08.10.2010

International, Nepal

Kamalari-Projekt mit Award ausgezeichnet

Das Schicksal von Urmila, dem "Kamalari"-Mädchen aus Nepal, das schon als Kind an ihren Dienstherren verkauft und ausgebeutet wurde, hat Menschen auf der ganzen Welt gerührt. Jetzt zeichnete das Kinderhilfswerk das Kalamari-Projekt mit einem Global Award aus.

Als eines der ältesten Kinderhilfswerke arbeitet Plan im internationalen Verbund. In diesem Jahr hat es zum ersten Mal die Global Awards an herausragende Teams, Einzelpersonen, Projekte und für Arbeitsmethoden verliehen. Jeder, der für und mit Plan arbeitet, konnte nominiert werden. Eine Jury aus der Plan-Familie und externen Experten wählte die Gewinner.

Kamalari-Projekt prämiert

In der Kategorie "Erfolgreichste Kampagne" wurde das nepalesische Kamalari-Projekt ausgezeichnet. Kamalari, das bedeutet "hart arbeitende Frau". Obwohl Kinderarbeit in Nepal seit 2000 offiziell verboten ist, gehört die Ausbeutung vieler Mädchen der Tharu, einer Ethnie im Westen Nepals, zum Alltag. Schon im Alter von sechs Jahren müssen sie als Hausmädchen für wohlhabende Familien und Großgrundbesitzer arbeiten. Ihre Arbeitstage sind 16 – 18 Stunden lang, oft sind sie Gewalt und sexuellem Missbrauch schutzlos ausgesetzt.

Plan setzt sich für die Abschaffung dieser gängigen Praxis ein und konnte bisher Tausende Mädchen aus ihrem Arbeitsverhältnis befreien. Sie werden darin bestärkt, zu ihren Familien zurückzukehren, ihre Schulbildung weiterzuführen. Den älteren Mädchen und jungen Frauen ermöglicht Plan Berufstraining und gibt ihnen Unterstützung bei der Geschäftsgründung.

Kinderhandel vorbeugen

Für die Familien bietet Plan landwirtschaftliche Schulungen an und verteilt Ziegen und Schweine, die zur Verbesserung des Familieneinkommens beitragen. So können die Kinder zur Schule gehen und müssen nicht mehr arbeiten.

Die ehemaligen Kamalari-Mädchen sind selbst aktiv geworden. Mit Aufklärungskampagnen in den Dörfern warnen sie die Familien vor den Gefahren dieser Form der Leibeigenschaft. Kinder werden über ihre Rechte aufgeklärt.

Eines dieser Mädchen ist Urmila. Sie konnte fliehen. Mit Hilfe von Plan holte sie ihren Schulabschluss nach und eröffnete in ihrer Heimatstadt ein eigenes Geschäft. Die Junge Frau ist mittlerweile Anfang 20 und Präsidentin der Ex-Kamalari-Mädchen.

Plan Pate Werner Pelz traf Urmila auf einer Reise durch Nepal und schildert eindrücklich die Begegnung mit dem ehemaligen Kamalari-Mädchen. Lesen Sie seinen Bericht hier.

Große Erfolge, weitere Ziele

Die ersten Erfolge hat Plan in Nepal bereits erreicht: Vier Gemeinden haben der Tradition der Kamalari abgeschworen. Das Projekt wurde auf zwei weitere Distrikte ausgeweitet, um so rund 4.500 Mädchen und junge Frauen vor der Ausbeutung als Arbeitssklaven zu schützen.
Sehen Sie hier das Video zur Auszeichnung des Kamalari-Projekts mit dem Global Award in der Kategorie "Erfolgreichste Kampagne".

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