International
Die Bausteine der Arbeit von Plan
Die Kinderrechtskonvention und die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen (UN) bieten Regelungen und Ansätze, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und dabei Kinder zu schützen. Plan trägt dazu bei, dass diese Ziele umgesetzt werden.
Neben Plan richten sich auch die meisten Nichtregierungsorganisationen und andere Institutionen der Zivilgesellschaft in ihren Programmstrategien nach der Kinderrechtskonvention. Sie schreibt den Schutz von Mädchen und Jungen fest.
Doch die Vorgaben werden in vielen Ländern vielfach noch immer missachtet – aus Unwissenheit und als Folge von Armut und Benachteiligung. Zur nachhaltigen Beseitigung von Armut verabschiedeten die UN die acht sogenannten Millenniumsentwicklungsziele (MDGs). Sie wurden 2000 von 189 UN-Mitgliedsstaaten ratifiziert.
Damit ist erstmals ein internationaler Handlungsrahmen geschaffen, um die Lebensbedingungen von Milliarden Menschen bis zum Jahr 2015 zu verbessern.
Zu den Problemfeldern gehören fehlende Gesundheitsdienste, mangelnder Zugang zu Bildung, Trinkwasser- und sanitärer Grundversorgung sowie Geschlechterungleichheit und geringe zivilgesellschaftliche Teilhabe.
Halbzeit – was wurde erreicht?
Lebte 1990 noch fast die Hälfte der Weltbevölkerung in extremer Armut, war es 2005 nur noch ein Viertel (MDG 1). Auch was den Besuch einer Grundschule angeht gibt es Erfolge. Zwischen 2000 und 2007 stieg die Rate der Kinder, die die Grundschule besuchen, von 83 auf 88 Prozent (MDG 2). Die meisten Fortschritte stellten sich in den Regionen ein, die am weitesten zurücklagen.
Die Anzahl der Sterbefälle bei Kindern unter fünf Jahren ging weltweit stetig zurück und betrug trotz gleichzeitigem Bevölkerungswachstums 2007 etwa 9 Millionen gegenüber 12,6 Millionen im Jahr 1990. Bei der Bekämpfung von HIV und Aids ist ebenfalls einiges bewegt worden.
Die Bemühungen in der Eindämmung von Malaria und Tuberkulose stagnieren hingegen (MDG 4 und 6). Auch die Gesundheitsversorgung von Müttern hat sich bislang kaum verbessert (MDG 5).
Laut UN ist eine der größten Herausforderungen, die Versorgung von Kindern bis 2015 zu sichern. Die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit sowie die Ernährungssicherung stehen hierbei im Fokus. Außerdem soll mehr an der Qualität der Ziele gearbeitet und das Vertrauen der armen und reichen Länder untereinander gestärkt werden.
Die Umsetzung der acht MDGs ist auch durch die weltweiten Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise gefährdet. Viele bereits erreichte Erfolge wurden mit den wirtschaftlichen Turbulenzen zunichte gemacht. Die stark gestiegenen Nahrungsmittelpreise stürzen zum Beispiel viele Menschen wieder in extreme Armut.
Plan und die MDGs
Im Rahmen seiner Projektarbeit und der nachhaltigen, kindorientierten Gemeindeentwicklung setzt sich Plan konsequent für die Umsetzung der MDGs ein – alle acht Ziele fi nden sich in den Arbeitsansätzen von Plan wider. Die Millenniumsziele sind Teil der Strategien der Plan-Partnerländer. International begleitet Plan die Umsetzung der MDGs kritisch und weist zum Beispiel auf Schwächen in deren Umsetzung hin. Dazu gibt Plan zum Beispiel die jährliche Dokumentation Because I am a Girl – Zur Situation der Mädchen weltweit heraus.
Während Fortschritte gemacht wurden, Kinderleben zu retten, sterben immer noch jährlich mehr als eine halbe Millionen Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt – hauptsächlich in den Entwicklungsländern. Der Tod einer Mutter mindert nicht nur das Einkommen der Familien. Für die Kinder ist der Verlust der Mutter tragisch. Daher ist es für Plan wichtig, Entbindungen sicherer zu machen und den Mangel an geschultem Gesundheitspersonal sowie fehlenden und schlecht ausgestatteten Gesundheitsstationen zu beheben.
Plan erinnert seine Partner auf lokaler wie auf Regierungsebene regelmäßig daran, sich an gemachte Zusagen zu halten. Wer zum Beispiel die Kinderrechtskonvention ratifi ziert hat, muss auch für ihre konsequente Umsetzung eintreten. Plan ist aktives Mitglied des europäischen Netzwerkes "Action for Global Health" und fordert in einem aktuellem Bericht zur Verwirklichung der gesundheitsbezogenen MDGs die europäischen Regierungen auf, 0,1 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für die Realisierung der gesundheitsbezogenen MDGs bereitzustellen.
Acht Ziele zur Entwicklung
Die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) umfassen acht Punkte. Bis zum Jahr 2015 sollen sie umgesetzt werden:
1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
2. Primarschulbildung für alle
3. Gleichstellung der Geschlechter
4. Senkung der Kindersterblichkeit
5. Gesundheitsversorgung der Mütter
6. Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose
7. Ökologische Nachhaltigkeit
8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung




