08.03.2011

Kamerun

Kinderfreundliche Schulen

In Westafrika unterstützt Plan umfassende Bildungsprogramme für Mädchen und Jungen. Am Beispiel Kamerun ist zu sehen, wie sich auch dadurch Einschulungs- und Abschlussraten erhöhen.

In ländlichen Gebieten Kameruns ist die Einschulungsrate sehr niedrig. Und von den Grundschulkindern machen nur 56 Prozent einen Abschluss. Die Gründe hierfür sind zahlreich, eine große Rolle spielen Klassen mit mehr als 60 Kindern, schlecht ausgebildete Lehrkräfte, Gewalt an Schulen, lange Schulwege und die wirtschaftliche Not vieler Familien.

Plan setzt im westafrikanischen Kamerun ein Projekt zur Verbesserung der Bildungssituation um. Kinder sollen eine qualifizierte Grundbildung erhalten und die Möglichkeit haben, einen Abschluss zu machen. Um die Zahl der Schulabbrecher zu reduzieren, muss die Unterrichtsqualität verbessert und das Lernumfeld sicherer werden. Für dieses Ziel sind auch Gesundheitsmaßnahmen und Hygienestandards wichtig, die über Schulungen und Ernährungsprogramme für Familien verbessert werden sollen.

Maßnahmen …
Plan und das Bildungsministerium erstellten eine Studie zu Gewalt an Schulen. Hauptthemen waren körperliche Strafen, sexualisierte und psychologische Gewalt (Bullying). Plan organisierte zu diesem Thema Schulungen für Lehrkräfte und Eltern. Plans globale Kampagne "Lernen ohne Angst" zur Reduzierung der Gewalt an Schulen ergänzt das Bildungsprogramm auch in Kamerun.

Insgesamt sollen von der Verbesserung der Schulen bis zu 250.000 Schulkinder profitieren. Wichtig ist dabei die Beteiligung aller, also wurden Schülervertretungen eingeführt. Die Mädchen und Jungen nutzen ihre Mitbestimmungsrechte mittlerweile sehr aktiv. Sie nehmen an Kursen zu Kinderrechten, Gesundheit und Hygiene teil. Um die hygienischen und gesundheitlichen Standards zu verbessern, wurden im Finanzjahr 2010 zudem vier Brunnen installiert und 17 Schultoiletten errichtet, getrennt nach Mädchen, Jungen und Lehrkräften.

… und Erfolge
Plan verzeichnet positive Entwicklungen. Das Programm führt zu höheren Einschulungsraten, die Lernumgebung verbessert sich durch Modernisierung von Ausstattung und Materialien. Die Fortbildung der Lehrkräfte sowie Lehrer-Eltern-Initiativen gegen Gewalt erhöhen die Lernerfolge.

Plan in Kamerun
Plan arbeitet seit 1996 in Kamerun und fördert Programme wie diese über 26.454 Patenschaften, davon 6.191 mit Paten aus Deutschland. Weitere Schwerpunkte der Arbeit in Kamerun sind die Bekämpfung von Kinderkrankheiten und Malaria, Berufsbildungskurse für Jugendliche sowie Mikrofinanzprojekte zur Gründung von Kleinstbetrieben.

 

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