08.07.2010

International

Bildungsgipfel in Kapstadt

Südafrikas Präsident hat die afrikanischen Staatschefs für den 11. Juli zum Bildungsgipfel nach Kapstadt eingeladen. Die Globale Bildungskampagne, die sich mit 1GOAL für das Treffen einsetzte, ist enttäuscht, dass keine internationalen Regierungsvertreter eingeladen wurden. Dennoch hofft man auf finanzielle Zusagen.

Noch bis zum 11. Juli blickt die Welt nach Südafrika, wo erstmals eine Fußball-WM auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird. Die Gelegenheit, auf die Bildungsmisere in vielen ärmeren Ländern hinzuweisen. Mit der Aktion 1GOAL! erinnert die Globale Bildungskampagne – ein Bündnis von Hilfsorganisationen, dem auch Plan angehört - Regierungen in Nord und Süd an ihr Versprechen, das UN-Entwicklungsziel "Bildung für alle!" bis 2015 umzusetzen und so allen Kindern weltweit eine Grundbildung zu ermöglichen.

 

Erbe der Fußball-WM
Im Juni verkündete Südafrikas Präsident Jacob Zuma auf einer Pressekonferenz: "Für uns muss Bildung der wichtigste Nebeneffekt der WM sein. Als Regierung planen wir für den 7. Juli einen 1Goal-Bildungsgipfel am Rande des Halbfinales in Kapstadt. Wenn er erfolgreich umgesetzt wird, könnte er 72 Millionen Kindern, die bislang ohne Schulbildung aufwachsen, ermöglichen, die Grundschule zu besuchen. Es wird das nachhaltigste Erbe der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 sein, und wir drängen alle Nationen der Welt sowie die internationale Privatwirtschaft dazu, 1GOAL zu unterstützen."

 

Verpasste Chance
Doch nun verschob die südafrikanische Regierung den Bildungsgipfel auf den 11. Juli und richtete sich lediglich an afrikanische Politiker. Internationale Staats- und Regierungschefs, die zum WM-Finale reisen, sind zu dem zweistündigen Treffen nicht mehr geladen. Dabei wäre die Teilnahme der Geberländer wichtig, weil es vorrangig um die Finanzierung der Bildung geht. Derzeit werden dafür etwa vier Milliarden Dollar ausgegeben. Um jedem Kind weltweit eine Grundbildung zu gewährleisten, sind jedoch 16 Milliarden US-Dollar notwendig.

 

Vorbereitung für UN-Gipfel
Im September auf der Weltarmutskonferenz der Vereinten Nationen in New York wird die Bildung in den Entwicklungsländern erneut Thema sein. Dann soll ein kritischer Blick auf die im Jahr 2000 vereinbarten Millenniums-Entwicklungsziele geworfen werden, zu denen auch zählt, bis 2015 jedem Kind weltweit einen gebührenfreien Schulbesuch zu ermöglichen.

 

Unterstützen Sie 1GOAL!
Rund um den Globus sind die Menschen aufgerufen, ihre Stimme für eine bessere Bildung in armen Ländern abzugeben. Bis zum 31. Juli sollen mindestens 30 Millionen Stimmen für höhere Investitionen in die Bildung der Entwicklungsländer gesammelt werden. Diese werden nach der Fußball-Weltmeisterschaft an die Staats- und Regierungschefs – so auch an die deutsche Bundesregierung – übergeben.

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