International
Gesundheit & Entwicklungsziele: Zeit zu handeln!
Zum Weltgesundheitstag fordert "Action for Global Health" die Staatschefs der Europäischen Union auf, mehr für die Gesundheit in ärmeren Ländern zu tun. Ein Bericht des Netzwerks, dem auch Plan angehört, verdeutlicht, wie viel noch für die Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele - und damit gegen die Kinder- und Müttersterblichkeit sowie die Bekämpfung von Krankheiten - getan werden muss.Im Jahr 2000 verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen. Zur Umsetzung dieser Erklärung wurden acht konkrete Ziele vereinbart, die so genannten Millenniums-Entwicklungsziele (MDG). 189 Staaten verpflichteten sich, bis 2015 unter anderem die Kindersterblichkeit um zwei Drittel (MGD 4) und die Müttersterblichkeit um drei Viertel zu senken (MDG 5).
Zusagen einhalten …
Zum Weltgesundheitstag appelliert "Action for Global Health" an die europäischen Regierungen, die Anstrengungen zur Umsetzung der gesundheitsbezogenen Millenniums-Entwicklungsziele zu verstärken und dafür 0,1 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens bereit zu stellen. Das europäische Netzwerk, in dem sich auch Plan engagiert, unterstreicht mit seinem aktuellem Bericht "Bestandsaufnahme 2010: Die Zeit zur Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele wird knapp", wie wichtig es ist, mehr für die Gesundheit von Kindern und deren Mütter in ärmeren Ländern zu tun.
… für Entwicklung ärmerer Länder
Das Millenniums-Entwicklungsziel 4 soll die Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren bis 2015 um zwei Drittel reduzieren. Doch noch immer sterben täglich etwa 29.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Vor allem in den 46 afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen weiterhin erdrückend hoch. Auch das Millenniums-Entwicklungsziel 5, dass die Müttersterblichkeit auf ein Viertel senken soll, wird verfehlt werden. Nach wie vor stirbt jede Minute eine Frau an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt.
Priorität auf Gesundheit
Im September 2010 findet ein UN-Gipfel in New York statt, auf dem die Regierung- und Staatschefs eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele ziehen werden. "Action for Global Health" fordert sie auf, eine Priorität auf die MDG 4 und 5 zu legen und auch den Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Gesundheitskosten dürften nicht den Ärmsten aufgebürdet werden, die sie am dringendsten benötigen. Gerade in ländlichen Gebieten ist deutlich mehr qualifiziertes Fachpersonal und medizinische Ausstattung erforderlich. In Ländern mit unzureichenden Gesundheitsdiensten ist die Partizipation der Gemeinden und Unterstützung von Selbsthilfegruppen immens wichtig.
Recht auf medizinische Versorgung
Der aktuelle Bericht des Bündnisses "Action for Global Health" stellt an zahlreichen Fallbeispielen dar, wie Entwicklungsländer versuchen, ihre Gesundheitssysteme zu stärken. In Malawi beispielsweise gibt es lediglich 8.000 Krankenschwestern für eine Bevölkerung von 15 Millionen Menschen. Fachpersonal wird vom Privatsektor und vom Ausland abgeworben.
Website "Just a minute"
Wie wichtig es ist, jetzt etwas gegen die hohe Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern zu tun, zeigt die von Plan eingerichtete Website des Bündnisses "Action for Global Health" zum Millenniums-Entwicklungsziel 5. Umfassende Informationen in fünf Sprachen sowie das Memory-Spiel "Just a minute" rufen zum Handeln auf.




