Was wir von Schmetterlingen und Blumen lernen können

In der Vorschule von Chhuk Sar, einem abgelegenen Dorf in Nordkambodscha, werden 35 Kinder sehr armer Eltern unterrichtet. Ermöglicht wurde der Unterricht durch ein Projekt, das Plan zusammen mit der lokalen Organisation Krousar Yoeung ins Leben gerufen hat.

Nach dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Kambodscha sind Angst, Gewalt, Diskriminierung und Misstrauen noch immer allgegenwärtig, doch die Kinder in der Vorschule von Chhuk Sar lernen, das jeder ein Recht auf Schutz und Unterstützung hat, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Geschlecht.

Es ist kurz vor zehn und eigentlich Zeit, um zum Mittagessen nach Hause zu gehen, doch die Vorschulkinder verfolgen begeistert ein Theaterstück, das von ihren Freunden aufgeführt und von der Lehrerin erzählt wird:

"Plötzlich fängt es an zu regnen. Die gelben und roten Schmetterlinge können nicht weiterfliegen, weil ihre Flügel nass werden. Deshalb müssen sie einen Ort finden, an dem sie vor dem Regen geschützt sind. Die Schmetterlinge entdecken eine rote Blume."

Die vierjährige Sina, die den roten Schmetterling spielt, fragt mit unsicherer Stimme: "Schwester Rote Blume, können wir beide unter deinen Blättern bleiben, da wir sehr erschöpft sind?"
 
Mit dem Versuch, einen ernsten Blick aufzusetzen, antwortet die fünfjährige Tan als rote Blume: "Roter Schmetterling, du darfst unter meinen Blättern bleiben, doch deine Freundin nicht, weil sie eine andere Farbe hat als wir."
 
Sina versucht, enttäuscht zu wirken, kann jedoch ein breites Grinsen nicht ganz unterdrücken und sagt: "Nein, wenn du meiner Freundin nicht erlaubst, zusammen mit mir Schutz zu suchen, werden wir beide draußen im Regen bleiben."
 
Während die beiden kleinen Schmetterlinge traurig über die Bühne schwirren, setzt die Lehrerin ihre Erzählung fort: "Da die Sonne Mitleid mit den beiden armen Schmetterlingen hat, befiehlt sie dem Regen aufzuhören. Die Sonne beginnt, sanft auf die Schmetterlinge zu scheinen. Und die Sonne schimpft die Blume aus."
 
Morn, ein fünfjähriger Junge, der die Sonne spielt, spricht seinen Part: "Rote Blume, du solltest niemanden benachteiligen und nicht aussuchen, wem du hilfst. Alle haben das gleiche Recht, Hilfe zu bekommen.“"

Bevor Plan in der Provinz Siem Reap arbeitete, gingen nur wenige Kinder zur Vorschule, weil es an staatlichen Mitteln fehlte und die Eltern sich der Wichtigkeit von Bildung nicht bewusst waren. Plans Vorschulprogramm, das auch die Aufklärung der Eltern zum Ziel hat, fördert die körperliche und geistige Entwicklung von Kleinkindern und verändert die Einstellung der Eltern.

"Die Eltern haben jetzt mehr Vertrauen in das Vorschulprogramm und unterstützen es, da die Kinder hier gut aufgehoben sind. Kinder lieben Spiele, und durch Lernspiele nehmen sie Informationen über Gesundheit und Werte auf. Außerdem lernen sie Zeichnen, Zahlen und einfaches Rechnen. So werden sie auf die Grundschule vorbereitet", erzählt Yun Ry, eine der beiden Vorschullehrerinnen.

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Ich freue mich, dass Plan eine Schule für mein Dorf baut. Ich will Lehrerin werden!

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