25.07.2011

Liberia

Hebammenausbildung für sicherere Geburten

Fast 10.000 Einwohner kommen auf einen Arzt in Liberia. Gesundheitseinrichtungen, Ausbildungen sowie die Versorgung mit Medikamenten sind unzureichend. Plan fördert die Ausbildung von Hebammen für einen gesunden, sicheren Start ins Leben für Neugeborene und Mütter.

Die Lebenserwartung liegt in Liberia bei 42 Jahren. Das westafrikanische Küstenland hat eine der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsraten weltweit. Nach einer liberianischen Gesundheitsstudie aus dem Jahr 2007 liegt die Kindersterblichkeitsrate bei den unter-fünf-jährigen Kindern bei 111 zu 1.000. Auf 100.000 Lebendgeburten kommen 994 Müttertode.

Plan, seit 1982 in Liberia, startete 2008 zusammen mit dem liberianischen Gesundheitsministerium ein Projekt, bei dem 30 traditionelle Geburtshelferinnen aus 30 verschiedenen Dörfern in Methoden der sicheren Geburt geschult wurden. Jede erfolgreiche Teilnehmerin erhielt am Ende eine Entbindungs-Ausrüstung. Mit dem Projekt wurden außerdem 60 weitere Helfer und 15 Gesundheitspfleger ausgebildet sowie drei Entbindungsstationen gebaut und ausgestattet.

Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit bei Geburten
Ma Lusu ist eine von zwei Geburtshelferinnen aus Sosomoilahun im Lofa County. In der abgelegenen Gemeinde leben 3.000 Menschen, ein Drittel davon sind Frauen im gebärfähigen Alter. Patienten und schwangere Frauen müssen rund sieben Kilometer bis zur nächsten Gesundheitsstation gehen, einen sicheren Transport gibt es nicht.

Ma Lusu begann ihre Karriere als Hebamme vor 18 Jahren, als sie zum einzigen Geburtshelfer ihres Dorfes ging. Dieser war selbst nicht richtig ausgebildet, zeigte ihr nur seine Arbeitsweise. Dann war Ma Lusu die einzige im Dorf, die etwas von Geburten verstand. Obwohl ihr Wissen und ihre Fertigkeiten darüber noch sehr begrenzt waren, assistierte sie weiter bei Geburten. Die Menschen kamen zu ihr, für schwangere Frauen war sie die einzige Hoffnung. Obwohl sie gut arbeitete, gab es auch Rückschläge. Komplikationen traten ein, die sie nicht verstand. Manchmal starben Mütter und Babys. "Ich war sehr berührt und traurig, fühlte mich schuldig und wollte alles hinschmeißen", erzählt sie.

Erst durch die Hebammenausbildung von Plan konnte Ma Lusu ihre Fähigkeiten professionalisieren und Müttern zur sicheren Geburt ihrer Kinder verhelfen.

"Seitdem ich an dem Training von Plan teilgenommen habe, ist keine einzige Mutter gestorben und auch die Zahl der Babys, die bei der Geburt sterben, sinkt", erzählt Ma Lusu stolz. 

 

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