Sudan
Hohe Beteiligung am Referendum
Eine deutliche Mehrheit der vier Millionen Südsudanesen hat an dem Referendum über die Unabhängigkeit vom Norden teilgenommen. Die Abstimmung dürfte der Anfang eines neuen afrikanischen Staates sein. Plan versorgt 30.000 Rückkehrer sowie die lokale Bevölkerung in seinem Programmgebiet Guli.Nach dem einwöchigen Referendum über die Unabhängigkeit des Südens Sudans hat am Wochenende die Auszählung der Stimmen begonnen. Laut Wahlkommission haben 83 Prozent der registrierten Wähler im Süden und 53 Prozent im Norden an der Volksabstimmung teilgenommen. Fällt ihr Votum positiv aus, könnte Südsudan im Juli der 54. Staat Afrikas werden.
Plan versorgt Rückkehrer
Seit Mitte November sind mehr als 155.000 im Norden lebende Südsudanesen in ihre Heimat zurückgekehrt. Im Fall eines positiven Referendums werden weitere zwei Millionen Menschen in den Süden heimkehren. Plan versorgt zurzeit rund 30.000 Rückkehrer in seinem Programmgebiet Guli im Bundesstaat White Nile im Norden Sudans mit Wasser, Nahrung und Unterkünften. Diese Stationen bieten vor allem Frauen, Kindern und Alten einen sicheren Platz zum Ausruhen.
Hilfe im Süden
Die Heimatgemeinden im Süden sind keinesfalls vorbereitet auf die große Zahl der Rückkehrer. Plan hat eine Analyse und einen Notfallplan erstellt, der in einer humanitären Krise wie dieser schnelles Handeln ermöglicht. Das Plan-Team vor Ort richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf den Kinderschutz, die psychosoziale Betreuung und Bildungsmaßnahmen.
Plan in Nordsudan
Plan ist seit 1977 in Sudan tätig und unterstützt derzeit rund 34.000 Patenkinder und ihre Familien in 194 Partnergemeinden im ostafrikanischen Land. Das Kinderhilfswerk arbeitet in den Programmgebieten Alaga, Edduweim, Guli, Kassala, Nord-Kordofan und River Atbara sowie in Dafur. Neben Gesundheits- und Bildungsprogrammen sorgt Plan mit Projekten für die Einkommenssicherung sowie einen verbesserten Zugang der Familien zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.
Plan in Südsudan
Seit fünf Jahren ist Plan auch im Süden Sudans tätig. Ein lokales Team arbeitet inzwischen in der Gemeindeentwicklung im Programmgebiet Juba Lainya. Nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg, in dem zwei Millionen Menschen starben und vier Millionen in den Norden flüchteten, ist das Kinderhilfswerk somit eine der wenigen Organisationen, die sich langfristig in der Region engagieren.
Erste Berufsschule im Süden
Schwerpunkt der Arbeit von Plan in Südsudan ist der Ausbau des Bildungswesens, der bereits erste Erfolge zeigt: Dank der Unterstützung wurden deutlich mehr Mädchen eingeschult und zahlreiche ehemalige Kindersoldaten konnten durch Schulungen und Berufsangebote wieder in ihre Gemeinden integriert werden. Im September 2010 eröffnete die Juba Technical High School, die erste Berufsschule der Region. Sie wird von Plan mit 4,2 Millionen US-Dollar unterstützt und ermöglicht 150 Jugendlichen und ehemaligen Kindersoldaten eine berufliche Ausbildung in ganz unterschiedlichen Bereichen wie der Elektrotechnik oder dem Hotelfach.




