International
Japan mit den Augen der Kinder
Wie Kinder und Jugendliche die Zeit nach Erdbeben und Tsunami in Japan erleben, zeigt nun ein Medienprojekt von Plan. Als Teil der psychosozialen Betreuung erzählen Mädchen und Jungen mit eindrucksvollen Bildern Geschichten.Plan leistete wegen des Ausmaßes des Erdbebens und des darauffolgenden Tsunamis im März 2011 das erste Mal umfassende Nothilfe in einem Land, das eigentlich zu den Patenländern von Plan gehört. Mit der Expertise der internationalen Plan-Mitarbeiter waren die Kolleginnen und Kollegen von Plan Japan in ihrem eigenen Land aktiv, um vielen Notleidenden Kindern und deren Familien Unterstützung zu geben.
Plans Katastrophenkoordinator Dr. Unni Krishnan, Humanmediziner und renommierter Traumaspezialist, unterstützte die Mitarbeiter von Plan Japan in der Soforthilfe. So führte er unter anderem in Tagajo eine Fortbildung mit Lehrern in psychosozialer Betreuung traumatisierter Kinder durch.
Kiyomitsu Sasaki, Leiter der Bildungsabteilung der Stadt Tagajo: "Die erste Aktion, die wir mit Plan machten, war die Einführung in psychosoziale Betreuung. Wir waren noch Mitten im Chaos nach der Katastrophe. Viele Organisationen fragten, ob sie einfach irgendetwas unterstützen könnten, während die Mitarbeiter von Plan die betroffenen Gegenden direkt besuchten, die Meinungen der Menschen einholten und mit einem spezifischen Angebot vorschlugen, was sie tun würden. Das fand ich wunderbar. Sie haben genau das angesprochen, was die Menschen in Not brauchten, und konnten ihre Erfahrungen, die sie durch ihre Arbeit in Entwicklungsländern haben, einbringen."
In Kindergärten und Schulen sowie Notunterkünften wurden zudem Schulmaterialien und Hilfspakete mit Seife, Zahnbürsten und –creme, Unterwäsche und Windeln, Handtücher, Decken und anderen dringend benötigten Utensilien verteilt.
Medienprojekt als Teil der Traumabewältigung
Plans Hauptaugenmerk lag in der psychosozialen Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Ein Teil der psychosozialen Betreuung war das kürzlich durchgeführte Medienprojekt. Hier konnten 56 Mädchen und Jungen lernen, wie man sich mit Videos oder Fotos ausdrückt. Über die technischen Hilfsmittel können sie das Erlebte verarbeiten und mit ihren Freunden und Familien teilen.
Koujun, ein Sechstklässler, der an dem Fotoprojekt teilnahm, berichtet von seiner Erfahrung mit der Katastrophe: "Als der Tsunami kam, liefen wir von der Schule aus auf den Berg. Von dort konnte ich sehen, wie der schwarze Tsunami Häuser und Autos mitnahm. Es machte mir Angst. Ich habe an dem Projekt teilgenommen, weil ich erzählen will, wie die Situation hier ist. Ich würde gern weitermachen und fotografieren, um zu zeigen, was um uns herum passiert."
Sehen Sie hier einige der Bilder, mit denen die Kinder und Jugendlichen ihren Alltag nach der Katastrophe dokumentieren.




