Guatemala
Beteiligung selbstverständlich
Obwohl in Guatemala Schulpflicht besteht, brechen viele Kinder die Schule ab. Plan setzt sich für eine Partizipation der Schülerinnen und Schüler am Schulgeschehen und einen Unterricht in indigenen Sprachen ein.In den ländlichen Gebieten Guatemalas kann nur rund ein Fünftel der Erwachsenen lesen und schreiben. Damit hat das mittelamerikanische Land eine der höchsten Analphabetenraten der Region. Die Gründe hierfür sind vielfältig. In den ländlichen Gebieten fehlen Schulgebäude, oder sie befinden sich in einem schlechten Zustand. Auch die Ausstattung, soweit vorhanden, ist oftmals unzureichend für einen kindgerechten Unterricht.
Ein weiterer Grund ist, dass die Hälfte der Bevölkerung auf dem Land eine der zahlreichen Maya-Sprachen spricht, aber in den Schulen nur die Amtssprache Spanisch unterrichtet wird - für viele Kinder eine Fremdsprache.
Bessere Lehrerausbildung
1999 hat Plan in ländlichen Gegenden in Guatemala partizipative Ansätze an Schulen eingeführt. Dazu wurden die Lehrenden geschult und die Schulen mit Unterrichtsmaterial ausgestattet. Ziel der Lehrerschulungen war, den Lehrenden zu zeigen, wie man Schüler und Schülerinnen dazu motiviert, sich am Unterricht zu beteiligen und die Schule aktiv mitzugestalten. So wurden die Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen etwa dazu ermutigt, eine Schulregierung zu gründen, um eine Stimme zu haben, die für die Belange der Kinder spricht.
Ein Aspekt des partizipativen Lernens betrifft zudem die Unterrichtsform: Während früher die Kinder in Reihen saßen und aufschreiben mussten, was die Lehrer ihnen diktierten, sind heute Gruppenarbeiten selbstverständlich, bei denen die Kinder zusammen sitzen und die Lehrer diese Arbeitsgruppen nur anleiten.
Große Bereitschaft zum Lernen
Der Unterricht findet jahrgangsübergreifend und multilingual statt. Guatemala ist ein Vielvölkerstaat. Während in den meisten Schulen ausschließlich in Spanisch unterrichtet wurde, wird heute zusätzlich auch in indigenen Sprachen unterrichtet.
Insgesamt gibt es derzeit 350 partizipative Schulen im ländlichen Guatemala, in denen 3.500 Kinder unterrichtet werden. Die Abbrecherquote hat sich seit der Einführung deutlich reduziert, insbesondere unter den Mädchen.
Kurzfilm über den aktiven Unterricht in Guatemala
Was halten die Kinder von dem neuen Unterricht? Dieser kurze Film über die partizipativen Schulen in Guatemala lässt die Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen.




