Sri Lanka
"Als Gruppe sind wir stark"
Mit Kleinkrediten können Familien den Weg aus der Armut bewältigen. In Kombination mit der Vermittlung von Grundtechniken der Buchführung sind Mikrofinanzprojekte ein effektives Hilfsmittel. Eine Eiscreme-Geschichte aus Sri Lanka.In den Mikrofinanzprojekten von Plan werden auch grundlegende Kenntnisse in Buchführung vermittelt. Zusammen mit Kleinkrediten ist diese Strategie eine Möglichkeit, das Einkommen von Familien zu verbessern und so Eltern und ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, der Armut zu entkommen. Die Menschen sollen in der Lage sein, Krisen selbst bewältigen und den Kreislauf der Armut durchbrechen zu können. Damit trägt Plan dazu bei, das Millenniums-Entwicklungsziel 1 zu erreichen – die absolute Armut und den Hunger bis 2015 zu halbieren. Lesen Sie auch hierzu "Einkommen für eine bessere Zukunft", den fünften Teil der Serie "Die sechs Arbeitsfelder von Plan".
Eiscreme in Sri Lanka
Die 42-jährige Kusumawathie, ihr Ehemann und ihre zwei erwachsenen Söhne leben in Borawewa, einem abgelegenen Dorf 50 km vom Zentrum der Nord Central Province in Sri Lanka. Sie und ihr Ehemann führen ein kleines Eiscreme-Geschäft. Bevor sie ihr eigenes Geschäft eröffnen konnten, arbeitete ihr Ehemann in einem Restaurant und lernte dort das Handwerk.
Sie sind Mitglied einer Wirtschaftsgemeinschaft in Borawewa, die von Plan und seinem Mikrofinanzpartner SEEDS unterstützt wird. "Wir sind 15 in der Gruppe. Jeder erwirtschaftet eine wöchentliche Ersparnis. Wir erhielten Kredit und nutzten das Geld, um Strom in unser Haus zu bekommen. Damit konnten wir eine Kühltruhe anschaffen. Das war notwendig, um unser eigenes Geschäft aufzuziehen", erklärt Kusumawathie.
"Jeden Morgen stellt mein Mann das Eis her, verpackt es in eine Kühlbox auf seinem Fahrrad und liefert aus. Ich helfe ihm bei der Mischung und Fertigstellung der Eispackungen." Mit dem Einkommen stiegen auch die wöchentlichen Ersparnisse. Sie ist froh über den Kleinstkredit, der ihnen ermöglicht hat, ihr Geschäft zu gründen und zu erweitern. Es verschaffte ihr zusätzliches Geld, das sie für die Bildung ihrer Kinder verwendete.
"Als meine beiden Söhne älter wurden, brauchte ich Geld für ihre Ausbildung. Da wir unser Geschäft vergrößert haben, waren wir in der Lage, ihnen eine gute Schulbildung zu geben. Außerdem haben wir es geschafft, regelmäßig Rückzahlungen und gute Ersparnisse zu machen. Rückblickend bin ich sehr zufrieden", erinnert sich Kusumawathie. Ideen für Erweiterungen hat die Geschäftsfrau längst. "Ich möchte einen kleinen Laden neben dem Haus aufbauen und Yoghurt und geeiste Säfte anbieten. Ich bin gerade dabei, die Unterlagen einzureichen."
Gemeinsam stark für die Gemeinde
Zusätzlich zu den geschäftlichen Aktivitäten, macht sich die Gruppe auch für andere Bedürftige in ihrer Gemeinde stark. Kürzlich halfen sie einem Dorfbewohner, sein Haus neu aufzubauen, nachdem es abgebrannt war. "Wir nehmen uns vieler sozialer Projekte mit unserer Gruppe an. Wir helfen unserem Volk in der Not", sagt die stolze Kusumawathie.




