20.05.2010

Haiti

Hilfe für Kinder und ihre Familien

In wenigen Minuten verwüstete am 12. Januar 2010 ein Erdbeben den Karibikstaat. Millionen Menschen sind betroffen. Plan startete sofort Nothilfemaßnahmen. Dabei geht es vor allem um die Bedürfnisse der Kinder. Parallel wird der nachhaltige Wiederaufbau vorbereitet, der auch mit Spenden aus Deutschland finanziert wird.

Die Hilfsbereitschaft weltweit ist überwältigend. Und auch die Maßnahmen von Plan für die Menschen in Haiti finden breite Unterstützung. Für die Nothilfe gingen bei Plan International insgesamt rund 40,3 Millionen US-Dollar ein (umgerechnet etwa 30 Millionen Euro). Allein Plan Deutschland verbuchte Spenden in Höhe von rund 4,9 Millionen Euro. Mit dem Geld finanziert Plan seine Not- und Soforthilfe in den Programmgebieten Jacmel, Croix-des-Bouquets und Port-au-Prince sowie die Übergangshilfe für die Menschen in dem Land.

 

Schnelle Hilfe für alle
Plan leistete als erste Organisation Soforthilfe in den schwer betroffenen Gebieten Jacmel und Croix-des-Bouquets im Süden der Insel Hispaniola. Neben der Versorgung der betroffenen Familien mit Zelten, Wasser und Nahrungsmitteln, Decken, Hygienepaketen und Hilfsgütern baute Plan auch Latrinen und führte Hygieneschulungen durch.

 

Kinder leiden stärker unter den Folgen von Erdbeben als Erwachsene. Sie sind hilfsloser und verletzlicher. Daher gehört zum Grundprogramm von Plan Haiti die Schaffung von kinderfreundlichen Zonen, in denen die Mädchen und Jungen wieder in geregelte Abläufe finden können sowie psychosozial betreut sind. Lachen und Spielen sind einfache Mittel, den Kindern über den Schock des Erdbebens hinwegzuhelfen.

 

Schutzräume für die Kinder
Gefahren wie Kinderhandel, Missbrauch und Ausbeutung ergeben sich besonders für Mädchen und Jungen, die ihre Eltern verloren haben oder unbegleitet unterwegs sind. Plan Haiti setzt sich für ihren umfassenden Schutz ein. Mit Informationsmaterial wird für bessere Kontrollen geworben, etwa an der Grenze zur benachbarten Dominikanischen Republik. Auch in Radiospots wurde auf die Gefahren und für mehr Schutz vor Kinderhandel aufmerksam gemacht. In den Notunterkünften beteiligte Plan sich aktiv an Registrierungskampagnen von Kindern und ihren Familien, sodass sie wieder im Besitz von gültigen Papieren sind.

 

In den Partnergemeinden und Notunterkünften führte Plan Systeme zum Schutz von Kindern ein oder verbesserte sie. Zum Beispiel wird auf separate sanitäre Einrichtungen für Mädchen und Frauen, die Einführung von Sicherheitspatrouillen oder die Installation von Beleuchtungen geachtet, um vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen.

 

Zurück in die Schule
Anfang April begann offiziell wieder die Schule in Haiti – Plan hatte schon vorher in Jacmel damit begonnen, provisorischen Unterricht in eigenen Zelten zu geben. Mit der Kampagne "Zurück in die Schule" sorgte Plan auch dafür, dass Lehrpersonal im Umgang mit traumatisierten Kindern geschult wurde.

 

Für die Errichtung von provisorischen Schulen – die meisten Gebäude sind zerstört – müssen zunächst Schutt und Trümmer beseitigt und separate Latrinen für Mädchen und Jungen eingerichtet werden. Diese Arbeiten werden von den Eltern und Gemeindemitgliedern übernommen – und so die Nachhaltigkeit der Maßnahmen gesichert. Plan unterstützt dieses gemeinsame Vorgehen mit dem Programm "Cash for Work – Geld für Arbeit". Den aktiven Helferinnen und Helfern wird ein kleiner Lohn für ihre Mitarbeit ausgezahlt, womit wiederum die Binnennachfrage in Gang gesetzt wird.

