Philippinen, Schweiz
Kinder engagieren sich für Klimaschutz
Vom 9. bis 13. Mai fand in Genf die von der UNISDR organisierte "Globale Pattform" zum Thema Katastrophenvorsorge statt. Zwei Plan-Jugendliche aus den philippinischen Camotes Inseln nahmen für das Kinderhilfswerk an der renommierten Konferenz teil.Mehr als die Hälfte der Menschen, die massiv vom Klimawandel betroffen sind, sind Kinder. 2030 werden Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge 175 Millionen Kinder direkt unter Naturkatastrophen leiden.
Alle zwei Jahre veranstaltet die UNISDR ("United Nations International Strategy for Disaster Reduction") in Genf die internationale Konferenz "Global Plattform zur Reduzierung von Risiken durch Naturkatastrophen". Plan hat auch in diesem Jahr über das Bündnis "Kinder im Klimawandel" (Children in a Changing Climate) daran teilgenommen.
Der 16-jährige Andre sowie die 14-jährige Tricia von den philippinischen Camotes Inseln nahmen als Reporter und Blogger daran teil und berichteten über Klimaschutzprojekte in ihren Gemeinden. Die Jugendlichen stammen aus der Stadt San Francisco, die am 20. April den UN-Sasakawa-Preis für ihr erfolgreiches Katastrophenschutzprogramm verliehen bekam. Plan Deutschland hatte dieses Programm unter anderem über ein vom Auswärtigen Amt finanziertes Katastrophenschutzprojekt unterstützt.
Die kleinen Camotes Islands im östlichen Zentrum der Philippinen sind immer wieder von Taifunen, Überschwemmungen, Erdbeben und Schlammlawinen betroffen. Plan Philippinen hat zusammen mit UNICEF und anderen Partnern Lernmaterialien für Lehrer und Schüler zum Thema Katastrophenvorsorge entwickelt. Andre und Tricia sind wie alle Kinder in den philippinischen Plan-Programmgebieten aktiv in Katastrophenschutzprojekte involviert. Sie entwickeln gemeinsam Fluchtpläne, simulieren Evakuierungen an ihren Schulen und beteiligen sich am Küstenschutz, indem sie zum Beispiel Bäume pflanzen, Mangroven wiederaufforsten und Müll sammeln.
Fünf-Punkte-Kinder-Charta
Im Rahmen des Bündnisses "Children in a Changing Climate" entwickeln Plan und seine Partner derzeit mit Mädchen und Jungen aus zehn betroffenen Ländern eine Kinder-Charta, die besseren Schutz vor Naturkatastrophen, sicherere Schulen und mehr Beteiligung der Kinder an Vorsorge-Projekten fordert. Die Kernpunkte der Charta sind:
1. Schulen müssen klimasicher sein, der Unterricht darf nicht unterbrochen werden
2. Kinderschutz ist Priorität vor, während und nach einer Katastrophe
3. Kinder müssen ein Recht darauf haben, über Folgen des Klimawandels informiert und an Katastrophenschutzmaßnahmen beteiligt zu werden.
4. Die Infrastruktur in den Gemeinden muss auf Katastrophen ausgerichtet werden.
5. Katastrophenschutz muss auch die Schwächsten erreichen.
Mehr als 600 Kinder in 21 Länder waren zuvor zum Thema "Was wir brauchen, um bei Naturkatastrophen sicher zu sein", befragt worden. Die Ergebnisse werden nun partizipativ in den Ländern abgestimmt und dann den Vereinten Nationen vorgelegt.
Internationale Katastrophenschutzkonferenz
In Genf kommen bei der Globalen Plattform zur Eindämmung von Katastrophenrisiken alle zwei Jahre Experten aus Wissenschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Sie diskutieren Strategien und Maßnahmen zum Schutz vor Naturkatastrophen. Die Konferenz ist das wichtigste internationale Forum für Katastrophenvorsorge und Katastrophenhilfe.




