02.07.2010

Sri Lanka

Familienplanung auf der Teeplantage

Wichtiges Exportgut der südasiatischen Insel ist Tee und viele Familien leben vom Anbau der Pflanze. Bei den Arbeitskräften auf den Plantagen ist das Bewusstsein für Familienplanung gering. Plan informiert Jugendliche und ihre Eltern, um frühe Schwangerschaften zu vermeiden.

Auf der Hantana-Teeplantage leben 5.600 Menschen, die direkt oder indirekt vom Teeanbau profitieren. Teenager-Schwangerschaften sind ein Hauptproblem in dieser Siedlung im Hochland der Insel. Denn das Wissen der Jugendlichen über Schwangerschaften, Verhütung und reproduktive Gesundheit ist gering. Derlei Themen diskutieren die Teenager kaum oder gar nicht mit ihren Eltern – Plan Sri Lanka ändert dies.

 

Aufklärung tut not, denn in manchen Fällen werden Kinder zur Arbeit auf den Plantagen gezwungen. Mädchen sind in solchen Fällen besonders verwundbar. Sie können beispielsweise Opfer von sexuellem Missbrauch – und schwanger werden.

 

Aufklärung speziell für Teenager
Gegen die verbreitete Unwissenheit über Sexualität und die Verletzung von Kinderrechten geht Plan mit seinem Projekt vor. Das Kinderhilfswerk informiert die Heranwachsenden zum Thema reproduktive Gesundheit. Denn viele Jugendliche beziehen ihr Wissen aus ungenauen Quellen. Falsche Informationen, die ihnen schaden können, sind daher verbreitet.

 

Plan geht in seinem Projekt speziell auf die Bedürfnisse der Teenager ein. So wird deren Fähigkeit verbessert, selbst die Probleme rund um reproduktive Gesundheit zu erkennen und zu bewältigen. Im Fokus stehen etwa Gefahren für unbeaufsichtigt lebende Mädchen. Die Folgen von früher Eheschließung und ungewollten Schwangerschaften sind ebenfalls Thema. Außerdem lernen die Mädchen und Jungen, wie man sich bei Entscheidungsprozessen einbringen kann.

 

Lehrreiches Schauspiel
Plan Sri Lanka unterstützt zudem ein Straßentheater, 50 junge Leute machen mit. In kreativem Schauspiel thematisieren sie die Folgen körperlicher und sexueller Gewalt – und erreichen so eine breite Öffentlichkeit. Malar, Mutter eines der Schauspielmädchen, über das Engagement ihrer Tochter: "Es ist von großer Bedeutung für meine Kinder, dabei zu sein. Denn sie könnten ebenso Opfer sexueller Belästigung werden."

 

Malar sei zuvor die Gefahr von Gewalt gegenüber Mädchen nicht bewusst gewesen. Erst durch das Theaterstück erkannte sie die Lage: "Der Inhalt des Programms ist sehr gut." Und Nilanthi, Mutter eines anderen Mädchens, ergänzt zur Aufklärungsarbeit von Plan: "Wir können so was unseren Kindern nicht beibringen, da wir selbst nicht über das nötige Wissen verfügen."

 

Der 16-jährige Kasun von der Hantana-Plantage sagt: "Am ersten Tag des Trainings waren wir noch sehr schüchtern – wegen des Themas. Am zweiten Tag verstanden wir bereits, wie wichtig es ist, darüber zu reden." Zusammen mit anderen Jugendlichen macht er nun beim Straßentheater mit. Die Gruppe spielt in benachbarten Gemeinden, auf Teeplantagen im Hochland Sri Lankas.

 

 

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