 

Kinder und Jugendliche beteiligen
43 Prozent der haitianischen Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt. Etwa die Hälfte der vom Erdbeben betroffenen Einwohner sind Kinder und Jugendliche. Für Plan ist es wichtig, auf ihre Bedürfnisse und Wünsche einzugehen, sie in den Projekten mit einzubeziehen und sie in den Wiederaufbau zu integrieren. In den Notunterkünften bildete Plan derzeit Jugendliche aus, die sich um die Kleinen kümmern und sich in den Alltag in den Camps einbringen.

 

Besonders erfolgreich war Plan bei seiner Forderung, Kinder und Jugendliche am nationalen Wiederaufbauprozess zu beteiligen. Plan erhielt von den Vereinten Nationen den Auftrag, gemeinsam mit UNICEF Mädchen und Jungen zu befragen. Erstmals in der Geschichte fließen so die Meinungen und Wünsche dieser jungen Zielgruppe in die Planungen für den Wiederaufbau eines Landes nach einer Katastrophe ein.

 

Übergangshilfe 
Plan hat in Haiti seine Länderstrategie um den Schwerpunkt Not- und Übergangshilfe erweitert. Die betroffenen Programmgebiete im Süden und Westen des Landes werden für die Jahre 2010 und 2011 als Katastrophengebiete eingestuft. Bis Oktober 2010 wird die Nothilfe-Phase andauern. Hier geht es vorrangig um die Bereitstellung von Wasser- und einer sanitären Grundversorgung sowie um sichere Unterkünfte, die Verteilung von Nahrungsmitteln und Nothilfepaketen. Auch die medizinische Versorgung sowie der Kinderschutz und die Bildung stehen auch noch Wochen nach dem Erdbeben weiter im Vordergrund. Danach beginnt die Phase der Übergangshilfe. Der Schwerpunkt wird dann auf Kinderschutz sowie frühkindliche Entwicklung und Bildung liegen.

 

Wiederaufbau-Patenschaften
Neben Spenden haben sich Wiederaufbau-Patenschaften als geeignetes Mittel für die langfristige Finanzierung der Maßnahmen erwiesen. Förderer können so aktiv zum nachhaltigen Wiederaufbau in Haiti beitragen. Die Patenschaftsbeiträge von 25 Euro im Monat unterstützen die beschrieben Maßnahmen. Sobald die Infrastruktur in Haiti wieder verlässlich funktioniert, werden die Wiederaufbau-Patenschaften in reguläre Kinder-Patenschaften umgewandelt. Fast 1.600 Zusagen für eine Wiederaufbau-Patenschaft gingen bereits bei Plan Deutschland ein.

 

Ausblick
Inzwischen hat die Regenzeit begonnen und auch die Saison der Wirbelstürme kündigt sich an. Immer noch erschüttern Nachbeben die Insel, die die Menschen verängstigen – vor allem die Hunderttausende Menschen in den provisorischen Notunterkünften. Sie sind weiter auf Nahrungsmittelhilfen und medizinische Betreuung angewiesen. Besonders die Nachbehandlung von Brüchen und Amputationen erfordert dringend Unterstützung. Die mangelhaften sanitären Zustände verursachen Durchfallerkrankungen und begünstigen Malaria und Dengue. Hohe Priorität liegt daher aktuell darin, die Notunterkünfte regenfest zu machen und Land für den Hausbau zu finden.

 

Bei allem Engagement aus dem In- und Ausland für Haiti ist eines jedoch deutlich: Es wird noch lange dauern, bis sich das Land von den Folgen der Katastrophe erholt hat.

 

Hilfe für Haiti

Unterstützen Sie Kinder und ihre Familien in Haiti mit einer Wiederaufbau-Patenschaft. Als Förderer tragen aktiv zum nachhaltigen Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen bei. Die monatlichen Beiträge von 25 Euro unterstützen die mittel- und langfristigen Maßnahmen von Plan. Sobald die Infrastruktur in dem Karibikstaat wieder verlässlich funktioniert, werden die Wiederaufbau-Patenschaften in reguläre Kinder-Patenschaften umgewandelt.

 

Fragen dazu beantwortet die Patenbetreuung gern telefonisch: (0 40) 61140-230 oder per E-Mail: patenschaft(at)plan-deutschland(dot)de 

 

Auch Spenden nimmt Plan weiter entgegen:

Plan International Deutschland e.V.
Postbank Hamburg
Konto-Nr. 0001623207
Bankleitzahl 20010020
Stichwort: Haiti/Katastrophenhilfe

 

 

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