 obdachlose Mädchen und Jungen in Tagajo und Shichigahama – ein Tag, an dem die Kinder und ihre Eltern Hoffnung schöpften.

 

Karpfenfahnen und Spiele
Am "Kodomo no hi", dem japanischen Kindertag, ehren Familien ihre Kinder. Sie basteln Fahnen in Form eines Karpfens und hängen sie auf. Die bunten, oft zwei Meter langen Fische, die Orte und Haushalte im Juni schmücken, gelten als tapfer und sollen dem Nachwuchs Glück und Gesundheit bringen. Zum diesjährigen Kindertag organisierte Plan Feste in Tagajo und Shichigahama: Chöre der örtlichen High Schools und Musiker der Philharmonie Sendai traten auf, Freiwillige malten und bastelten, Clowns spielten mit den obdachlosen Mädchen und Jungen. 


 
Engagement in Japan

Am japanischen Kindertag wurde Plan von rund hundert Schülern unterstützt. Eine Fünfzehnjährige sagte: "Es bringt sehr viel Freude, mit den Mitschülern zu helfen. Seit dem Erdbeben und Tsunami hat sich vieles in Japan verändert, und wir engagieren uns mehr als zuvor." Ein Mitschüler trat mit seinem Chor auf, er lebt in einem Evakuierungszentrum in Tagajo: "Wir haben sehr viel Unterstützung erhalten und Freundschaft erfahren. Besonders hat es uns gefreut und ermutigt, dass Menschen auf der anderen Seite des Globus in Deutschland an uns denken."

 

Ein Dank aus Japan
Gabriel Kazuo Tsurumi, Plan-Länderdirektor in Japan, meint: "Die Dreifach-Katastrophe im Norden unseres Landes hat enorme Schäden und Leid verursacht. Noch immer leben viele Menschen in Evakuierungszentren. Aber die großzügige Hilfe der deutschen Spenderinnen und Spender hat uns verdeutlicht, wie wichtig und kostbar Freundschaft ist. Im Namen von Millionen Japanern möchte ich allen Menschen, die in dieser äußerst schweren Zeit Leid und Sorgen mit uns teilen, unseren aufrichten Dank sagen."

 

12-monatiges Hilfsprogramm
Mit der offiziellen Erlaubnis der Regierung startete Plan Japan im März seine humanitäre Hilfe in der Provinz Miyagi und verteilte zunächst Kleidung, Hygieneartikel und andere dringend benötigte Dinge an obdachlose Familien. Schwerpunkte des zwölfmonatigen Hilfsprogramms von Plan sind jedoch der Kinderschutz und Bildungsmaßnahmen.

 

Bisher wurden rund 500 Lehrer, Kinderärzte, Psychologen und Vertreter lokaler Organisationen von Plan-Experten in der Traumabewältigung geschult. In Notunterkünften wurden spezielle Bereiche für Kinder eingerichtet, in denen sie spielen und das erfahrene Leid verarbeiten können. Zum Start des neuen Schuljahres Ende April schuf Plan Lernmöglichkeiten und verteilte Stifte, Hefte und weiteres Lernmaterial an acht Grund- und fünf Sekundarschulen. Radio Tokyo FM sendete drei Wochen lang Plan-Spots mit den wichtigsten Botschaften zur "emotionalen Ersten Hilfe".

 

Spenden für Nothilfe-Fonds
Das Hilfsprogramm von Plan Japan ist auf zwölf Monate begrenzt und umfasst Maßnahmen, die über 25.000 Menschen zugute kommen. Da derzeit weltweit genügend Spenden für die Plan-Hilfe in der Provinz Miyagi eingeworben worden sind, fließt Ihre Japan-Spende in unseren Nothilfe-Fonds.

Mit Ihrer Unterstützung für den Nothilfe-Fonds ermöglichen Sie Plan, auch Kindern und ihren Familien in anderen Teilen der Welt im Katastrophenfall schnell und unbürokratisch Soforthilfe zu leisten.

 

 

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