28.03.2011

Ecuador

Ein reibungsloser Plan – Katastrophentraining besteht Bewährungsprobe

Eine junge Ehrenamtliche bewahrte nach der Tsunamiwarnung in Ecuador Ruhe. Bei der Evakuierung ihrer Heimatgemeinde setzte sie ihr in Workshops von Plan angeeignetes Wissen ein und übernahm eine wichtige Rolle.

Nach dem Erdbeben in Japan wurde für die Pazifikländer eine Warnung vor dem darauffolgenden Tsunami ausgerufen. Wieder mal zeigte sich, wie wichtig Vorbereitung und Prävention sind, um schnellstmöglich auf Naturkatastrophen reagieren und die Menschen schützen zu können.

Schäden in Ecuador
Die Regierung Ecuadors rief umgehend einen 60-tägigen Ausnahmezustand aus und ordnete die Evakuierung der Galapagos-Inseln und küstennahen Regionen an. 242.678 Personen wurden in Schulen und Notunterkünften gebracht. Wenige Stunden nach der ausgesprochenen Warnung überschwemmten drei Meter hohe Wellen die zwei bevölkerungsreichsten Inseln Santa Cruz und San Cristobal des Galapagos-Archipels und richteten Schaden an. Kurz darauf erreichten fünf Meter hohe Wellen auch einige Küstenstädte Ecuadors.

Plan unterstütze die von den Streitkräften realisierten Evakuierungen in seinen Programmgebieten Manabi Nord und Süd, Santa Elena, Guayaquil, Progreso und Santa Lucia und versorgte Familien in den Notunterkünften mit dringend benötigten Hilfsgütern.

Jazmins überlegtes Handeln
Die 23-jährige Jazmin lebt mit ihrer Familie nur wenige Meter von der Küste in Santa Elena. Wie viele machte sich die junge Frau Sorgen und versuchte herauszufinden, was genau passierte. "Jeder Radiosender brachte eine andere Tsunamiwarnung und das förderte die generelle Angst und Panik", sagt sie. "Ich konnte die Panik und Verwirrung, die durch die widersprüchlichen Meldungen aus verschiedenen Quellen entstanden, nicht ertragen. Ich musste etwas dagegen tun."

Als Jugendliche hatte Jazmin, die im Provinzbüro des Gouverneurs arbeitet, an Kommunikations- und Katastrophenschutztraining von Plan teilgenommen. Sie beschloss, zu handeln und überzeugte die örtliche Regierung davon, die unterschiedlichen Meldungen richtigzustellen. Die junge Frau mit dem Abschluss in Sozialer Kommunikation übernahm die Koordination der Informationen, die das lokale Regierungsbüro verließen.

"Das Erste, was ich anordnete, war, dass nur ein Radiosender in der Gegend die offiziellen Informationen der Tsunamiwarnung sendete und wie die Evakuierung umgesetzt werden würde", sagt sie. "Ich nahm das Telefon in die Hand und sprach mit Redakteuren verschiedener Radiosender und erklärte ihnen die Notwendigkeit von einheitlichen und klaren Informationen während eines Notfalls."

Die Bevölkerung und die Regierungsmaschinerie begannen im Einklang miteinander zu arbeiten und die Evakuierung ging zügig und geregelt vonstatten. "Wir mussten schnell arbeiten, da es sich um einen Notfall handelt und wir alle wissen, dass die Zeit in solchen Situationen knapp ist. Ich habe während meines Trainings mit Plan gelernt, dass jede Sekunde wichtig ist, dass jede Sekunde leben retten kann", fügt sie hinzu.

Jugendliche und Kinder übernehmen wichtige Rolle
In allen Projekten in Ecuador arbeitet Plan aktiv mit Kinder und jungen Menschen zusammen, um ihre Teilnahme an Gemeindeentwicklungen zu stärken. Kinder sind am meisten gefährdet wenn eine Katastrophe eintritt. Vor fünf Jahren verpflichtete sich Plan, dem Schutz der Kinder in solchen Situationen mehr Rechnung zu tragen. Heute gehört Plan zu den weltweit führenden Organisationen, die Katastrophenschutz mit und für Kinder durchführen. Lesen Sie hierzu mehr

Rossana Viteri, Länderdirektorin von Plan in Ecuador bestätigt: "Jazmin ist ein wunderbares Beispiel dafür, warum die Zusammenarbeit mit Kindern und jungen Erwachsenen im Zentrum von Plans Entwicklungsarbeit steht. Es beweist, dass junge Menschen eine bedeutende Rolle im Katastrophenmanagement und bei der Risikoreduktion spielen können."

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