21.06.2011

International

Besserer Schutz für Hausangestellte

Auf der Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation wurde eine Arbeitsnorm für Hausangestellte verabschiedet. Plan begrüßt dieses Abkommen: 83 Prozent aller Hausangestellten sind Mädchen und Frauen, die nun besser vor Ausbeutung und Missbrauch geschützt werden müssen.

Delegierte von Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen aus 183 Staaten stimmten auf der 100. Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) für die Annahme der Konvention über "menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte".

 

Die neue Arbeitsnorm soll dem Schutz der oft ausgebeuteten Hausangestellten dienen und garantieren, dass sie die gleichen Arbeitsrechte genießen wie andere Arbeitnehmer. Dazu zählen begrenzte Arbeitszeiten und ein Ruhetag pro Woche, aber auch die klare Regelung der Arbeitsbedingungen sowie die Einhaltung der Kernarbeitsnormen, zu denen das Recht auf gewerkschaftliche Organisation und Tarifverhandlungen gehört.

 

Kampf gegen Ausbeutung
52,6 Millionen Hausangestellte könnten laut Erhebungen der ILO von der neuen UN-Konvention profitieren. Da viele Arbeits-verhältnisse nicht offiziell gemeldet werden, gehen Experten von bis zu 100 Millionen Menschen weltweit aus, die als Hausangestellte arbeiten. In Entwicklungsländern machen sie sogar zwischen vier und zwölf Prozent aller Beschäftigten aus, viele sind minderjährig.

 

Schutz vor Missbrauch und Kinderarbeit
Etwa 83 Prozent aller Hausangestellten sind Mädchen und Frauen, viele Migrantinnen. Gerade sie sind laut ILO besonders oft von Ausbeutung betroffen. Die neue Arbeitsnorm "hat daher auch starke Auswirkungen auf die Bereiche Migration und die Gleichberechtigung", erklärte ILO-Generaldirektor Juan Somavia. Die ILO-Direktorin für Arbeitsbedingungen Manuela Tomei fügte hinzu: "Vom heutigen Tag an können Hausangestellte nicht mehr als Arbeitnehmer zweiter Klasse betrachtet werden."

 

Umsetzung der UN-Konvention
Das Abkommen tritt ein Jahr nach der Ratifizierung durch zwei Mitgliedsstaaten in Kraft. Zusätzlich wurden auch Empfehlungen mit konkreten Hinweisen für die Umsetzung der Norm verabschiedet. So müssen die Regierungen der 183 ILO-Mitgliedstaaten sicherstellen, dass die Hausangestellten über ihre Rechte informiert werden und diese auch verstehen, am besten in Form schriftlicher Verträge. Es müssten Standards festgelegt werden, um die Menschenwürde und faire Arbeitsnormen in diesem Bereich zu respektieren.

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