03.01.2012

Haiti

Katastrophe jährt sich zum zweiten Mal

Das schwere Beben, das am 12. Januar 2010 Haiti erschütterte, warf die Entwicklung des Landes um Jahrzehnte zurück. Der Wiederaufbau geht voran und jeder noch so kleine Fortschritt ist ein Erfolg.

Es war eine der größten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre: Das Erdbeben, das am 12. Januar vor zwei Jahren Haiti erschütterte. Trotz schnell angelaufener internationaler Soforthilfe hat sich die Situation für einen Großteil der Menschen nur wenig geändert. Nach wie vor leben Tausende Menschen in den Notunterkünften und sind auf Hilfe von außen angewiesen. Mehr als 5.000 Schulen sowie Ministerien und Krankenstationen wurden damals zerstört. Immer noch dominieren Schutt und Geröll das Straßen­bild. Die Aufräumarbeiten, vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince, gehen nur langsam voran. Der bürokratische Verwaltungsapparat Haitis verzögert die Arbeit oft.

Im Herbst 2010 brach zudem landesweit die Cholera aus und hat bis heute Tausende Menschenleben gefordert. Vor allem in ländlichen Gebieten, wo Gesundheitszentren fehlen, ist die Infektionsrate höher und die Krankheit nur schwer in den Griff zu bekommen. Aber es gibt auch Fortschritte, jede neuerbaute oder renovierte Schule, jeder gebohrte Brunnen ist ein Zeichen für die kleinen Erfolge im Wiederaufbau des Landes.

Plans Arbeit in Haiti nach dem Erdbeben
Plan leistete von Anfang an umfassende und schnelle Soforthilfe, die durch Aktivitäten des Wiederaufbaus erweitert wurde. Die reguläre Programm­arbeit im Nordosten konnte nur in einge­schränkter Form fortgeführt werden. Unter erschwerten Bedingungen – das Länderbüro war zerstört, viele Mit­arbeiter hatten selber Familienange­hörige oder ihr Zuhause verloren – machte sich Plan daran, Paten­kinder und ihre Familien ausfindig zu machen. Daher ruhte das Paten­schafts­programm über einen längeren Zeitraum und erst kürzlich konnte es wieder aufgenommen werden. 

Plan und seine Partner sicherten, zum Beispiel in den Programmgebieten um Croix-des-Bouquets, die medi­zinische Versorgung der Erdbebenopfer, vor allem der Kinder und Jugendlichen, der Schwangeren und stillenden Mütter und besonders gefährdeter Gruppen. In einer der größten Notunterkünfte, in Corail, unterstützte Plan das medizi­nische Personal mit Schulungen, Medika­men­ten und nötigem Material. 

Schwerpunkte in der Soforthilfe und dem Wiederaufbau waren und sind neben der Schaffung von kinderfreundlichen, sicheren Orten auch Einrichtungen zur frühkindlichen Förderung. Plan baute weitere hurrikan- und erdbeben­sichere Schul­klassen für Tausende Schülerinnen und Schüler und schulte Lehrer im Umgang mit traumatisierten Kindern, in Katastrophen­vorsorge, Kinderschutz sowie Gesundheits- und Hygiene­aufklärung. 

Plans Arbeit zur Eindämmung der Cholera
Plan reagierte auf den Cholera-Ausbruch mit einem nachhaltigen Ansatz. Das Kinderhilfswerk richtete Cholera-Behandlungsstationen sowie Gesund­heits­posten ein, an denen die Patienten zur oralen Rehydrierung behandelt werden.

Jugendliche aus den Plan-Kinderclubs erhiel­ten von Plan Hygieneschulungen, die sie an Schulen und in ihren Gemeinden weitergaben. Sie erreichten mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte. Parallel führte Plan eine Aufklärungskampagne zu Hygiene­­­ und Choleraprävention durch, die mehr als 155.000 Menschen erreichte. 

Ausführlichere Informationen zum Zweijahrestag des Erdbebens und den Maßnahmen in den verschiedenen Programmgebieten finden Sie hier online im PDF.

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