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Einkommen für eine bessere Zukunft
Extreme Armut ist weltweit verbreitet. Schätzungsweise 1,4 Milliarden Menschen leben von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Bei Naturkatastrophen oder Epidemien steht das Überleben dieser Familien auf dem Spiel. Plan hat die Einkommenssicherung daher zu einem Programmschwerpunkt gemacht. Die Vergabe von Mikrokrediten sowie Trainings und berufsbildende Maßnahmen sind wichtige Instrumente, um Familien und vor allem Kinder zu besseren Lebensverhältnissen zu verhelfen. Teil V der Serie.Kleinkredite sind effektive Hilfsmittel gegen die Armut. Ihre Effektivität steigt, wenn begleitend zu Mikrofinanzprojekten Grundtechniken der Buchführung vermittelt werden. Plan stellt mit dieser Strategie sicher, dass sich die Einkommen der Familien verbessern. Gezielt fördert Plan mit Schulungen Mädchen und Jungen sowie ihre Familien.
Die Menschen sollen in der Lage sein, Krisen selbst bewältigen und den Kreislauf der Armut durchbrechen zu können. Damit trägt Plan dazu bei, das Millenniums-Entwicklungsziel 1 zu erreichen – die absolute Armut und den Hunger bis 2015 zu halbieren.
In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Zahl der Menschen in extremer Armut zu reduzieren – auch in den Plan-Programm- gebieten. Die weltweite Finanzkrise 2008 bremste allerdings in vielen Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum – und hatte zum Teil fatale Auswirkungen: Die Nahrungsmittelpreise stiegen drastisch und die Einkommen sanken. Das traf die Ärmsten, die durchschnittlich 75 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden müssen.
Unter solchen Bedingungen blieb kaum Geld übrig, um in die Gesundheit oder Bildung der Kinder zu investieren. Kinderarbeit und Migration waren eine direkte Folge, gegen die Plan weiter vorgeht, zum Beispiel mit der Vergabe von Kleinkrediten.
Mikrofinanzierung – Einkommen steigern
Die meisten Menschen in ländlichen Gebieten leben von der Landwirtschaft, die nur wenig abwirft. Oft reicht die Ernte nur für den Eigenbedarf. Missernten oder eine Krankheit verstärken die Armut der Familien. "Arme Menschen bleiben nicht arm, weil sie faul sind, sondern weil sie keinen Zugang zu Kapital haben", brachte der Nobelpreisträger und Ökonom Milton Friedman das Dilemma auf den Punkt.
In der Regel gibt es in abgelegenen Regionen keine Finanzinstitute – und falls doch, verleihen sie an arme Menschen kein Geld, da sie keine Sicherheiten haben. In ihrer Not wenden sich die Betroffenen oft an Geldverleiher, die extrem hohe Zinsen verlangen. Plan arbeitet mit Mikrofinanzorganisationen zusammen und führt nachhaltige Sparund Kreditprogramme durch. Dabei achtet Plan darauf, dass die Projekte auf die Bedürfnisse und tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten der Zielgruppen zugeschnitten sind.
Sparen als Hilfe zur Selbsthilfe
In der Regel richten sich Plans Mikrofinanzprojekte an Frauen (siehe Plan-Blog Weltschichten: Kleines Wirtschaftswunder in Makwanpur). Sie erweisen sich als zuverlässiger bei der Rückzahlung von Krediten als Männer. Zudem investieren sie regelmäßig Gewinne aus ihren Unternehmungen in die eigene Familie – was vor allem den Kindern zugute kommt. Plan ermutigt Frauen, selbstorganisierte Spar- und Kreditgruppen sowie Kooperativen zu gründen, und fördert diese. Beispielsweise bieten Plan-Teams Beratungen zum Thema Finanzen und bei organisatorischen Fragen an. Die neu gewonnenen Kenntnisse erlauben es den Frauen, Geld für ein eigenes Kleinstgeschäft anzulegen. Im Bedarfsfall erhalten sie Kredite zu günstigen Bedingungen von ihrer Spargruppe.
Seit der Einführung solcher Projekte in Plan-Partnergemeinden in Tansania vor drei Jahren haben sich allein dort fast 11.000 Mitglieder organisiert. Sie sparen auf diese Weise Geld oder verleihen Rücklagen gewinnbringend an andere Gemeindemitglieder. Angespornt von den Erwachsenen haben sogar tansanische Kinder und Jugendliche eigene Spar- und Kreditgruppen gegründet. Auf diese Weise finanzieren sie selbst ihre Schulmaterialien oder -uniformen.
Kompetenzen stärken
Vielen Familien fehlen die Möglichkeiten, Kompetenzen und Wissen zu erwerben – und so ihren Lebensunterhalt besser abzusichern. Gerade in ländlichen Gebieten tragen zunehmende Wüstenbildung, schlechte Bodenqualität oder extreme Klimaschwankungen dazu bei, dass die Ernteerträge gering ausfallen. Veraltete Anbaumethoden, schlechtes Saatgut oder mangelndes Wissen über Naturschutz verstärken die Probleme.
Schulungen in moderner Landwirtschaft und Anbaumethoden sowie nachhaltiges Management knapper Ressourcen helfen den Gemeinden, sich den veränderten Umweltbedingungen besser anzupassen. Die Familien werden in die Lage versetzt, sich selbst zu ernähren, eine Nahrungsmittelknappheit zu überwinden und Überschüsse mit Gewinn zu verkaufen. Mit diesen Maßnahmen unterstützt Plan die Menschen dabei, die extreme Armut weiter zu reduzieren.
Parallel wirkt Plan mit Schulungen, Trainings oder Berufsausbildungen für besonders benachteiligte Gruppen der extremen Armut entgegen. Allein 2010 schulte Plan weltweit mit seinen Partnern mehr als 98.730 Menschen in über 5.000 Gemeinden. Es gibt viele Beispiele für Plans erfolgreiches Engagement: Berufsbildende Maßnahmen waren etwa in Vietnam Teil des Programms. Über Plan qualifizierten sich dort mehr als 1.000 Jugendliche aus Migrantenfamilien in beruflichen Trainings, was ihnen zu einer festen Anstellung verhalf.
In Südsudan errichtete Plan die ersten Berufsschulen des Landes, die aktuell 150 Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. Im Senegal besuchen junge Frauen Nähkurse. Diese Weiterbildung unterstützt sie dabei, sich aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen zu befreien und selbstbestimmt zu wirtschaften.
Die sechs Arbeitsfelder von Plan
In sechs Folgen informiert Plan über seine wichtigen Arbeitsschwerpunkte:
1. Bildung – Gute Bildungschancen für alle
2. Gesundheit – Gesunde Kinder sind starke Kinder
3. Familienplanung und -beratung – Aufklärung ist lebenswichtig
4. Wasser und Umwelt – Sauberes Wasser, gesunde Kinder
5. Einkommenssicherung – Einkommen für eine bessere Zukunft
6. Katastrophenhilfe – rettet Leben




