Rocken gegen Gewalt an Schulen

"Schau nicht weg" lautete das Motto eines Konzerts in Berlin. Rocken und laut sein gegen Gewalt an Schulen. Das hat auch uns natürlich interessiert. Am 25. August 2007 waren wir - Kirsten (18), Jana (18) und Miriam (15) vom Jugendforum am Brandenburger Tor mit dabei.

Als erstes haben wir uns einen Überblick verschafft: Was für Infostände gibt es? Was ist mit den groß angekündigten Aktionsständen, wo Gewaltopfern geholfen und Interessierten sowie Engagierten Infos, Tipps und Ideen gegeben werden sollten? Das Ergebnis haute uns nun nicht wirklich um. Die Infostände propagierten lediglich die neuesten Produkte bzw. Spiele eines Rasiergeräte- und eines Spielkonsolenherstellers. Verständlich, da es sich um zwei der größten Sponsoren handelte, aber von weiteren Info- und Aktionsständen gegen Gewalt an Schulen fehlte jede Spur. 

 

Nach dieser kleinen Enttäuschung ging es weiter mit unserer selbstgestellten Aufgabe, eine Umfrage zu machen. So fanden wir nach einiger Zeit heraus, dass doch fast die Hälfte der befragten Schüler an der Schule Probleme mit Gewalt haben. Zu unserer Erleichterung war fast allen bekannt, unter welchem Motto das Konzert stattfand. Die Hälfte der Schüler unternahm auch etwas gegen Gewalt. So gaben zum Beispiel viele an, in einer "Streitschlichtergruppe" zu sein oder regelmäßig bei Auseinandersetzungen dazwischen zu gehen. Manche hatten sogar Ideen zur Verbesserung der Lage an Schulen: Es sollten mehr "Abreagierungsmöglichkeiten" wie Fitnessräume und Sportkurse angeboten oder Gruppen gebildet werden. Drastischere Vorschläge, wie der Wechsel an eine Privatschule, womit zwei Schülerinnen selbst gute Erfahrungen gemacht hatten, wurden ebenfalls genannt.

 

Mit dem Gewinner des erstmals verliehenen, sogenannten "Mut Award", einer Auszeichnung für besonders Engagement gegen Gewalt an der Schule, wollten wir nun noch ein Interview führen. Leider wurde wegen angeblich zu hohem Andrang der Medien nichts aus diesem Vorhaben, obwohl wir das Gefühl hatten, dass die Sache bei weitem nicht so toll war, wie es anfangs angekündigt wurde. Kurz die Gewinnerin gekürt und weiter ging es mit den Musik-Acts.                                                                

 

Ein Zeichen gegen Gewalt an Schulen hat diese Veranstaltung schon gesetzt, allein durch die auf dieses wichtige Thema gelenkte Aufmerksamkeit. Viele trugen die Message "Schau nicht weg" im wahrsten Sinne des Wortes, dank den T-Shirts, noch weiter durch die Stadt. Trotzdem - ein bisschen wurden wir das Gefühl nicht los, über Rasierer fast ein wenig mehr zu erfahren als über Gewalt an Schulen.

 

Miriam

Ich will den Menschen genauso helfen, wie Plan heute meiner Gemeinde hilft.