International
Fünf Jahre Tsunami - Selbsthilfe für den nachhaltigen Wiederaufbau
Weihnachten 2004 löste ein Seebeben im Indischen Ozean eine Flutwelle aus. Vor allem Sri Lanka, Indien und der Norden Indonesiens waren betroffen. Ganze Küstenregionen gingen in den Fluten unter.Plan engagierte sich mit Soforthilfemaßnahmen und nachhaltigen Aufbauaktivitäten. 47 Millionen US-Dollar setzte Plan International ein – auch aus privaten Spenden. Fünf Jahre nach der Katastrophe sind beachtliche Ergebnisse vorzuweisen, etwa im Bereich Bildung.
Die wichtigste Nachricht: Betroffene Plan-Gemeinden haben wieder eine Trinkwasserversorgung und viele Schulen Latrinen bekommen. Auch der Schulbetrieb geht seinen ursprünglichen Gang – in einer kindgerechten Lernumgebung.
Die Katastrophe hat vielen Menschen alles genommen: Saatgut, Arbeitswerkzeuge, Behausungen. Über Mikrokredite, Zuchtprojekte für Kleinvieh oder die Gründung von Kleingeschäften konnte Plan viele Menschen wieder in die Lage versetzten, selbst für ihr Einkommen zu sorgen. Plan organisierte auch berufsbildende Maßnahmen. Vor allem Frauen profitieren davon.
Sichere Unterkünfte, neue Schulen
In mehr als 300 indischen Dörfern leben jetzt über 870 Familien in einem sicheren Zuhause. In Yayawatta in Sri Lanka haben 200 Familien ein neues Heim bekommen. Letztere wurden mithilfe deutscher Spenden finanziert. Weitere 374 Familien der Inselrepublik erhielten technische und finanzielle Unterstützung, damit sie ihr eigenes Haus bauen konnten.
Viele Schulen wurden renoviert und mit neuen, kindgerechten Schulmaterialien ausgestattet. Zudem wurde das Lehrpersonal weitergebildet und die frühkindliche Bildung verstärkt. Plan errichtete zahlreiche Kindergärten sowie Vorschulen und sicherte deren Ausstattung, zum Beispiel in Sri Lanka. Über Plan wurden dort 14 beschädigte Schulen repariert und eine neue für 3.000 Kinder gebaut. Für den Vorschulbereich stattete Plan mehr als 800 Kindergärten mit Spiel- und Lernmaterial aus. Außerdem standen Erste-Hilfe-Maßnahmen auf dem Programm – für den Fall des Falles.
Nahrungsmittelhilfe und Betreuung
In Indien besuchen fünf Jahre nach dem Tsunami mehr als 2.700 Mädchen und Jungen einen der 48 neu gebauten Kindergärten. Sechs zerstörte Schulen wurden entweder renoviert oder neu gebaut, weitere 500 Schulen mit Lehrmaterialen, Spielzentren und Beratungsstellen ausgestattet. Mehr als 2.000 besonders benachteiligte Schülerinnen und Schüler erhielten Nahrungsmittel und Nachhilfeunterricht. In den Notunterkünften sorgte Plan zudem dafür, dass Schutzmaßnahmen für die Kinder getroffen wurden. Mädchen und Jungen erhielten Unterstützung bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse. Dabei half das von Plan an vielen Orten eingerichtete Notruftelefon oder ein Kummerkasten.
In Aceh hat Plan Indonesien Soforthilfe und Wiederaufbauarbeit geleistet. Das Programm läuft zum Ende des Jahres aus. Alle Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Kinderschutz und Einkommen wurden nachhaltig, also gemeinsam mit den Kindern, den Familien und Partnern entwickelt und umgesetzt. Die Menschen wurden beispielsweise darin gestärkt, sich selbst für ihre Belange einzusetzen.




