Liberia
Mitten auf der Flucht kam Angens Baby
Die 21jährige Angen aus der Elfenbeinküste ist eine von mehr als 150.000 ivorischen Flüchtlingen, die aus Angst vor Gewalt in das liberianische Grenzgebiet geflohen sind. Die junge Frau ist Mutter von drei Kindern. Das jüngste brachte sie im Niemandsland zwischen Elfenbeinküste und Liberia zur Welt.Vor zehn Wochen flüchtete Angen hochschwanger aus ihrem Dorf in der Elfenbeinküste. Dort hatten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Präsident Alassane Quattara und denen des früheren Amtsinhabers Laurent Gbagbo begonnen. Angen hatte nicht einmal mehr Zeit, nach Hause zu gehen und Kleider und Nahrungsmittel für die Flucht zusammenzusuchen. Sie floh direkt von ihrer Feldarbeit mit ihren beiden Kindern Richtung liberianische Grenze.
Neunjährige Tochter hilft bei Geburt
Unterwegs setzten bei der hochschwangeren Frau vorzeitige Wehen ein. Die 21-Jährige gebar ihr drittes Kind mit Hilfe ihrer neunjährigen Tochter. Ihr fünfjähriger Sohn stand stumm daneben. Sobald sie in der Lage waren, flohen sie weiter. Durch Sumpfgebiete und dichten Regenwald musste sie sich kämpfen, bevor sie in der liberianischen Provinz Grand Gedeh in der Kleinstadt Janzon Village endlich Schutz fanden.
"Mein Mann ist immer noch in der Elfenbeinküste", glaubt die 21-Jährige. "Er traute sich nicht, mit uns zu kommen, denn andere Männer in unserem Dorf hatten uns erzählt, dass bewaffnete Soldaten im Grenzgebiet Jagd auf alle flüchtenden Männer machen und sie erschießen würden. Deshalb haben wir uns getrennt."
Sorge um die Zukunft
Mit 41 Flüchtlingen teilt Angen sich ein kleines Haus. Sie und ihre Kinder schlafen in der Küche. Die junge Frau hat Angst um ihre Zukunft. Sie wurde mit 13 Jahren verheiratet, ist nie zur Schule gegangen und weiß nicht, wie sie sich und ihre Kinder in Zukunft durchbringen soll.
Flüchtlingsstrom reißt nicht ab
Die Kleinstadt Janzon Village, in der Angen mit ihren Kindern gelandet ist, wird normalerweise von 1.850 Liberianern bewohnt. Aber seit Wochen kommen immer mehr ivorische Flüchtlinge. Über 9.000 Menschen sind es mittlerweile, die meisten Frauen und Kinder. Längst sind die Gemeinden in Ostliberia an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Kirchen, Schulen, Moscheen und Gemeindezentren mussten zu Notlagern umfunktioniert werden. Es ist nicht genug zu essen da. Viele Liberianer haben ihre Häuser den Flüchtenden überlassen und sind zu Verwandten aufs Land oder in eigene Farmhütten gezogen.
Plan leistet Nothilfe
Plan Liberia leistet Nothilfe und versorgt Flüchtlinge mit Kleidern, Decken und Nahrungsmitteln. Das Nothilfeprogramm konzentriert sich vor allem auf Kinder und Frauen. Um Kindern ein Stück Alltag und Normalität zurückzugeben, organisiert Plan Sport-, Spiele- und Theatergruppen. Dort können Mädchen und Jungen ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten und neuen Halt finden. Liberianische wie ivorische Kinder wurden mit Schultaschen, Heften und Schreibstiften ausgestattet. Die Schulen, in denen noch Unterricht stattfinden können, teilen sich die Kinder nun. Vormittag findet der Unterricht für die liberianischen Kinder statt, nachmittags für die ivorischen Mädchen und Jungen. In zehn Gemeinden in Nimba und Grand Gedeh hat Plan Schulbücher und Lehrmaterial verteilt.
Helfen Sie Flüchtlingskindern in Liberia
Plan Deutschland bittet um Unterstützung für die Flüchtlingskinder in Liberia über seinen Nothilfefonds:
Plan International Deutschland e.V.
Deutsche Bank
Konto-Nr. 061281202
Bankleitzahl 200 700 00
Stichwort "Nothilfe"
Spenden Sie auch Online oder helfen Sie ganz einfach auch per SMS: Senden Sie einfach eine SMS mit dem Stichwort PLAN an die 81190. Damit unterstützen Sie direkt Plans Nothilfe-Fonds.*
* Eine SMS kostet 5 Euro plus die normale Transportgebühr, die Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter für das Verschicken einer SMS bezahlen. Die Abrechnung erfolgt über Ihren Mobilfunkanbieter. Davon gehen 4,83 Euro direkt an Plan. 17 Cent gehen an die spendino GmbH für die Abwicklung und Abrechnung der SMS-Spenden.
Sehen Sie auch ein Video über Plans Arbeit mit ivorischen Flüchtlingen in Ostliberia.




