Senegal
Bildung für 1.000 Mädchen
Im Senegal ist die Einschulungsrate von Mädchen gravierend niedrig, zudem brechen viele junge Mädchen den Schulbesuch frühzeitig ab. Mit einem Tutorenprogramm geht Plan gezielt dagegen vor. 1.000 Mädchen können deshalb ihren Abschluss machen.Besonders im ländlichen Senegal fehlt es an Lehrpersonal, Schulmaterial und adäquaten Schulgebäuden. Viele Familien können sich den Schulbesuch ihrer Kinder aus finanziellen Gründen nicht leisten, also bleiben viele, vor allem Mädchen, zu Hause.
Das Tutorenprogramm von Plan im Senegal unterstützt 1.000 Mädchen bei ihrem Schulbesuch, damit sie verpassten Unterricht nachholen und einen Abschluss machen können. Das Projekt bietet zusätzliche Programme zur persönlichen Entwicklung von jungen Mädchen, der Wahrnehmung ihrer Rechte und der Stärkung von Frauen in Führungspositionen.
Zielgruppe des Projekts sind 1.000 Mädchen im Alter von 9 bis 16 Jahren. Alle Mädchen kommen aus einkommensschwachen Familien und konnten aus verschiedenen Gründen bislang nicht oder nicht mehr lernen. Das Projekt wird derzeit an 18 Grundschulen und an fünf weiterführenden Schulen im Bezirk Wack Ngouna, in der Region Kaolack Senegals, durchgeführt.
Französisch, Naturwissenschaften, Gartenpflege – Zusatzkurse für Mädchen
Zweimal in der Woche treffen sich die Mädchen in kleinen Gruppen, jeweils mit einem Tutor, um Lehrstoff nachzuholen, sich auf Prüfungen vorzubereiten oder um sich auszutauschen. Zudem erhalten Sie Nachhilfeunterricht in Naturwissenschaften und Französisch. Zu ihrer Stärkung als Mitglied der Gemeinde, bekommen sie Tipps, wie sie sich besser einbringen und ihr Recht auf Mitsprache wahrnehmen können.
An drei Schulen dient ein Garten als lebendiges Klassenzimmer für den Unterricht in Geometrie, Biologie, Umwelt und Wasser. Die Mädchen pflanzen Samen und lernen wie man einen Garten richtig pflegt. Das Projekt gewährleistet auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mädchen. Die Schülerinnen haben die Möglichkeit, mittags in den Kantinen der Schulen eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. So müssen sie nicht die oft langen Wege nach Hause laufen. Die Kantinen sind ein wichtiger Teil des Bildungsprojekts. Eltern helfen auf freiwilliger Basis, die Mahlzeiten an mehr als 600 Schülerinnen zu verteilen.
Verbesserung der schulischen Leistung
Während des Programms überwacht Plan die schulischen Fortschritte der einzelnen Schülerinnen anhand ihrer Zeugnisse, um sich rechtzeitig auf ändernde Bedürfnisse der Schülerinnen einzustellen. Nach einem Jahr stellten die Lehrer fest, dass sich die Noten von allen Mädchen verbessert hatten.
Keur Amath, eine 12-jährige Schülerin im Tutorenprogramm, ist eine von ihnen. "Ich schließe neue Freundschaften und lerne gleichzeitig. Mein Plan-Tutor hat mir geholfen, meine Leistungen zu verbessern", so das junge Mädchen aus Kaolack.
Stärkung des Bildungsbewusstseins
Eltern, Lehrer und die Schulleiter werden in die Projektarbeit mit eingebunden, um ihnen besser vermitteln zu können, wie wichtig die Bildung von Mädchen ist. Der Wandel kommt langsam, aber er kommt. Die Quote der bestandenen Abschlussprüfungen ist an den Projekt-Schulen höher als an den am Projekt nicht teilnehmenden Schulen im Umkreis. Das zeigt die Effektivität des Projektes "Bildung für 1.000-Mädchen". Diese Mädchen sind Vorbilder in ihren Gemeinden. Ihre Schullaufbahn hat zugleich positive Signale für die anderen Mädchen in der Nachbarschaft. Sie sehen: Bildung ist ihre Chance, der Armut zu entkommen.




